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Aus der Stadt Günstiges Schülerticket für Bus und Bahn kommt
Hannover Aus der Stadt Günstiges Schülerticket für Bus und Bahn kommt
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00:15 05.11.2016
Von Mathias Klein
Schülerinnen und Schüler aus Hannover können ziemlich sicher bald günstig mit dem Nahverkehr zur Schule fahren. Quelle: dpa
Hannover

Einschließen will die SPD auch junge Leute, die ein Freiwilliges Soziales Jahr ableisten, sowie diejenigen, die einen Beruf an einer privaten Schule erlernen, etwa Modedesigner und Physiotherapeuten.
Der Juso-Vorsitzende der Region Hannover, Adis Ahmetovic, der das Konzept unter anderem mit seiner Mitvorsitzenden Lisa van der Zanden erarbeitet hat, kalkuliert mit jährlichen Kosten zwischen 10 und 15 Millionen für die Schüler-Netzkarte. Kostenlose Fahrkarten zur Schule erhalten bislang nur Schüler bis zur Klasse zehn. Alle anderen müssen sich Monatskarten kaufen.

Darüber, die ermäßigte Karte einzuführen, besteht zwischen SPD und CDU in der Regionsversammlung weitgehend Einigkeit. Die Karte ist derzeit das am stärksten diskutierte Thema bei den Koalitionsverhandlungen zwischen den beiden Fraktionen. Nach Informationen der HAZ geht es dabei vor allem um die zusätzlichen Kosten für die Regionskasse: Die CDU befürchtet eine zu hohe finanzielle Belastung durch das Ticket. Dennoch stehen die Einigungs­chancen gut – die Stimmung bei den Gesprächen sei auch im Bezug auf dieses Thema sehr offen, konstruktiv, lösungsorientiert und zuweilen sogar fröhlich, berichten Teilnehmer. Die SPD hatte die ermäßigten Schülerkarten zur Bedingung für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen gemacht. Auf beiden Seiten wird damit gerechnet, dass die CDU in der Frage zu großen Zugeständnissen bereit ist.

Direkt nach der Kommunalwahl hatte CDU-Regionsparteichef Hendrik Hoppenstedt sich nicht begeistert vom kostenlosen Schülerticket gezeigt. Auf die Frage, was er von solchen Plänen halte, sagte er: „Wenig. Das scheint mir der durchsichtige Versuch zu sein, junge Menschen für die SPD einzunehmen.“ Andere CDU-Vertreter hatten das später abgemildert.

Urheber der Idee waren vor der Kommunalwahl die Jusos. Schüler, die weiter von der Landeshauptstadt entfernt wohnen, müssten einfach zu viel für eine Fahrt nach Hannover zahlen, sagt deren Vorsitzender Ahmetovic. Als Beispiel nennt der Juso-Chef die Wedemark: Von dort koste ein Tagesticket 8,20 Euro – zu viel, um einen Tag in der Landeshauptstadt verbringen zu können, meint Ahmetovic. Ihm geht es bei der Netzkarte um die Erhöhung der Freizeitmöglichkeiten für junge Leute, aber auch um die Ausbildung. „Der Weg zur Schule muss umsonst sein“, sagt Ahmetovic. Zudem habe die Netzkarte einen pädagogischen Charakter. „Damit kann man die jungen Leute frühzeitig an die Vorteile des öffentlichen Nahverkehrs gewöhnen.“

Für die Jusos ist die ermäßigte Netzkarte nur ein erster Schritt, stellt Ahmetovic klar. Es gehe darum, den Schülern komplett freie Fahrt in den Bussen und Bahnen zu ermöglichen. Das sei aber nur nach und nach zu erreichen, sagt er.     

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