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Aus der Stadt Neubau des Fössebads kostet 20 Millionen Euro
Hannover Aus der Stadt Neubau des Fössebads kostet 20 Millionen Euro
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00:16 12.05.2016
Von Andreas Schinkel
Sanierung und Neubau des Fössebads sind jetzt berechnet worden – und es wird leider teuer. Quelle: Surrey
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Hannover

Im Auftrag der Stadt Hannover hat das Büro Krieger Architekten eine Machbarkeitsstudie über den Zustand des Bads und die möglichen Reparaturen angefertigt. Ihre Ergebnisse haben die Gutachter am Montag dem Sportausschuss des Rates vorgestellt. Eine politische Entscheidung steht noch aus, zunächst wollen die Fraktionen die Varianten intern beraten.

Dem Vernehmen nach tendieren SPD und Grüne Richtung Abriss und Neubau. Unklar bleibt, wie die Investition finanziert werden kann. „Die Kosten für alle vorgestellten Varianten für eine Sanierung oder einen Neubau des Fössebades sind wesentlich höher als ursprünglich angedacht,“ sagt Mark Bindert, sportpolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion. Das sei ein Schlag ins Kontor. Auch die Sport-Expertin der SPD, Peggy Keller, spricht von einer "Mammutaufgabe" für die Stadt.

Im ursprünglichen Sanierungsplan der Stadt sind die Kosten für das Fössebad deutlich niedriger beziffert worden. Eine Sanierung schätzte man vor eineinhalb Jahren auf knapp acht Millionen Euro, einen Neubau auf gut 16 Millionen Euro.

Die Bausubstanz des Bads ist jedoch in denkbar schlechtem Zustand, der Beton an manchen Stellen arg ramponiert. "Im Untergeschoss mussten wir Stützen anbringen, um den weiteren Betrieb sicherstellen zu können", sagt Architekt Thomas Kalman. Eine Sanierung des Fössebads ist daher höchst aufwendig und schlägt mit 20 Millionen Euro zu Buche. Will die Stadt das Gebäude erhalten und das Becken auf 50 Meter erweitern, kostet die Sanierung sogar 25 Millionen Euro.

Abriss und Neubau erscheinen dagegen wirtschaftlicher. Einen Neubau ohne Sauna und mit einem 25-Meter-Becken beziffern die Architekten auf 19,8 Millionen Euro. Das wäre die günstigste Neubauvariante. Die teuerste Version kostet 24,6 Millionen Euro, darin enthalten ist eine Erweiterung der Schwimmbahn auf 50 Meter sowie der Bau einer Sauna. Ohne Sauna, aber mit großem Schwimmbecken bleiben immerhin noch 23,2 Millionen Euro.

Die Stadt spricht noch keine Empfehlung aus. Nach den Sommerferien wird sie einen Vorschlag unterbreiten. "Der wird in Richtung wirtschaftlichste Lösung gehen", sagt Sportdezernentin Konstanze Beckedorf.  Aber selbst die günstigste Variante - Neubau mit 25-Meter-Becken ohne Sauna - sprengt mit knapp 20 Millionen Euro Hannovers Budget für die Bädersanierung. Insgesamt 42 Millionen Euro hat die Stadt für die Sanierung aller Bäder in Hannover veranschlagt.  Fast die Hälfte des Etats würde jetzt für das Fössebad ausgegeben werden.

Schon erheben sich aus den Reihen von Rot-Grün Stimmen, die eine Erhöhung des Gesamtbudgets für die Bädersanierung fordern. Man könne in Hannover auf keine Wasserfläche verzichten, heißt es vonseiten der Grünen. Ein Schließen des Fössebads komme daher nicht in Betracht.

Mit dem baufälligen Misburger Bad hat die Stadt Hannover eine weitere Großbaustelle zu stemmen, vermutlich mit Kosten im zweistelligen Millionenbereich. Kämmerer Marc Hansmann (SPD) hat angedeutet, dass Sanierung oder Neubau des Bads aus einem anderen Topf bezahlt werden können. Die Stadt will Kredite aufnehmen, um mehr Investitionen zu stemmen. 500 Millionen Euro sollen innerhalb der kommenden zehn Jahre zusätzlich ausgegeben werden, vor allem für Schul- und Kitabauten. Das sei angesichts einer wachsenden Stadt nötig, begründet die Stadtspitze die Neuverschuldung. Möglicherweise wird aus dem Topf auch der Neubau oder die Sanierung des Fössebads bezahlt.

Wie geht's weiter mit dem Bei Chez Heinz?

Sollte sich die Ratspolitik tatsächlich für Abriss und Neubau des Fössebads entscheiden, sind die Tage des Musikklubs Bei Chez Heinz in den Kellerräumen des Bads gezählt. Denn ein Neubau-Konzept hat keinen Platz für das Veranstaltungszentrum. Lediglich bei einer Sanierungslösung hätte der Klub die Chance, am Standort zu bleiben. Der Musikklub würde gewissermaßen mitsaniert. Ob und wie es nach einem Abriss für das Chez Heinz weitergeht, ist unklar. "Ich kann mit Chez Heinz nicht in einem Neubau vorstellen", sagt SPD-Sportpolitikerin Peggy Keller.

2017 läuft der Mietvertrag für das Chez Heinz ohnehin aus. Jetzt deutet sich aber eine Verlängerung an, bis die Bauarbeiten beginnen. Viele Gäste hatten in den vergangenen Wochen ihre Unterstützung für den Klub bekundet. Auch Kulturdezernent Harald Härke gab sich zuversichtlich, dass im Zweifelsfall ein alternativer Standort gefunden werden könne. "Das Chez Heinz wird weiter existieren", sagte Härke.

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