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Handwerk arbeitet „am Anschlag“

Gute Auftragslage Handwerk arbeitet „am Anschlag“

Das Handwerk in der Region Hannover verzeichnet eine so gute Auftragslage wie lange nicht. Davon profitieren besonders Branchen in den Bereichen Bau und Ausbau, zum Beispiel Maurer, Installateure oder Maler.

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Jede Menge Arbeit: Heizungsbauer Holger Kutschera installiert eine Brennwertanlage in einem Haus in der Kleinen Pfahlstraße in der List.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. „Die Betriebe stecken voll mit Arbeit“, sagt Sabine Wilp, Sprecherin der Handwerkskammer Hannover. Bei den Unternehmen ist die Stimmung entsprechend gut. „Wir arbeiten am Anschlag“, sagt der Obermeister der Maler- und Lakierer­innung Hannover, Ralph Sensig aus Langenhagen. Die Firmen hätten es mit einem Boom zu tun, der bereits seit einiger Zeit anhalte.

Verantwortlich dafür sind in erster Linie private Hausbesitzer, die derzeit wie noch nie sanieren und restaurieren. „Das Geld sitzt locker“, berichtet Sensig. Wie viele seiner Kollegen vermutet er als Ursache dafür die niedrigen Sparzinsen. Die Kunden wollten offenbar lieber in schönere vier Wände investieren, als das Geld bei den derzeitigen Konditionen auf dem Bankkonto liegen zu lassen, meint der Malermeister. Laut der Wirtschaftsauskunftei Creditreform haben bei einer bundesweiten Umfrage unter Handwerksbetrieben zwei Drittel der Befragten für ihre Geschäftslage die Noten „sehr gut“ und „gut“ vergeben. Bereits seit dem Jahr 2011 liege die Anzahl der Betriebe mit steigenden Umsätzen über der derjenigen, deren Umsätze sinken.

„Die Leute geben das Geld leichter aus“, berichtet auch der hannoversche Innungsobermeister für Sanitär- und Heizungstechnik, Kai-Uwe Henneberg. Es werde einfach mehr investiert als in früheren Jahren. Bisher sei es eher darum gegangen, mal ein Waschbecken oder eine Duschkabine auszutauschen, damit es im Bad schöner aussieht. „Jetzt werden gleich die Bäder komplett neu gemacht“, berichtet Henneberg. Das wirke sich positiv auf die gesamte Branche aus.

Sensig beobachtet eine ähnliche Tendenz wie sein Kollege. Hätten die Hausbesitzer in früheren Jahren vielleicht mal eine Wand im Wohnzimmer neu gestaltet und dafür rund 1000 Euro ausgegeben, gebe es jetzt etliche Aufträge, bei denen gleich das ganze Wohnzimmer neu gemacht werden soll - und nicht selten auch gleich die ganze Etage. Auch bei den Materialien werde nicht mehr gespart. Raufasertapeten würden nur noch in Mietwohnungen an die Wände geklebt. Die Hausbesitzer wollten hochwertige und hochpreisige Tapeten.

Malermeister Sensig und Sanitärfachmann Henneberg vermuten hinter den hohen Auftragszahlen neben dem locker sitzenden Geld auch den Trend, das eigene Zuhause so gemütlich wie möglich zu gestalten. „Ich merke bei der Beratung, dass die Kunden sich Wohlfühloasen schaffen wollen“, sagt Sensig.

Der Boom im Handwerk führt aber auch zu einem Problem. Wie auch viele andere Handwerker würde Installateurmeister Henneberg derzeit gern neue Mitarbeiter einstellen. „Uns fehlt aber der Nachwuchs“, sagt er. Das ist in der ganzen Branche ein Problem. Nach Angaben von Creditreform-Hauptgeschäftsführer Volker Ulbricht leiden rund 50 Prozent der Handwerksbetriebe unter dem Fachkräftemangel - Tendenz steigend.

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