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Ohne Demo schlechte Noten?

Schüler solidarisieren sich mit ihren Lehrern Ohne Demo schlechte Noten?

Die für kommenden Dienstag angekündigte Schülerdemonstration gegen die Mehrarbeit von Lehrern hat an einigen Gymnasien zu heftigen Diskussionen geführt. Ein Konfliktpunkt: Die Protestaktion beginnt um 9.30 Uhr, also mitten in der Unterrichtszeit.

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Bereits am vergangenen Sonnabend hatten Lehrer am Kröpcke einen Flashmob gegen Mehrarbeit veranstaltet.

Quelle: Ditfurth

Hannover. An manchen Gymnasien hat die Schülervertretung (SV) deshalb in den Klassen Infobriefe für die Eltern verteilt. In einem Vordruck können die Erziehungsberechtigten ankreuzen, ob ihr Kind entschuldigt zur Demo geht oder nicht teilnimmt. An der Elsa-Brändström-Schule hatten die Schülersprecher extra hervorgehoben, die Teilnahme sei „aber natürlich freiwillig“.

In der Innenstadt haben sich am Sonnabend rund 300 Lehrer versammelt um gegen die geplante Ausweitung der Unterrichtsstunden zu demonstrieren.

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Manche Eltern fühlen sich und ihre Kinder dennoch durch das Vorgehen zur Teilnahme gedrängt. Die Demo sei einseitig auf die Interessen der Lehrer ausgerichtet, sagt der Vater eines Sechstklässlers. „Lehrer haben aber eine Fürsorgepflicht, darauf zu achten, dass so eine Aufforderung nicht an zehn- oder elfjährige Kinder rausgeht.“ Eine Demonstration für die Anliegen der Lehrer – welche Eltern wollten sich schon offen dagegen aussprechen? Nicht viele, vermutet der 45-jährige Vater. Schließlich könne einem keiner die Sorge nehmen, dass eine solche Haltung Nachteile bei der Notengebung für die Kinder nach sich ziehen kann.

Andere Eltern wiederum können diese Ängste kaum nachvollziehen. „Wir sind alle erwachsen genug, mit einem Demo-Aufruf umzugehen. Wenn Eltern das nicht richtig finden, müssen sie ihr Kind nicht mitschicken“, sagt Sabine Hedderich, Elternsprecherin der Bismarckschule. „Schüler lernen bei so einer Aktion aber manchmal mehr über Politik als im Unterricht.“

An einem Gymnasium im Umland haben einige Lehrer ihre Schüler aber offenbar tatsächlich ausdrücklich zum Demonstrieren aufgefordert. Die Eltern schritten ein, die Schulleitung untersagte den Lehrern, ihre Schüler zum Protest zu ermuntern – das wäre eine Manipulation von Abhängigen. Die Schülerdemo zur Unterrichtszeit sei eine Verletzung der Schulpflicht.

Das Kultusministerium betont, die Teilnahme an einer Demo rechtfertigt keine Beurlaubung vom Unterricht. Doch es lässt Hintertüren: Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit wiegt höher, wenn die Ziele der Demo zu einer anderen Uhrzeit weniger gut zur Geltung gebracht werden können. Im Zweifel entscheidet der Schulleiter, ob er die Entschuldigung akzeptiert oder der Schüler unentschuldigt fehlt.

Die SV der Kooperativen Gesamtschule Neustadt hat die Demo mit dem Motto „Schüler gegen Bildungswillkür“ organisiert. Die Schüler wenden sich gegen die Mehrarbeit für Gymnasiallehrer, weil sie Nachteile für sich selbst befürchten, wenn zum Beispiel in der Folge kaum noch Junglehrer eingestellt werden. „Uns geht es um Bildungschancen. Kein Lehrer hat uns dazu angestiftet“, sagt die 17-jährige Jella Misera. 

Die SV der Käthe-Kollwitz-Schule lehnt die Demo-Teilnahme dagegen ab. Stattdessen schlagen die Jugendlichen in einem Brief an Kultusministerin Frauke Heiligenstadt einen Dialog vor, der den Konflikt zwischen Politik, Schülern und Lehrern beilege. Ihre Vorstellung dazu: Mehrarbeit für Lehrer: ja. Aber dafür soll das fünfte Abi-Prüfungsfach abgeschafft und die maximale Klassengröße bis zum Jahr 2018 auf 26 Schüler gesenkt werden.

dpa4

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