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Diskutieren Sie mit uns die Freilauf-Frage!

HAZ-Forum unter freiem Himmel Diskutieren Sie mit uns die Freilauf-Frage!

Ist der Leinenzwang für Hunde in der Brut- und Setzzeit angemessen? Kann er angesichts frei laufender Katzen und mähender Landwirte etwas bewirken? Oder müsste er gar strenger überwacht werden? Das Thema wird unter HAZ-Lesern heiß diskutiert. Wir wollen die Debatte live weiterführen und laden zum HAZ-Forum – erstmals unter freiem Himmel, nämlich auf der Alten Bult.

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Nicht ohne meine Leine: Hündin Jodie auf einer hannoverschen Wiese - das Bild entstand außerhalb der Brut- und Setzzeit.

Quelle: Sabine Gurol

Hannover. Weil die Zuschriften vielfältig und sehr differenziert sind, haben wir uns entschieden, die Diskussion live mit Ihnen weiterzuführen:

Wir laden Sie zum HAZ-Forum am letzten Tag der Brut- und Setzzeit ein, am Mittwoch, 15. Juli, ab 17 Uhr.

Und weil dieses Thema nicht in geschlossene Räume gehört, sondern unter freien Himmel, haben wir einen besonderen Ort für Sie ausgewählt: Wir diskutieren mit Ihnen auf der Alten Bult, Hannovers heimlicher Hundeauslaufwiese , die eigentlich ein Landschaftsschutzgebiet ist. Die Stadt hat eine Ausnahmegenehmigung zur Nutzung der Grünfläche erteilt.

Mit uns diskutieren Heinz Pyka, Stadtjäger aus Hannover, und Professor Ingo Nolte, Kleintiermediziner von der Tierärztlichen Hochschule. Pyka prangert an, dass sich viele Hundehalter nicht an die Regeln halten und aus Liebe zu ihrem Tier andere Tiere gefährden. Nolte arbeitet mit einer Hundeliebhaberinitiative daran, den Leinenzwang zu lockern - er setzt auf mehr Verantwortung bei den Hundehaltern und hat erste Gespräche mit dem Land geführt. Zusätzlich laden wir weitere Mitdiskutanten ein. Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion mit Ihnen!

HAZ-Forum, Mittwoch, 15. Juli, 17 Uhr, Alte Bult hinter dem Kinderkrankenhaus im Bereich Hiroshima-Hain. Eine Anmeldung ist nicht nötig, Kosten entstehen nicht. Es sind keine Sitzgelegenheiten vorhanden: Bringen Sie sich gern eine Picknickdecke oder einen Dreibeinhocker mit.

Hundehalter dürfen ihre Hunde mitbringen, Radfahrer ihre Räder, Eltern ihre Kinderwagen, Spaziergänger ihre Spazierstöcke.

Leserbriefe zum Thema Leinenzwang

Der Bericht über drei von Hunden gerissene Rehe am Südrand Hannovers hat zu Wochenbeginn viele Leser aufgeschreckt - und ein vielfältiges Echo ausgelöst, das wir hier in Auszügen wiedergeben.

Von einem Zwang kann keine Rede sein

Die Debatte über den Leinenzwang für Hunde verfolge ich mit Unverständnis. Um meinen täglichen Eindruck mit einer Zahl zu unterlegen, habe ich am Kanal zwischen Westpreußenufer und General-Wever-Straße zwischen 10 und 11.15 Uhr angeleinte Hunde gezählt. Es waren sieben – von achtzehn. Da kann doch von einem Zwang nicht die Rede sein.
Hannover, Eckhard Fließbach

Wir haben die Verordnungen – bitte mehr Kontrollen!

Wir haben einen viereinhalb Jahre alten Elo. Die Rasse soll angeblich keinen Jagdtrieb haben – dummerweise weist die Ahnentafel unseres Hundes eine Samojedin auf. Im Alter von 15 Monaten ließ mich unser Hund das erste Mal im Wald stehen, weil er meinte, er müsse hinter einem Hasen her. Das passierte in den folgenden Wochen noch ein paar Mal (die Hasen waren immer schneller), und wir entschlossen uns, einen Antijagdkurs in einer der erfahrensten Hundeschulen der Stadt zu belegen. Leider zeigte sich unser Elo davon wenig beeindruckt, und wir beschlossen, ihm 365 Tage im Jahr Leinenzwang zu verordnen. Das heißt aber auch: sehr viele Fahrradtouren, keine unter zehn Kilometer, lange Spaziergänge mit Nature Agility Einlagen (für die geistige Auslastung) und natürlich einmal in der Woche klassisches Agilitytraining in Benthe.

Will sagen: Ich unterstütze als Hundebesitzerin ausdrücklich den Leinenzwang in der Brut- und Setzzeit. Hundehalter sind dann natürlich verpflichtet, mit ihrem Tier an der Schleppleine adäquat zu arbeiten. Und dazu haben die wenigsten Lust und Zeit. Aber trächtige Rehe, frisch geborene Wildkaninchen und -hasen zu reißen ist ein absolutes „no go!“. Unser Hund hat trotz ganzjährigen Leinenzwangs keine Macke, weil wir mit ihm arbeiten und ihn hunde- und artgerecht beschäftigen.
Wir haben die entsprechenden Verordnungen – dann bitte aber auch mehr Kontrollen, um selbige durchzusetzen. Ich habe in den letzten Jahren beobachtet, dass nur noch die wenigsten Hundebeitzer während dieser Zeit ihre Tiere anleinen. Aber die Rücksichtlosigkeit und Gedankenlosigkeit macht halt auch vor Hundebesitzern nicht halt.
Hemmingen , Claudia Göttler

Die Überschrift des Artikels ist übel dramatisierend

Nach dieser plakativen Überschrift bricht bestimmt wieder der altbekannte Shitstorm los: für und wider Hunde, für und wider Leinenzwang. Man sollte doch mal die Kirche im Dorf lassen: drei (!) durch Hunde verletzte Rehe im Jahr (!). Wie viele Wildtiere kommen zu Tode durch Autos oder Landwirte, die ihre Felder bestellen (müssen)? Die Überschrift dieses Artikels ist auf eine üble Weise dramatisierend und vermittelt den Eindruck, als wenn freilaufende Hunde massenhaft den Wildtierbestand dezimieren. Keiner kommt auf die Idee, während der Brut- und Setzzeit den Verkehr und die Landbewirtschaftung zu verbieten, den Katzen Haushaltung zu verordnen oder gar den Menschen das Wandern in der freien Natur zu verbieten.
Wunstorf , Kathrin Götze-Bühmann

Prozentsatz der Vorfälle ist sehr gering

Ich bin Hundebesitzer und somit „immer das Problem am oberen Ende der Leine“. Jede Woche lese ich die Artikel der Jägerschaft und kann es einfach nicht mehr hören. Letzte Woche habe ich meinen Hund auf Störche gehetzt und diese reißt mein Hund Rehe? In Hannover gibt es etwa 15 000 Hunde, das Umland nicht mitgezählt. In diesem Jahr wurden laut Jägerschaft drei Rehe von Hunden gerissen, also haben 0,02 % der Hundebesitzer versagt. Wie schafft es so eine Quote jede Woche wieder in die Presse?
Ab Ende Mai fängt der ortsansässige Landwirt in der Leinemasch an, mit seinem Traktor über die Wiesen zu fahren und Pestizide zu versprühen und mäht. Wie viele Rehkitze sterben dabei? Wie viele Gelege werden zerstört?   Laatzen , Ines Höner

Wie viele Rehe werden von Bauern niedergemetzelt?

Hunde über längeren Zeitraum nur an der Leine zu führen ist Tierquälerei, besonders für junge Hunde. Warum bringt man keine Statistik über Rehe, die im Verkehr verenden oder von Landwirten auf Feldern niedergemetzelt werden. Wenn Hunde an die Leine müssen, sind wir verpflichtet, große Auslaufflächen für die Hunde zu schaffen – in jedem Ort.
Hannover, Marion Meißner

Ein sehr bedrückender Anblick in der Natur

Meine Frau und ich spazierten am 1. März – einem Sonntagnachmittag – vom Hemminger Rathausplatz aus durch das Ricklinger Holz zurück nach Ricklingen, als wir plötzlich zwei Rehe sahen, die von einem hellbraunen, mittelgroßen Hund durch das Dickicht gehetzt wurden, hin und her, hin und her.
Das war ein sehr bedrückender Anblick, zumal wir keine Chance hatten, zu helfen. Es war eine lautlose Szene; man hörte nur das Knacken der Büsche und in der Ferne das Rufen des Hundehalters.
Wir mögen Hunde gern, aber es sind Erlebnisse wie diese, die zeigen, warum eine Lockerung des Leinenzwangs nicht richtig sein kann. Und das Problem auf den hochbetagten Rentner und sein Pudelchen zu reduzieren und auf eine „erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität (der Hunde)“ während der Zeit des Leinenzwangs zu verweisen, ist angesichts der Nöte des Wildes und vor allem auch der in der Leinemasch brütenden Wasservögel schon ein starkes Stück.
Hannover, Wilhelm Ohlendorf

Hundehalter müssen Verantwortung zeigen

Der Hund gehört seit etwa 40 000 Jahren zum Menschen. Und hier bei uns in Europa begann damals vermutlich sogar die Domestikation vom Wolf zum Hund. Ernst zu nehmende Forscher stellen die These auf, dass der Mensch durch das Zusammenleben mit dem Hund erst zu dem sozialen Wesen werden konnte, das er ist. Der Hund war, ist und bleibt untrennbar mit dem Menschen verbunden.
Hunde sind Jäger, und dennoch brauchen wir keinen generellen Leinenzwang. Zu keinem Zeitpunkt im Jahr darf ein Hund unkontrolliert jagen und zu jeder Zeit im Jahr hat der Halter das zu regeln. Hunde sind erziehbar, der Erfolg einer guten Erziehung ist überprüfbar. Wirklich.
Die Hundehalter müssen Verantwortung übernehmen, sie müssen trainieren und sich und ihren Hunden zutrauen, dem gewachsen zu sein. Ein großer und deshalb unauffälliger Teil der Hundehalter tut das und ist zutiefst entsetzt über die rücksichtslosen Mitmenschen, die ihre Hunde unkontrolliert machen lassen und für berechtigte Kritik sorgen. Hunde können kontrolliert Rettungshundearbeit machen mitten in wildreichen Gebieten, ohne auch nur ans Jagen zu denken. Hunde können Fährten folgen und vermisste Personen finden, ohne sich von der verführerisch riechenden Wildspur verleiten zu lassen. So etwas kann man mit seinem Hund erarbeiten! Ein Generalverdacht gegen alle Hundehalter, die ihre Hunde im Freilauf führen, ist also nicht gerechtfertigt.  
Hannover, Britta Schumann

Anleinen! Denn Wildtiere gehören zur intakten Natur

Zu intakter Natur gehören Wildtiere:  Rehe, Hasen, Vögel: Wir sollten sie schützen vor frei laufenden Hunden. Das gilt genau so in Wohngebieten, wenn sich, wie in Altwarmbüchen, ein junger Rehbock hierhin verirrt. Dann müssen die Hunde angeleint werden. Unverständlich die Aussage einer Hundebesitzerin: Der Rehbock hat hier nichts zu suchen.
Isernhagen , Brigitte Werk

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Veröffentlichungen in dieser Rubrik sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Damit möglichst viele Leser zu Wort kommen, müssen wir Leserbriefe gelegentlich kürzen. Bei allen Einsendungen bitten wir um Angabe der vollständigen Absender­adresse.

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Diskussion über Leinenzwang
Für und Wider des Leinenzwangs in der Brut- und Setzzeit sind Dauerthema bei Hundehaltern.

Stadtjäger Heinz Pyka schlägt vor, Flächen wie die Alte Bult und Ricklinger Kiesteiche freizugeben, damit Hunde in Hannover mehr Auslaufflächen ohne Leinenzwang haben. Seine Hoffnung: Dadurch würden während der Brut- und Setzzeit Rehe und Vögel in den übrigen Schutzgebieten von frei laufenden Hunden eher verschont.

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