An anderen Tagen geht es an den Schaltern der HAZ-Geschäftsstelle im Anzeiger-Hochhaus ums Zeitungsgeschäft: Hier werden Kleinanzeigen aufgegeben, Abonnements geschrieben und HAZ-Bücher und DVDs verkauft. An diesem Abend aber tragen die Tische schwarze Decken, und die ausgestellten Objekte, sind echte Kunst: Die „HAZ-Kunststücke“, eine Edition, die elf namhafte Künstler exklusiv für die Weihnachtshilfe der HAZ in einer kleinen Auflage von jeweils zwölf Exemplaren aufgelegt haben, sind bei den Lesern so gefragt, dass das Telefon in den vergangenen Tagen einfach nicht still sein wollte. Die Reservierungen waren dann auch weitaus zahlreicher als die Auflage.
Und so sind viele Interessenten in die Geschäftsstelle gekommen, um dabei zu sein, wenn ihr Lieblingsstück auf ihren Namen ausgelost wird. Brit Fromm etwa steht mit ihrer Tochter Nora und ihrem Sohn Jonas etwas abseits, und irgendwie kann man der Familie ansehen, dass Mutter und Geschwister innerlich die Daumen fest gedrückt halten. Als HAZ-Redakteur Daniel Behrendt, der die Aktion organisiert hat, schließlich mit der Auslosung beginnt und für das Werk von Andrea von Lüdinghausen den Namen Fromm aufruft, jubelt die Familie begeistert. Für 149 Euro, von denen 99 Euro der HAZ-Weihnachtshilfe und damit bedürftigen Menschen in der Region zugutekommen, dürfen sie das Werk „Laub“ mit nach Hause nehmen. Die digitale Montage mit den Blüten und der Bulldogge soll demnächst im Esszimmer der Familie hängen. „Sie ist ein Weihnachtsgeschenk für meinen Mann“, sagt Brit Fromm.
Nun geht es munter weiter, ein Kunstwerk nach dem anderen geht in die Hände glücklicher Besitzer über. Und fast jeder Käufer hat eine kleine Geschichte zu seinem Werk zu erzählen: Sigrid Rubbel-Göttsche etwa ist unter einem Vorwand zum HAZ-Kunstmarkt in die Goseriede gekommen, auch sie will ein Geschenk für ihren Mann kaufen. „Er kennt die Künstlerin Christiane Möbus“, sagt die Käuferin, als sie die Fotografie in den Händen hält. Da steht ihr Mann Frank-Egbert Rubbel längst neben ihr: Auch er ist überraschend der Einladung zu der Aktion gefolgt und weiß nun bereits, was er zu Weihnachten bekommt. „Das Bild bekommt einen wunderschönen Platz“, sagt er.
Künstler Siegfried Neuenhausen, der einige Skulpturen für die HAZ-Edition gestiftet hat und gemeinsam mit Künstlerkollege Timm Ulrichs zum Verkauf gekommen ist, schreitet zur Tat, als die Zeichnungen von Sonja Alhäuser aufgerufen werden. Später soll das kleine Format an einer Wand bei ihm zu Hause in Hainholz hängen, als weiteres Werk einer Galerie junger Künstler. Petra Thürnagel hingegen ist spontan gekommen, die Abbildung eines Lichtkunstwerkes des Künstlerpaares Goulbier habe ihr besonders gut gefallen. Dass es später gemeinsam mit einem anderen Werk in ihrem Rucksack steckt, ist keine Ausnahme an diesem Abend. Manche nutzen die Gelegenheit und begründen mit den HAZ-Kunststücken eine kleine Sammlung. Am begehrtesten ist sicherlich Timm Ulrichs Lampe „Lakoon“, eine Skulptur aus einem großen Kabelknäuel. Mehr als 30 Leser haben sich für eines der zwölf Exemplare angemeldet. Deshalb ist es kein entspanntes Abwarten, sondern eher gebannte Stille, als HAZ-Mitarbeiter Jan Sedelies endlich den Zuschlag gibt: „Das bin ja ich“, entfährt es Lothar Weinreich in die gebannte Stille – und dann folgt ein begeisterter Applaus.
HAZ.de Anmeldung
Kommentare
Hinweis HAZ.de – 24.11.09
Danke für den Hinweis, der Fehler ist korrigiert worden.Kunstücke AB – 24.11.09
Das Einschalten der Rechtschreibprüfung ist keine Schande.