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Aus der Stadt Wie viel NS-Vergangenheit darf sein?
Hannover Aus der Stadt Wie viel NS-Vergangenheit darf sein?
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20:14 25.11.2015
Die Besucher des HAZ-Forums waren überwiegend dafür, die Straßen nicht umzubenennen.  Quelle: Surrey
Hannover

Beim HAZ-Leserforum im Historischen Museum sagte Karljosef Kreter vom städtischen Projekt Erinnerungskultur, dass es Ehrungen durch Straßennamen gebe, die einer "modernen Gesellschaft nicht mehr anstehen". Als Beispiel nannte Kreter Agnes Miegel. Unterstützung bekam er von Michael Fürst vom Landesverband jüdischer Gemeinden. "Ich kann nicht verstehen, wenn sich Bewohner der Straße für eine tatkräftige Unterstützerin des NS-Regimes wie Miegel einsetzen", sagte er.

Ratsmitglied Maximilian Oppelt berichtete von einer Umfrage der CDU in von einer möglichen Umbenennung betroffenen Straßen: 94 Prozent der Anwohner hätten sich darin für die Beibehaltung der bisherigen Namen ausgesprochen. Der hannoversche SPD-Vorsitzende Alptekin Kirci sprach sich in der Debatte für die Umbenennung der Hindenburgstraße in Helmut -Schmidt-Straße aus. Hoffentlich treffe der Bezirksrat diese mutige Entscheidung, sagte Kirci.

Die Besucher des HAZ-Forums waren überwiegend dafür, die Straßen nicht umzubenennen. Beispielsweise sprach dich Wilhelm Martz in der von HAZ-Redakteur Simon Benne geleiteten Diskussion dafür aus, umstrittene Straßennamen auf einer Tafel unter dem Namensschild zu erklären.

Beirat empfiehlt Umbenennung von zehn Straßen

Anfang Oktober hatte ein vom Rat der Stadt eingesetzter Beirat empfohlen, zehn Straßen umzubenennen. Der Grund: Die Namenspatronen haben entweder aktiv am Nazi-Regime mitgewirkt oder haben gegen die Menschlichkeit verstoßen. Im Anschluss an die Veröffentlichung der Empfehlungen des Beirates war eine emotionale Debatte geführt worden.

Beispielsweise hatte die Firma Pelikan entsetzt darauf reagiert, dass der Straßenname Fritz-Beindorff-Allee verschwinden soll. Es gebe bisher keine Forschung, die eine persönliche Schuld des Firmenpatriarchen belegten, hatte Pelikan-Vorstand Frauke Wandrey gesagt. Sie hatte verlangt, zumindest die wissenschaftliche Aufklärung abzuwarten. Aus Sicht des Beirates war in diesem Fall die Faktenlage allerdings erdrückend: Als Firmenchef habe Beindorff ohne Notwendigkeit die Zwangslager zur Steigerung der Produktion genutzt.

Für diese Straßennamen empfiehlt der Beirat die Umbenennung: Fritz-Beindorff-Allee, Julius-Brecht-Straße, Sauerbruchweg, Sohnreystraße, Uhlenhuthweg, Hindenburgstraße, Zur Hindenburgschleuse, Franziusweg, Frenssenufer und Miegelweg.

Im April war der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz vor dem Landtag umbenannt worden. Wegen der NS-Vergangenheit des ersten niedersächsischen Ministerpräsidenten hatte sich der zuständige Stadtbezirksrat Mitte im vergangenen Jahr für eine Umbenennung entschieden. Seit heute heißt der Platz vor dem Parlament Hannah-Arendt-Platz - benannt nach der jüdischen Philosophin Hannah Arendt.

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