Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Hannovers helfende Hände

Leinestern 2015 Hannovers helfende Hände

Von heute an können HAZ-Leser für den Freiwilligen des Jahres abstimmen, der den „Leinestern 2015“ erhalten soll. Bis einschließlich Dienstag, 7. Juli, sind die jeweiligen Telefonnummern der Kandidaten freigeschaltet. Im folgenden stellen wir die einzelnen Kandidaten vor.

Voriger Artikel
Mann überfällt Taxifahrerin
Nächster Artikel
Keine Festnahmen bei Waffen-Razzia

Das bekommt der Sieger: Der „Leinestern“, eine Bronzeskulptur der Bildhauerin Ulrike Enders.

Quelle: Emine Akbaba

Hannover. Das Freiwilligenzentrum Hannover und die Stiftung Sparda-Bank Hannover suchen in diesem Jahr den Freiwilligen des Jahres. Eine Jury hat acht passende Kandidaten ausgewählt, die wir Ihnen heute in Kurzporträts vorstellen. Bei der Wahl geht es um den sogenannten „Leinestern“, eine Bronzeskulptur der Bildhauerein Ulrike Enders. Die HAZ-Leser können von heute an über den Freiwilligen des Jahres abstimmen.

Bis einschließlich Dienstag, 7. Juli, sind die jeweiligen Telefonnummern der Kandidaten freigeschaltet. Wählen Sie einfach die Nummer zu Ihrem Wunschkandidaten wie angegeben. Ein Anruf kostet 50 Cent aus dem Telekom-Festnetz, Preise für Mobilfunk können abweichen. Auch mehrfache Anrufe sind erlaubt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Jeder Anruf wird gezählt. Sie müssen keine persönlichen Daten hinterlassen.

Alle Kandidaten im Überblick

Gutes aus dem Garten

Kornelia Stock: (01 37) 9 79 64 24 01

Kornelia Stock schult Interessierte in Hannovers Vermehrungsgarten: Der Vermehrungsgarten liegt etwas unscheinbar hinterm Deich in der Ricklinger Masch. An mindestens zwei Tagen der Woche aber sieht man dort Menschen emsig ackern – im Wortsinne. Immer dabei: Kornelia Stock, die sich mit dem Gartenprojekt einen Traum erfüllt hat. „Man muss doch das Wissen über unsere einheimischen Pflanzen bewahren und weitergeben“, sagt sie.
Kornelia Stock kümmert sich um die alten Pflanzensorten. „Die Sorten, die von Familien seit über 100 Jahren in ihren Gärten gepflegt werden.“ Ein Buch gab vor 30 Jahren den Anstoß, sich mit dem Ursprung unserer Nahrung zu beschäftigen.
Inzwischen gibt Stock seit zwölf Jahren Kurse, engagiert sich in ihrem Lindener Kleingartenverein als Fachberaterin, lädt aber vor allem dienstags und sonntags ab 14 Uhr zum gemeinsamen Gärtnern in den Vermehrungsgarten ein. Tomaten, Bohnen, Salat, Kräuter, natürlich Mangold und sogar die Erdbirne (eine Bohne) werden dort vermehrt. „Viele Leute sagen, dass ihnen die Arbeit an der frischen Luft guttut“, sagt die studierte Sozialpädagogin: „Und mir macht es Spaß, den Leuten etwas mitzugeben.“ med

„Nachwuchssorgen haben wir nicht“

Friedrich Engelmann: (01 37) 9 79 64 24 02

Friedrich Engelmann leitet seit 38 Jahren das Mandolinen- und Gitarrenorchester Empelde: In dieses Ehrenamt ist Friedrich Engelmann gewissermaßen reingewachsen. „Mein Vater hat das Mandolinen- und Gitarrenorchester 1927 gegründet“, sagt er. Als Heranwachsender habe er sich selbst oft quälen müssen, gesteht er – aber seit er 18 ist, ist er mit Herzblut dabei, und seit mittlerweile 38 Jahren leitet er die Proben.
Während anderswo darüber geklagt wird, dass die Jugend nur noch auf ihre Smartphones starrt, sagt Engelmann: „Nachwuchssorgen haben wir nicht.“ Insgesamt etwa 80 Gitarren- und Mandolinenspieler musizieren in seinem Orchester – 35 im Hauptorchester, 25 in der Jugendgruppe, 20 im Kinderorchester. Natürlich gehe es nicht ohne Eltern, die ihre Kinder aktiv bestärken beim Musizieren. „Und wir merken auch, dass es Mode geworden ist, heute weniger zu Hause zu üben“, sagt der 61-Jährige: „Früher war das Fernsehen unsere Konkurrenz, heute sind es eben Computer und Smart-phones.“ Er hat aber seinen Weg gefunden, die Begeisterung beim Nachwuchs nicht erlöschen zu lassen. „Wir bringen sie ganz schnell dazu, im Orchester zu spielen – das motiviert“, sagt er. Für den Anfang gebe es vereinfachte Stimmsätze, „manchmal nur mit Leersaiten – dabei sein ist eben alles“.
Im echten Beruf war Engelmann übrigens Gärtner, angestellt bei der Stadt Hannover. Seit Neuestem ist er im passiven Teil der Altersteilzeit – und kann sich daher noch stärker auf sein Ehrenamt konzentrieren. med

Ehrenämter als Lebensaufgabe

Heinrich Bock: (0137) 9 79 64 24 03

Heinrich Bock ist Lesementor, Integrationslotse und Helfer: Für Heinrich Bock ist ehrenamtliches Engagement mehr als ein Zeitvertreib. Es ist eine Lebensaufgabe. Mit 55 wurde der Maschinenbauingenieur in Rente geschickt, sein Arbeitgeber war insolvent. Bock pflegte seine kranke Frau, suchte nach Sinn, trank. „Die letzte Bitte meiner Frau war, dass ich nicht selbst zum Pflegefall werden sollte“, erinnert sich Bock in seinem Garten in Empelde. Also rappelte er sich auf, begann sich zu engagieren. Seit drei Jahren ist er Lesementor an der Marie-Curie-Schule, erledigt Einkäufe für Menschen mit Handicap, kümmert sich um einen schwer Demenzkranken. Bock empfängt als sogenannter Intergrationslotse Asylbewerber und hilft ihnen bei Amtsgängen. Er spielt Kasperletheater in Kindergärten. Und er lädt Senioren zu Vorträgen ein, in denen er über die Gefahren von Internetbetrug und Trickdieben warnt. Bock ist 77 Jahre alt, sein Kalender voll. Nur gegen Mittag gönnt er sich eine Pause. „Ich koche jeden Tag ein Gericht, das entspannt mich.“ Die vielen Ehrenämter strengen ihn nicht an. „Es macht Spaß und erfüllt mich.“ Beim Gedanken an seine Frau wird der agile Senior nachdenklich. „Ja, sie wäre sicher sehr stolz.“  jan

Helfen mit ausgebildeten Hunden

Nicole Brunner: (01 37) 9 79 64 24 04

Nicole Brunner hat einen Assistenzhunde-Verein gegründet, der Behinderten hilft: Seit ihrem zwölften Lebensjahr hat Nicole Brunner eine Muskelerkrankung und ist inzwischen auf einen Rollstuhl angewiesen. Bei ihren täglichen Aktivitäten hat sie Unterstützung von Cayenne, einer achtjährigen Assistenzhündin. Ob Brille abnehmen oder Socken ausziehen, ob Kühlschrank öffnen oder Lichtschalter betätigen – Cayenne ist eine „eine Riesenhilfe im Alltag“, wie Brunner stolz sagt. Um auch anderen Menschen eine derartige Hilfe zukommen zu lassen, hat die heute 39-Jährige im September 2011 den Verein Assistenzhunde Deutschland gegründet. Mit Cayenne geht sie zu Vorführungen in Schulen und Altenheimen, baut Hemmungen ab und wirbt für das Plastikdeckelsammel-Hilfsprojekt, mit dem die Anschaffung zusätzlicher Assistenzhunde finanziert wird. „Wir sammeln die bunten Dinger und tun damit auch Gutes für die Umwelt“, sagt Brunner. Recyclingunternehmen zahlen 2000 Euro für einen Container mit 7120 Kilogramm Plastikdeckeln. Das Geld wird dringend benötigt – der Preis für die beim französischen Verein Handi Chien ausgebildeten Hunde liegt inklusive aller medizinischen Nebenkosten bei 13 600 Euro, deutsche Assistenzhunde sind gerne auch mal doppelt so teuer. Worauf die Wunstorferin stolz ist: „Den Verein gibt es jetzt etwas über drei Jahre, und wir konnten schon drei Helfer auf vier Pfoten finanzieren.“ med

Eine Leidenschaft für den Sport

Nina Traulsen - (01 37) 9 79 64 24 05

Nina Traulsen kümmert sich um hannoversche Talente: Turnen ist für Nina Traulsen nicht nur Sport. Es ist eine Leidenschaft. Schon mit zwölf Jahren hat sie sich in der Turnabteilung des VfL Eintracht Hannover engagiert, mit 13 hat sie einen Lehrgang für Übungsleiterassistenten absolviert, seit sie 18 Jahre ist, hat sie eine Lizenz als Leistungssporttrainerin im Bereich Geräteturnen. Sechs bis neun Stunden trainiert sie in der Woche ehrenamtlich Turngruppen, betreut Kreismeisterschaften und deutsche Meisterschaften, motiviert und betreut Kinder am Barren, Balken und Boden. „Für mich ist Sport eine der wundervollsten Möglichkeiten im Leben, Menschen zu vereinigen, Spaß zu haben, Persönlichkeit zu entwickeln und ein Gemeinschaftsgefühl entstehen zu lassen“, sagt die 22-Jährige. Besonders die Meisterschaften oder die jährliche Partnerstadtbegegnung mit Sportlern aus Bristol sind für Traulsen Höhepunkte ihrer Tätigkeit. Sie koordiniert Busfahrten, kümmert sich um Übernachtungen, hilft bei Problemen. „Wir sind eine große Turnerfamilie“, sagt Traulsen. Entsprechend fiel ihr Studienfach aus. Die Ricklingerin studiert Sport für das gymnasiale Lehramt. Ruhe gönnt sie sich dabei kaum. „Ich brauche Action. Und mache dann gern etwas Sinnvolles.“  jan

Ein Kampf gegen Diskriminierung

Hans-Jürgen Meyer - (01 37) 9 79 64 24 06

Hans-Jürgen Meyer reformiert als schwuler Pastor die Kirche: Das Jahr 1984 war für Pastor Hans-Jürgen Meyer der Beginn eines langen Kampfes. Eben war er noch Pfarrer in der Epiphaniasgemeinde in Bothfeld und in Pattensen. Dann wurde er suspendiert – er hatte seine homosexuelle Partnerschaft offen gelebt, wohnte mit seinem Partner im Pfarrhaus. Ein Präzedenzfall für die Landeskirche. 16 Jahre lang kämpfte Meyer gegen Vorurteile und eine Art Berufsverbot, wie er sagt. Erst auf Initiative der damaligen Landesbischöfin Margot Käßmann durfte er wieder als Pastor und Seelsorger arbeiten. „Ich bin nicht verbittert, wenn ich auf diese Zeit zurückschaue“, sagt der 66-Jährige. Er wollte etwas in der Kirche bewegen. „Und ich habe diese Aufgabe angenommen.“ Die mittlerweile entspanntere Position der Kirche gegenüber Homosexuellen empfindet Meyer als Genugtuung. Dennoch engagiert sich Meyer weiter als Sprecher der Ökumenischen Gemeinschaft von Schwulen und Kirche in der Gesellschaft, in der Lazaruslegion, einem christlichen Beistand für HIV-Infizierte und an Aids-Erkrankte, und beim Runden Tisch „Inklusion“. Er sagt: „Wer für ein christliches Miteinander in der Gesellschaft einstehen will, der muss sich gegen jede Form der Diskriminierung engagieren.“ jan

Verantwortung für Flüchtlinge

Antonio Riccò: (01 37) 9 79 64 24 07

Antonio Riccò ist Autor und Aktivist für Flüchtlingshilfe: Der 3. Oktober 2013 war für Antonio Riccò ein besonderer Tag. Der ehemaliger Schulleiter und Autor von Theaterstücken, der seine Wurzeln in Italien hat, verfolgte die Nachrichten von der Flüchtlingstragödie vor Lampedusa. 366 Menschen ertranken. „Ich empfand Mitleid, aber auch Mitverantwortung. Ich schämte mich für das, was passiert war.“ Er sprach mit Freunden, sie wollten etwas als Gruppe „Unser Herz schlägt auf Lampedusa“ tun, ein Zeichen gegen die europäische Flüchtlingspolitik setzen. Riccò sammelte Zeugenaussagen, Berichte. Er konzipierte die szenische Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“, eine Lesung, die so aufgebaut ist, dass sie ohne Schauspieler aufgeführt werden kann. Der Eintritt ist immer kostenlos. Im Anschluss wird für Flüchtlingsorganisationen gesammelt. Riccò hatte nur zehn Lesungen geplant. Mittlerweile sind 67 absolviert, 20 000 Euro wurden gesammelt, Kinder und Politiker übernahmen schon die Rollen in der Lesung, es gibt Übersetzungen. Die Gruppe engagiert sich ehrenamtlich. 40 weitere Lesungen sind schon geplant. „Nach der Lesung herrscht meist Stille, die Menschen wirken gelähmt, und wir sprechen darüber, wie Flüchtlingen geholfen werden kann“, sagt Riccò.  jan

„Ein Stadtteil muss doch leben“

Rita Welker: (0137) 9 79 64 24 08

Rita Welker, aktiv im Kulturtreff Roderbruch: „Ich bin das Mädchen für alles“, sagt Rita Welker, und außer Bescheidenheit schwingt auch Stolz mit. Vor 30 Jahren ist sie mit ihrem Mann in das damals neue Wohnviertel gegenüber der MHH gezogen, den Roderbruch. „Es war ein neuer Stadtteil, hier passierte nichts“, sagt sie. Und so ergriff sie mit einigen Mitstreitern die Initiative und gründete einen Kulturtreff. Der hat heute vier Angestellte, 30 Honorarkräfte, bietet 60 regelmäßige Kurse und noch viel mehr Freizeitveranstaltungen – vom Literaturabend bis zum Ausflug, vom Kaffeekränzchen bis zum Flohmarkt.
Der Kulturtreff Roderbruch ist der älteste der Stadt. Die Bürgergemeinschaft Roderbruch hat ihn in einer ehemaligen Garage eingerichtet, nachdem dort ein Edeka-Markt ausgezogen war. „Wir haben die Räume in Eigenregie umgebaut“, sagt die 73-Jährige.
Sie war lange im Vorstand, für ein gutes halbes Dutzend Jahre sogar Vorsitzende des Trägervereins. Sie organisiert den Einsatz der Ehrenamtlichen, backt Waffeln und Kanapees, organisiert den Flohmarkt und jätet Unkraut im Vorgarten. Dass sie vorgeschlagen wurde für den Ehrenamtspreis, ist der ehemaligen Rossmann-Kassiererin eher unangenehm: „Ich bin da vielleicht etwas überbewertet worden“, sagt sie. Dass ihre Arbeit wichtig ist, davon ist sie hingegen überzeugt: „Ein Stadtteil muss doch leben.“ med

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Nacht der Pferde auf der Pferd & Jagd 2016

Am Freitag zeigten sich 3740 Zuschauer bei der Nacht der Pferde auf der Pferd & Jagd begeistert. Harmonie zwischen Mensch und Pferd, atemberaubende Kunststücke – 150 Pferde und 60 Akteure sorgten für Gänsehautstimmung.