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Wer soll den Leinestern gewinnen?

Ehrenamtpreis Wer soll den Leinestern gewinnen?

Von heute an können HAZ-Leser für die Freiwilligen des Jahres abstimmen. 
Mit dem Leinestern zeichnet das Freiwilligenzentrum alle zwei Jahre Ehrenamtliche in der Region aus. Die Gewinner der drei verschiedenen Kategorien erhalten den hannoverschen Ehrenamtspreis 2017.

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Quelle: Collage HAZ

Hannover. Mehr als 80 Bewerbungen sind für die drei Kategorien Soziales, Kunst und Kultur sowie Erziehung und Bildung eingegangen. Eine Jury hat jeweils drei Kandidaten ausgewählt – jetzt die HAZ-Leser gefragt. Bis einschließlich Mittwoch, 21. Juni, können Sie telefonisch abstimmen. Die Kandidaten mit den meisten Stimmen pro Kategorie erhalten den Leinestern. Die Telefonleitung sind von heute an geöffnet. Ein Anrufe aus dem Telekom-Festnetz kostet 50 Cent, Preise für Mobilfunk können abweichen. Auch mehrfache Anrufe sind erlaubt. Jeder Anruf wird gezählt. Sie müssen keine persönlichen Daten hinterlassen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

Das sind die Kandidaten:

Der Kampf für eine inklusive Gesellschaft

Sie streben eine Gesellschaft an, in der Menschen mit Behinderung nicht mehr außen vor bleiben: Christiane und Alfred Dröse leben mit ihren drei Kindern, eins davon mit Down-Syndrom, auf einem Bauernhof in einem Dorf bei Sehnde. Christiane Dröse, Lehrerin an einer berufsbildenden Schule, engagiert sich seit zwei Jahren im Vorstand des Vereins Mittendrin Hannover, der Inklusion für Kinder und Jugendliche anstrebt. Und sie ist seit sechs Jahren Vorsitzende des Elternvereins an der Schule ihres 18-jährigen Sohnes. Dort setzte sie eine Ferienbetreuung zur Entlastung der Eltern durch. Eine alleinerziehende Bekannte der Dröses mit einem behinderten Kind verlor ihren Arbeitsplatz, weil sie in der Ferienzeit keine Betreuungsmöglichkeit für ihr Kind fand. „Sie kämpft wie eine Löwin für ihre Ziele“, sagt Landwirt Alfred Dröse. Er kümmert sich als Vorstandsmitglied um Finanzierung und Aktionen des Vereins Down-Syndrom Hannover, der Eltern von Kindern mit dieser Erkrankung berät und unterstützt. „Die Leute sollen nicht das Gefühl haben, dass sie allein auf der Welt sind“, sagt der 53-Jährige. Der Verein organisiert auch Freizeitaktivitäten: gemeinsames Kegeln etwa, Wanderungen oder mehrtägige Familienausflüge. Auf dem Hof gibt es jährlich ein Familienfest mit etwa 200 Teilnehmern: Kälber dürfen gestreichelt werden, Strohberge erklommen. „Wir brauchen auch Angebote für die Geschwisterkinder, denn Inklusion fängt in der Familie an“, sagt Dröse. reu

Ehepaar Dröse: (01 37) 9 88 08 06 09     

Foto: Samantha Franson

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Mentor – ein Erfolg durch Zuhören

Die Idee des hannoverschen Buchhändlers Otto Stender hat bundesweit Nachahmer gefunden: Ohne Sprache ist alles Nichts, aber über Leseförderung lässt sich auch jungen Menschen aus bildungsfernen Schichten die Chance zur gesellschaftlichen Teilhabe eröffnen. Stender gründete 2003 in Hannover den Verein Mentor, in dem Leselernhelfer kooperieren und Schülern zuhören – was leider nicht in allen Elternhäusern selbstverständlich ist. Der Erfolg ist beeindruckend: Etwa 12 000 Leselernhelfer sind heute bundesweit aktiv, allein in der Region sind es aktuell 1850. Allerdings schrumpft die Zahl derzeit: Einige Aktive verabschieden sich aus Altersgründen. „Wir brauchen dringend neue Ehrenamtliche“, sagt Stender.
Bundesweite Aufmerksamkeit erreichte sein Mentor-Projekt, als Stender 2007 mit der Schülerin Vanessa in der ARD-Talkshow Anne Will auftrat. Das Mädchen aus schwierigen sozialen Verhältnissen hatte über Mentor die Liebe zum Buch entdeckt – und machte später Abitur, sie ist heute selbst Mentorin. Schirmherr des Vereins ist der Philosoph Richard David Precht, Prominente von Doris Dörrie bis Prinz Charles haben für Mentor geworben. med    

Otto Stender: (01 37) 9 88 08 06 03     

Foto: Irving Villegas

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Eine Botschafterin der Demokratie

Vor elf Jahren gründete Monika Dehmel den Verein Politik zum Anfassen, um Schülern zu zeigen, „wie spannend Politik sein kann, besonders wenn es um Probleme vor der Haustür geht“, sagt sie. Die dreifache Mutter ist ehrenamtliche Geschäftsführerin des Vereins mit einem 20-köpfigen Mitarbeiterteam. Ihr ist es wichtig, politische Bildung auch in die Schulen zu bringen, die dabei oft vernachlässigt werden, etwa Förderschulen. „Die Leute, die es am dringendsten nötig hätten, bleiben den Wahlen oft fern“, sagt die 44-Jährige. Der Verein versucht, mit Projekten wie Pimp Your Town gegenzusteuern. Seit 2009 sind bei diesem Planspiel etwa 5000 Schüler bundesweit in die Rolle von Kommunalpolitikern geschlüpft. Die von den Jugendlichen entwickelten Ideen gehen oft als Vorschläge in die Lokalpolitik ein. Jeder könne sich schließlich in die Kommunalpolitik einmischen, sagt Dehmel. Sie selbst schritt engagiert voran: Mit 29 Jahren wurde Monika Dehmel zur bis dahin jüngsten Ortsbürgermeisterin von Altwarmbüchen gewählt. „Ich weiß, dass manchmal schon ein kleiner Impuls ausreicht, um Wesentliches zu verändern“, sagt sie. reu

Monika Dehmel: (01 37) 9 88 08 06 02      

Foto: Florian Petrow

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Musikunterricht für 
300 Kinder

Wie ermöglicht man es auch Kindern aus benachteiligten Familien, ein Instrument zu lernen und so die Freude und das Gemeinschaftsgefühl von Musik genießen zu können? Unter dem Dach der Bürgerstiftung Hannover hat die Gehrdenerin Sabine Hartmann das Projekt der Musikpatenschaften (MuPa) ins Leben gerufen. Fast 300 Kinder haben bereits davon profitiert.
Anfangs waren es „Zeitspender“, die den Kindern selbst Instrumentalunterricht gaben. Später kamen Sponsoren hinzu, die die Kurse finanzierten – wobei das Geld nicht an die Familien, sondern direkt an die Unterrichtenden ausgezahlt wird. Weil das Erlernen eines Instruments viele Jahre dauert, sind etliche Kinder schon länger dabei. 2012 gründete sich das MuPa-Orchester, das wöchentlich im Freizeitheim Vahrenwald probt. 2014 brachte eine Instrumentenauktion zusätzliches Fördergeld. Inzwischen spielt das MuPa-Orchester selbst auch Benefizkonzerte. Die 72-jährige Initiatorin hat großes Talent, Menschen für ihre Projekte zu begeistern – und langjährige Erfahrung: Schon 1997 gründete Hartmann das inklusive Projekttheater Klatschmohn, bis heute ein Erfolg. med  

Sabine Hartmann: (01 37) 9 88 08 06 01       

Foto: Irving Villegas

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Viel Respekt
 für Flüchtlinge

Schon in den Achtzigerjahren hat sich Helmut Werner um Flüchtlinge in Hannover gekümmert. Er half Menschen aus Eritrea dabei, die deutsche Sprache zu lernen, eine Wohnung zu finden und mit Anfeindungen rechtsradikaler Gruppen umzugehen. Bis in die Neunzigerjahre hinein kämpfte er mit verbreiteten Vorurteilen gegenüber Ausländern – und gründete mit sozialen Einrichtungen in Döhren Aktionswochen gegen Neonazis mit dem Titel „Farbe bekennen“. Viele der Probleme von damals scheinen sich heute zu wiederholen. Also engagiert sich Werner weiterhin. Ehrenamtlich hilft er Flüchtlingen bei Deutschkursen und Amtsgängen. Unter dem Titel „Farbe bekennen“ versammelt er Freiwillige, die Musikunterricht anbieten und bei der Berufsfindung helfen. Am 8. März organisierte die Initiative einen Frauentag für Frauen aus Eritrea. „Wir durften erleben, wie Integration in der neuen Heimat und die Pflege der alten Heimat kein Widerspruch sind“, sagt Werner, der als Vorsitzender der Hip-Hop-Community bis heute mit Jugendlichen arbeitet. Aus der Rapkultur hat er seine Lebenseinstellung abgeleitet. „Es geht darum, Menschen mit Menschen in gegenseitigem Respekt zu verbinden.“  jan

Helmut Werner: (01 37) 9 88 08 06 08     

Kulturelle Vielfalt vor Ort – und für den Ort

Der 64-jährige Klaus Grupe hat ein Lebensthema: Er möchte seinen Mitmenschen kulturelle Vielfalt ermöglichen. Zunächst kümmerte er sich neun Jahre hauptberuflich als Kulturreferent der Stadt Hannover darum. Dann kam 1999 sein ehrenamtliches Engagement hinzu. Grupe gründete den Kulturverein Bauhof Hemmingen, in dem bis heute etwa 1700 Künstler auftraten, die von etwa 48 000 Zuschauern bejubelt wurden. „Wir wollten nicht nur Kultur konsumieren, sondern auch organisieren“, sagt er. Spielstätte ist der ehemalige Bauhof, die Werkstatt der Stadt Hemmingen. Grupe ist als Vorsitzender für das umfangreiche Programm verantwortlich. Im Bauhof treten etablierte Künstler wie der Kabarettist Sebastian Krämer oder The London Quartet auf. „Hier geht auch Klassik, obwohl der Ort früher eine Werkstatt war.“ Auch hannoversche Lokalgrößen wie Matthias Brodowy oder auch weniger bekannte Künstler treten auf. Im besten Fall sollten die Zuschauer mit jeder Vorstellung bleibende Erinnerungen mitnehmen, findet Grupe. „Das Leben besteht aus Erlebnissen. Jedes davon ist ein kleiner Schatz, den man immer bei sich trägt“, sagt er mit begeisterter Stimme. reu

Eine Stimme für die Kultur- und Kunstszene

An ihre erste Radiosendung kann sich Jasmin Mittag noch sehr gut erinnern. Die „Artnight“ ist beim Bürgerradio Leine­hertz eine lange Nacht, in der regelmäßig über Kunst und Künstler berichtet wird. Künstler können selbst Musik mitbringen, Projekte vorstellen, ins Gespräch kommen. Mittag war zunächst nur für Veranstaltungstipps verantwortlich. „Ich bin ins Projekt reingerutscht, weil ich das Prinzip des Bürgerfunks klasse fand. Das Radio gibt jedem Bürger in der Region Hannover eine Stimme“, sagt die 38-Jährige, die längst selbst die Sendung moderiert und daraus eine Plattform für regionale Künstler gemacht hat. Regelmäßig treffen sich Vertreter der bildenden Künste in ihrer Sendung, um im ungezwungenen Rahmen über Ausstellungen zu sprechen. „Ich möchte Menschen inspirieren. Die Kunst der Gäste sollte mehr Gehör finden. Und die Zuhörer können Künstler entdecken.“ Aus diesem Grund lädt sie auch regelmäßig junge Künstler ein, in der Leine­hertz-Galerie auszustellen. Die Durchführung der Ausstellungen in den Senderräumen an der Hildesheimer Straße 29 übernimmt Mittag genauso ehrenamtlich wie das Radioprogramm. jan

Jasmin Mittag: (01 37) 9 88 08 06 04     

Foto: Irving Villegas

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Direkte Hilfe durch Lebensmittelspenden

Vor acht Jahren hatte Marion Straschewski genug davon, bedürftige Menschen nur zu bedauern. „Ich wollte direkt helfen.“ Also organisierte sie ein Treffen von Menschen im Seelzer Rathaus, denen es genauso ging. Sie gründeten gemeinsam eine Lebensmittelausgabe für Bedürftige und verteilten Aufgaben: Fahrer für die Essensspenden mussten koordiniert, Sponsoren gewonnen und die Essensausgabe organisiert werden. Zum Verein Seelzer Brotkorb gehören heute 117 ehrenamtliche Helfer. Sie kümmern sich um eine Kleiderkammer, organisieren einen Bringdienst für gehbehinderte Bedürftige und versorgen fast 800 Menschen, die regelmäßig Hilfe brauchen. Noch immer ist es schwer, genügend Lebensmittel und Spender von Pflegeprodukten zu finden. „Aber die vielen ehrenamtlichen Stunden lohnen sich“, sagt Straschewski. „Denn die größte Anerkennung sind die Dankesworte der Menschen.“ Kinder bedanken sich zum Beispiel für den leckeren Kuchen oder die Spielzeugausgabe zu Weihnachten. „Da schaut man in leuchtende Augen.“ Dafür engagiert sich die 60-Jährige gern. Zudem sorgt man fast nebenbei dafür, dass Menschen ins Gespräch kommen – und weniger Lebensmittel wegwerfen. jan

Marion Straschewski: (01 37) 9 88 08 06 07     

Foto: Kathrin Kutter

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Seit 20 Jahren Theater mit Leidenschaft

Seine Liebe zum Theater entdeckte Peter Gärtner bereits in der neunten Klasse. Damals spielte er im Schultheater mit, später in einer Studentengruppe während seines Grafik- und Designstudiums. Als es ihn aus beruflichen Gründen nach Hannover verschlug, gründete er vor genau 20 Jahren ehrenamtlich das Theater Südstädter-Komöd’chen. Dort führt er seitdem nicht nur Regie und erstellt Werbeflyer, sondern entwirft auch das Bühnenbild. Berufliche Stationen in einer Tischlerei und einem Malerbetrieb kommen ihm dabei zugute. Gärtner möchte seinen Figuren Leben einhauchen. „Die Besucher sollen abschalten können und lachen“, sagt der 58-Jährige. Jedes Jahr schlägt er drei Stücke vor, von denen sein Team eins auswählt, das dann nach etwa 30 Probenterminen auf die Bühne gebracht wird. Gerne schreibt er Stücke um und passt sie an hannoversche Gegebenheiten an – in der Regel komödiantisch, doch auch ernste Themen treiben ihn um. Vor zwei Jahren inszenierte er ein von ihm selbst geschriebenes Stück zum Thema Altersarmut – gespielt von Laienschauspielern einer Seniorengruppe. Warum er das macht? „Theater ist meine absolute Leidenschaft“, sagt Gärtner. reu

Peter Gärtner: (01 37) 9 88 08 06 05  

Foto: Samantha Franson

Quelle:

   

Die Telefonnummer der neun Nominierten im Überblick

Kategorie Erziehung und Bildung
Sabine Hartmann
(01 37) 9 88 08  06 01
Monika Dehmel
(01 37) 9 88 08 06 02
Otto Stender
(01 37) 9 88 08 06 03
Kategorie Kunst und Kultur
Jasmin Mittag
(01 37) 9 88 08 06 04
Peter Gärtner
(01 37) 9 88 08 06 05
Klaus Grupe
(01 37) 9 88 08 06 06
Kategorie Soziales
Marion Straschewski
(01 37) 9 88 08 06 07
Helmut Werner
(01 37) 9 88 08 06 08
Ehepaar Dröse
(01 37) 9 88 08 06 09     

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