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Aus der Stadt So werden die Flüchtlinge im Maritim untergebracht
Hannover Aus der Stadt So werden die Flüchtlinge im Maritim untergebracht
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00:15 11.03.2016
Im Maritim Hotel am Friedrichswall sollen 550 Flüchtlinge untergebracht werden. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Kritische Fragen gab es außer zur Wohnraumsituation nur zur Nutzung der öffentlichen Flächen und der Tiefgarage. Die Stadt sieht da aber kaum Probleme.

4900 Flüchtlinge seien derzeit in der Stadt untergebracht und damit weiterhin weniger als ein Prozent der Bevölkerung, sagte Bezirksbürgermeister Michael Sandow (SPD) zum Auftakt der Veranstaltung im Neuen Rathaus. Dass es bislang keine größeren Konflikte gegeben habe, sei auch den Nachbarschaftskreisen zu verdanken, die wertvolle Integrationsarbeit leisteten – so solle es auch beim Maritim wieder werden. Die Stadt hat das leerstehende Hotel für zwei Jahre gemietet. Während die Modernisierungsplanung läuft, sollen dort Flüchtlinge einquartiert werden. Vis-à-vis vom Rathaus wird es die zentralste Unterkunft Hannovers.

Die Redner mussten sich kritischen Fragen stellen. Quelle: Schaarschmidt

Die Betreuung wird, wenn der Rat am Donnerstag zustimmt, das DRK übernehmen. Nach Informationen der HAZ kostet das die Stadt zusätzlich zu den 5,5 Millionen Euro für die Gesamt-Mietzeit noch einmal 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Nach Angaben von Bezirksmanagerin Claudia Göttler werden zehn Sozialarbeiter, sechs weitere Flüchtlingshelfer und fünf Security-Kräfte im Einsatz sein – die Sicherheitsleute „24 Stunden an jedem Tag“. Derzeit werden die Etagen etwas umgebaut. In den Zimmern werden statt der Hotelbetten einfache Etagenbetten eingebaut, auf den Etagen entstehen Küchen, damit sich die Flüchtlinge selbst verpflegen können. Die Konferenz- und Tagungsbereiche bleiben eingerichtet, sodass Deutsch- und Integrationskurse angeboten und Veranstaltungen durchgeführt werden können. Geplant sind auch eine Fahrradwerkstatt, ein Teilnehmer schlug vor, Räume zum Beispiel für Konzertveranstaltungen zu nutzen: „So bekommen wir Besucher aus der Bevölkerung ins Haus und können zugleich die Flüchtlinge an unsere Kultur heranführen.“

Fast 200 Interessierte kamen im Neuen Rathaus zusammen. Quelle: Schaarschmidt

Unklar ist, wie sich die Nutzung von Trammplatz und Maschpark entwickelt. Die Leiterin der Rathaus-Kita wies darauf hin, dass schon jetzt häufig morgens zerbrochene Wodkaflaschen und Unrat im Park lägen: „An wen wende ich mich, wenn das schlimmer wird? Unsere pädagogischen Mitarbeiter sind nicht dafür da, Grünflächen zu reinigen“, sagte sie. Almut Maldfeld vom Freiwilligenzentrum fragte, ob die Stadt Nutzungseinschränkungen für den Trammplatz vorm Rathaus und den Maschpark dahinter plane – schließlich sei zu erwarten, dass bei gutem Wetter Hunderte Flüchtlinge, die vielfach zur Langeweile gezwungen seien,  die Flächen „zum Fußballspielen und Radfahr-Ausprobieren“ nutzten. Bezirksmanagerin Göttler erwiderte, es gebe in Hannover kein Fußballverbot. Der Trammplatz sei ein öffentlicher Platz, und im Büro darüber residiere der Oberbürgermeister. Das gab Lacher. Allerdings schlug sie vor, über eine internationale Beschilderung des Maschparks nachzudenken, eventuell auch mit Piktogrammen. Schon jetzt werde häufig illegal in dem Gartendenkmal gegrillt, auch müsse sichergestellt werden, dass der Spielplatz im Park tagsüber nur der Kita zur Verfügung stehe.

Probleme gibt es offenbar auch in der Maritim-Tiefgarage. Ein Stadtmitarbeiter berichtete, dass es seit Schließung des Hotels dort Sicherheitsmängel gebe. Man denke über Kameras nach, was aber schwierig sei, weil die Stadt nicht Pächter der Tiefgarage ist.

Göttler kündigte an, dass es bald eine weitere Versammlung wegen Einrichtung einer großen Flüchtlingsunterkunft im Bezirk Mitte gebe. Voraussichtlich in der 24. Kalenderwoche werde die Containerunterkunft auf dem Waterlooplatz bezogen. Die Bauarbeiten dort laufen schon. 

Das war der Liveticker zur Veranstaltung:

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