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HAZ-Weihnachtshilfe Ihre Hilfe ist gefragt

Es kommt auf Sie an: Hannovers größte Hilfsaktion startet in die nächste Runde. Die HAZ-Weihnachtshilfe will auch in diesem Jahr zeigen, dass sich mit kleinen Schritten große Mitmenschlichkeit erreichen lässt. Hier, bei uns. Denn Not gibt es auch in der Region. Erstmals können Sie auch online spenden.

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Die HAZ-Weihnachtshilfe geht in eine neue Runde.

Quelle: HAZ

Hannover. Diese Not ist nicht so dramatisch wie in der Elendsgebieten der Welt  – aber leise, schleichend und oft verschämt. Da wollen wir helfen. Zum Beispiel einer 48-jährigen Frau, die durch Krankheit aus der Bahn geworfen wurde.

Aus dem Leben geworfen

Eine Grippe wahrscheinlich, dachte Sabine G., was sollte das sonst sein. Schwindel, Kopfschmerzen, Schwäche, so fing es an, und hatten nicht alle um sie herum gerade irgendeinen Infekt? Und noch als ihre linke Körperseite schon wie taub war und der Arzt etwas von Schlaganfall sagte, „da habe ich gedacht: Ach, red’ du nur“. Schließlich war Sabine G. gerade mal 48 und wollte nicht glauben, was mit ihr war.

Heute, ein Dreivierteljahr später, bewegt sie sich an Krücken durch ihre kleine Zweizimmerwohnung, in der sie mit ihrer Tochter lebt, eine große, schlanke Frau mit vorsichtigen Bewegungen. Sprechen, ihren Arm heben und beugen, alles das hat sie mühsam wieder gelernt. Das Bein jedoch gehorcht ihr noch nicht wieder. Was auch daran liegen mag, dass sie zwischendurch wochenlang die Krankengymnastik strich, weil sie das wenige Geld für Lebensmittel brauchte. „Ich würde am liebsten sofort den ganzen Tag wieder arbeiten“, sagt Sabine G. Sie hat sich noch nicht daran gewöhnt, dass das so vielleicht nicht wieder möglich sein wird.

Ihre Hilfe ist gefragt

Für die HAZ-Weihnachtshilfe können Sie erstmals auch online spenden – unter weihnachtshilfe.haz.de zeigen wir, wie einfach es ist. Helfen Sie mit!

Ihre Geschichte handelt davon, wie man von einem Tag auf den anderen aus einem scheinbar abgesicherten Leben fällt – und wie zu den Ängsten um den eigenen Körper sehr schnell auch noch die Sorge um Geld kommen kann, um Wohnung, Kleidung und sogar das Essen.

Sabine G. hatte sich mit solchen Problemen nie zu sehr befassen müssen, auch wenn sie mit ihrem Kind von Anfang an allein war. Ihre Tochter war gerade sechs Wochen alt, da ging sie wieder zu ihrer Arbeit als Altenpflegerin zurück. Ihr Kind nahm sie mit. „Die Menschen haben sich gefreut, wenn sie sie gesehen haben“, sagt Sabine G. Sie selbst wiederum freute sich, weil sie auf diese Weise sicherstellen konnte, was ihr am wichtigsten war: „Ich wollte nie von irgendjemandem abhängig sein.“

Und wenn sie in den folgenden Jahren dann doch einige Monate nicht arbeitete, dann nur deshalb, weil ihre Tochter schwer erkrankte – an einem Hirntumor. Sabine G. nahm sich unbezahlten Urlaub. „Meine Chefs drohten, mir zu kündigen“, erzählt sie. Aber dieses eine Mal war ihr das egal.

Es blieb die einzige Phase, in der Sabine G. aussetzte. Später stockte sie die Arbeit sogar noch auf. Im Pflegeheim legte sie ihre Schichten in die Nacht, sodass sie zusätzlich als Tagesmutter Kinder betreuen konnte. Freizeit blieb ihr fast keine mehr. „Mein Sport, das waren die Kinder“, sagt sie lächelnd. Und auch wenn dies schon mehr als genug war, übernahm sie noch eine Aufgabe. Sie pflegte ihren Vater, als er an Krebs erkrankte. Sabine G.s Tage bestanden jahrelang vor allem darin, für andere Menschen da zu sein. Für Junge, für Alte, für Kranke. Dass sie selbst einmal Hilfe brauchen könnte, dieser Gedanke passte nicht in ihre Welt.

Der Schlaganfall, den sie im Februar erlitt, zwang sie plötzlich in jene Rolle, die sie stets um jeden Preis vermeiden wollte. „Vorher war ich immer die Powerfrau. Die, die alles schafft“, sagt Sabine G. „Und nun wusste ich auf einmal nicht mal mehr, ob ich jemals wieder auf die Beine komme.“

Dies zu verkraften, war das eine Problem. Das andere ist die finanzielle Not. Sabine G. und ihre Tochter leben vom Krankengeld. Doch weil die Zuschläge nicht angerechnet werden, ist dies weit geringer als ihr alter Lohn. Sie hat versucht, sich einzuschränken, wo sie nur konnte. Ist mit ihrer Tochter aus der großzügigen 96-Quadratmeter-Wohnung in eine bescheidene Zweizimmerwohnung gezogen. Hat die Abos der Zeitschriften gekündigt, die Tabletten gegen ihre Migräne gestrichen. Das Telefon hätte sie gern behalten. Die Telekom hat es abgestellt, als sie ihre Rechnungen nicht bezahlen konnte.

Es gab ja auch Dinge, an denen wollte sie auf keinen Fall sparen. Ihre Tochter macht eine Erzieherinnenausbildung. Sie braucht Schulgeld, Fahrkarten, Bücher. Und hätte sie ihre beiden Katzen nun fortschicken sollen, wo sie doch die längste Zeit des Tages allein war?
Also schränkte sie sich noch weiter ein. Verzichtete auf die Krankengymnastik, um Zuzahlungen und Fahrtkosten zu sparen. Oder sparte am Essen. Wenn ihre Tochter sie fragt, antwortet sie: „Ich bin schon satt.“ Was so nicht stimmt.

Wie es weitergeht? Sabine G. hofft. Darauf, dass irgendwann in ein paar Monaten wenigstens das Bafög für ihre Tochter bewilligt wird. Und darauf, dass sie bald vielleicht doch wieder besser laufen kann. In ihrem alten Beruf wird sie wohl nie wieder arbeiten können. Daran gewöhnt sie sich allmählich. Aber vielleicht kann sie ja eines Tages wieder als Tagesmutter anfangen. Es ist ihre große Hoffnung. „Einfach zu Hause zu sein und Hilfe anzunehmen“, sagt sie, „das kann ich mir einfach nicht vorstellen.“

Von Thorsten Fuchs

So engagiert hilft Hannover

Im Herbst bekam die HAZ-Redaktion einen besonderen Anruf. Leserin Annegret Sperling aus Gehrden wollte etwas tun, helfen, jetzt gleich. Sie sitze im Rollstuhl und wolle Menschen motivieren, Gutes zu tun. Und direkt mit einer Aktion anfangen. Als Handbikerin ist die 57-Jährige schon oft auf den Brocken gefahren. Das sei anstrengend, aber nicht unmöglich. Man könnte bei so einer Fahrt doch Spenden für Menschen in Not sammeln und auf die HAZ-Weihnachtshilfe aufmerksam machen – die Redaktion willigte ein. Sperling bastelte mit ihrem Mann Gerhard ein Banner, wartete auf passendes Wetter und fuhr mit einer versiegelten HAZ-Spendendose los. „Unsere Aktion hat für viel Gesprächsstoff gesorgt“, erinnert sich Sperling. Immer wieder spendeten Passanten entlang der Wegstrecke, fast 100 Euro sind zusammengekommen. „Wir haben gemerkt, wie hilfsbereit Menschen sein können. Das hat mich sehr bewegt“, sagt sie. „Ich wollte zeigen, dass auch ganz normale Menschen auf ihre Weise helfen können.“

So viele Ideen: In der Region Hannover gibt es viele Menschen wie Annegret und Gerhard Sperling, die sich Gedanken machen, mit was für einer Aktion man Geld für Menschen in Not sammeln kann. In den vergangenen Jahren veranstalteten immer wieder Kinder in Schulen und Kindertagesstätten Kuchenbasare, Vereine organisierten Benefiz-Sportturniere, Chöre sangen, Autoren lasen, Bands musizierten. Immer wieder spendeten hannoversche Unternehmen hohe Beträge, aber auch die kleinen Sammlungen bei Betriebsfeiern und Geburtstagen helfen ganz konkret. Die Vorbereitungen für viele Aktionen laufen längst. So laden die Künstler Jan Larkins und Silke Klein heute und morgen ins Werkstatt-Atelier „two lives“ in die neuen Räumlichkeiten an der Schlägerstraße 29 zu einem Tag der offenen Tür. Senioren haben im Rahmen eines Upcycling-Projektes farbenprächtige Sterne gefaltet, deren Verkaufserlös zu 100 Prozent als Spende an die Weihnachtshilfe geht. Dazu setzt das Label Zeitgeister mit dem künstlerischen Beitrag „Kassensturz – Armut in Hannover“ das Thema als Weihnachtsanhänger und Postkarte um. Das Team ist von 10 bis 18 Uhr vor Ort.

Ebenfalls für die HAZ-Weihnachtshilfe war der Verein M3-MenschenMachenMode künstlerisch tätig. Zur Verbrauchermesse Infa entwarfen angehende Maßschneider und Modedesigner Beutel, die künstlerisch bestickt, beklebt und bemalt wurden. Diese werden nun bei einem Tag der offenen Tür am heutigen Sonnabend zwischen 11 und 17 Uhr in der Marienstraße 28 und 43 verkauft.

Engel auf dem Weihnachtsmarkt: Auch für die kommenden Tage gibt es Spendenaktionen. So sammelt Oberbürgermeister Stefan Schostok gemeinsam mit HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt am Montag bei der offiziellen Weihnachtsmarkteröffnung um 16 Uhr direkt an der Marktkirche. Unterstützt werden die beiden von den blauen HAZ-Weihnachtsengeln. Auf dem Weihnachtsmarkt läuft traditionell wieder die größte Spendensammlung. Dort übernimmt vom 15. bis 21. Dezember die HAZ-Redaktion das Programm und präsentiert Jazz-Ensembles und Chöre.

Chopin im Museum: Die Chopin-Gesellschaft lädt am Sonntag, 8. Dezember, erneut zu einem Benefiz-Konzert ein. Im Deutschen Museum für Karikatur und Zeichenkunst Wilhelm Busch wird um 18 Uhr Ewa Kupiec auftreten. Die renommierte Pianistin spielte schon bei allen wichtigen Festivals Europas und kann auf Engagements bei den Münchner Philharmonikern, dem Minnesota Orchestra, der Royal Liverpool Philharmonic und dem Orchestre de Paris zurückblicken. Ihre Musik ist eng mit dem Werk Frédéric Chopins verbunden, das nun für die Weihnachtshilfe erklingt. Karten gibt es für 20 Euro (13 Euro für HAZ-Abonnenten mit AboPlus-Karte) in den HAZ-Geschäftsstellen in der Langen Laube, im Kaufhof, im HAZ-Ticketshop am Platz der Weltausstellung und im Theater am Aegi.

Sprintende Weihnachtsmänner: Eine Premiere feierte im vergangenen Jahr der Santa Run zugunsten der HAZ-Weihnachtshilfe. Dabei liefen 300 Weihnachtsmänner durch die Stadt – und spendeten ihr Startgeld für den guten Zweck. In diesem Jahr wird der Lauf noch größer ausfallen, denn die City-Gemeinschaft und Organisator Detlef Rehbock arbeiten nun eng zusammen. Der Lauf findet am Nikolaustag, 6. Dezember, statt – und er wird vom 1. Hannover-Wichtel-Fest begleitet, bei dem es viele Preise geben wird. Unter www.santarun.de können sich Lauffreudige anmelden.

Jedes Engagement zählt: Weitere Benefiz-Aktionen wie etwa der Auftritt vom Braunschweiger Posaunenquartett am 9. Dezember in der Schalterhalle im Anzeiger-Hochhaus werden ab Montag täglich in der HAZ-Rubrik Weihnachtshelfer und im Internet unter www.haz.de/weihnachtshilfe vorgestellt. Und wenn Leser noch neue Ideen haben, sind sie aufgerufen, ihre eigene Aktion zu organisieren. Wir kündigen diese gern an und sind in der Redaktion täglich ab 11 Uhr unter (0511) 5 18 18 18 für Sie da. Denn Menschen in Not hilft jede noch so kleine Idee.

Von Jan Sedelies

So können
 Sie helfen

Die 
39. Saison der HAZ-Weihnachtshilfe hat offiziell begonnen. Seit 1975 helfen Leser, Unternehmen, Vereine und Organisationen Menschen in Not vor Ort. Es ist die größte Spendenaktion in der Region Hannover. Und immer wieder belegt sie eindrucksvoll, dass Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe sehr wohl möglich sind. Im vergangenen Jahr sind durch Spenden mehr als 1,4 Millionen Euro zusammengekommen – ein neuer Rekordwert. Mehr als 11  000 großzügige Spender haben kleine und große Beträge überwiesen und in den Geschäftsstellen abgegeben. Gerade in einer Zeit, die durch wirtschaftliche Unsicherheiten geprägt ist, ist das nicht selbstverständlich. Die Spenden sind ohne Abzüge von Verwaltungskosten direkt den Betroffenen zugutegekommen. Die HAZ-Weihnachtshilfe arbeitet dabei eng mit dem städtischen Fachbereich Soziales zusammen. Doch trotz der Erfolge in den vergangenen Jahren sind auch in diesem Jahr Hilfen notwendig. Die Aktion ist erneut auf viele Menschen angewiesen, die sie mit besonderen Ideen unterstützen und sich durch Spenden mit Menschen in Not solidarisch zeigen. Wenn auch Sie direkt und unbürokratisch helfen wollen, können Sie wie folgt vorgehen:

Sie können Geldspenden auf das Konto der „Aktion Weihnachtshilfe der HAZ e. V.“ einzahlen. Die Kontonummer bei der Sparkasse Hannover ist 572 500, die Bankleitzahl lautet 250 501 80. Am heutigen 23. November liegt der HAZ zudem ein Überweisungsträger bei, mit dem Sie Ihre Spende noch bequemer überweisen können.

Sie können die Spende auch bar in den Geschäftsstellen einzahlen. Bareinzahlungen nehmen die Mitarbeiter der HAZ-Geschäftsstelle im Madsack-Medienzentrum an der Langen Laube 10 entgegen. Geöffnet ist dort montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, sonnabends von 10 bis 14 Uhr. Im Dezember ist am Sonnabend bis 16 Uhr geöffnet. Spenden können auch in den Geschäftsstellen Garbsen, Wunstorf, Neustadt, Barsinghausen, Springe und Gehrden abgegeben werden.

In diesem Jahr bieten wir Ihnen erstmalig einen Onlinedienst für Überweisungen an. Dieser wird wie alle Werbemaßnahmen und Verwaltungsaufgaben nicht durch die Spenden finanziert. Sie finden ihn unter 
 haz.li/spende.

Andere Hilfsangebote sind mit der Koordinierungsstelle im Fachbereich Soziales der Stadt Hannover unter Telefon (05 11) 16 84 56 00 abzusprechen.

Alle Spenden sind steuerbegünstigt. Die nötigen Bescheinigungen stellt die Stadt Hannover aus. Bei bargeldloser Einzahlung von mehr als 200 Euro schickt der Fachbereich Soziales die Bescheinigung automatisch zu, sofern die vollständige Anschrift auf dem Überweisungsträger angegeben ist. Für Spenden bis einschließlich 200 Euro reicht ein einfacher Bareinzahlungsbeleg oder eine Buchungsbestätigung mit dem Stichwort „HAZ-Weihnachtshilfe“ als Spendennachweis aus. Wer anonym bleiben möchte, vermerkt das bitte auf dem Einzahlungsformular.

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HAZ-Weihnachtshilfe
Foto: Oberbürgermeister Stefan Schostok und HAZ-Redakteur Conrad von Meding (rechts) bei der Suppenausgabe für die HAZ-Weihnachtshilfe.

Mit Suppenverkäufen luden die Lions zusammen mit Oberbürgermeister Stefan Schostok zum inoffiziellen Saisonstart der HAZ-Weihnachtshilfe am Kröpcke. Dabei wurden mehr als 400 Liter Suppe und 35 Bleche Kuchen unter die Leute gebracht – der Erlös geht zugunsten der HAZ-Aktion Weihnachtshilfe.

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