Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Ursula von der Leyen behält Doktortitel

Pressekonferenz an der MHH Ursula von der Leyen behält Doktortitel

Fast ein halbes Jahr hat die Medizinische Hochschule Hannover die Doktorarbeit Ursula von der Leyens geprüft. Am Mittwochabend ist die Entscheidung gefallen: Die Bundesverteidigungsministerin darf ihren akademischen Titel behalten. 

Voriger Artikel
Wie lange besteht das Protestcamp noch?
Nächster Artikel
101 Polizei? Das ist wohl die falsche Nummer

Ursula von der Leyen behält ihren Doktortitel.

Quelle: dpa

Hannover. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ihren Doktortitel nicht aberkannt. Nach monatelanger Prüfung der nicht unerheblichen Plagiatsvorwürfe beschloss der Senat der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gestern Abend mit sieben Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung, dass die Ministerin ihren Titel behalten darf.

Dabei habe es durchaus Mängel in von der Leyens Arbeit gegeben, sagte der Präsident der MHH, Professor Christopher Baum. Insbesondere in der Einleitung habe man klare Plagiate gefunden. Doch das seien handwerkliche Mängel, kein systematischer Betrug. „Es wurden Fehler festgestellt, allerdings kein Fehlverhalten“, sagte Baum. „Es gibt keine Anhaltspunkte für eine bewusste Täuschung.“ Der Haupttext der Arbeit sei frei von Mängeln.

Von der Leyen, die sich gestern in den USA aufhielt, zeigte sich erleichtert. In einer ersten Reaktion übte sie gestern aber auch Selbstkritik. „Teile meiner damaligen Arbeit entsprechen nicht den Maßstäben, die ich an mich selber stelle“, hieß es in einer in Berlin veröffentlichten Erklärung.

Im August vergangenen Jahres hatte von der Leyen die MHH um Prüfung ihrer 1990 verfassten Doktorarbeit gebeten, nachdem die Internet-Plattform „Vroni“-Plag auf 27 der 62 Seiten Plagiatsstellen gefunden haben wollte. Von der Leyen habe sich aus anderen wissenschaftlichen Arbeiten bedient und das gar nicht oder unzureichend gekennzeichnet, so der Vorwurf.

Die MHH setzte daraufhin eine Prüfungskommission ein, die die Arbeit unter die Lupe nahm. Man habe großen Wert auf die Unbefangenheit der Kommissionsmitglieder gelegt und etwa auch parteipolitische Verbindungen ausgeschlossen, sagte MHH-Präsident Baum. Um sich zusätzlich abzusichern, wurden externe internationale Gutachter beauftragt. Bereits im Februar hatte die Kommission einen Abschlussbericht angefertigt, der sich gegen eine Aberkennung des Doktortitels aussprach. Von der Leyen und die Hochschulleitung erhielten diesen Bericht umgehend. Am Mittwoch nun schloss sich auch der Senat dem Votum an.

Von der Leyens Arbeit sei auch aus heutiger Sicht „wissenschaftlich valide und relevant“, sagte der Ombudsmann der MHH, Professor Thomas Werfel. Von der Leyen hatte Ende der 1980er Jahre eine Studie an hochschwangeren Patientinnen durchgeführt, um zu sehen, ob bei einem vorzeitigen Blasensprung ein Wannenbad infektionshemmend wirkt. Das Ergebnis war positiv und sei von hohem praktischem Nutzen gewesen, so Professor Werfel. Es habe auch Vorwürfe gegeben, von der Leyen habe ethische Standards verletzt und bei ihrer Studie ihre Patientinnen in Gefahr gebracht. Diese Vorwürfe seien „eindeutig ausgeräumt worden“, so Werfel.

Von der Pressekonferenz am Mittwochabend hatte  Heiko Randermann live mitgetickert.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Analyse zu Plagiatsaffäre
Von Anfang an waren die Fantasien der Plagiatsjäger, man könne leicht auch von der Leyen zu Fall bringen, übertrieben.

Einmal mehr wollten geschäftstüchtige Plagiatsjäger ein Berliner Kabinettsmitglied wegkegeln. Bei Karl-Theodor zu Guttenberg hat das geklappt, bei Annette Schavan auch. Doch im Fall von der Leyen rollt die Kugel polternd in eine ganz andere Bahn. Eine Analyse von Matthias Koch. 

mehr
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Mann bei Messerstecherei in Vahrenwald schwer verletzt

Am Dienstagabend ist ein Mann in Vahrenwald im Zuge eines Streits niedergestochen und schwer verletzt worden.