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Händler lehnen Bargeld-Limit ab

Kritik aus Hannover Händler lehnen Bargeld-Limit ab

Das geplante Bargeld-Limit der Bundesregierung sorgte gestern auch in Hannover für Gesprächsstoff. Künftig sollen nur noch Geschäfte bis zu einem Volumen von 5000 Euro in bar abgewickelt werden dürfen. Die meisten Händler sehen sich in ihrer Arbeit eingeschränkt und fühlen sich bevormundet.

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„Die Deutschen lieben ihr Bargeld“: Gilt beim Gebrauchtwagenkauf künftig ein Bargeld-Limit von 5000 Euro?

Quelle: Michael Thomas

Hannover. „Die Deutschen lieben ihr Bargeld“, sagt Marko Volck, Sprecher der Hannoverschen Volksbank. Und das werde auch so bleiben, selbst wenn das bargeldlose Bezahlen seit Jahren rasant an Beliebtheit gewinnt, ob per EC-Karte, Smartphone oder Internet. „Das geht oft schneller und erspart das Kleingeldsuchen.“ Lediglich sogenannte Zug-um-Zug-Geschäfte würden nach wie vor überwiegend in bar getätigt, sagt Volck. Das häufigste Beispiel ist der Gebrauchtwagenkauf.

Genau deshalb sei seine Branche von der neuen Regelung besonders hart getroffen, bestätigt Gerhard Michalak, Geschäftsführer der KFZ-Innung Niedersachsen-Mitte und Osnabrück. Beim Kauf von gebrauchten Autos sei das Zücken der Geldscheine gängige Praxis. Eine Begrenzung der Summe wäre für die Händler „äußerst schwierig“, sagt er. Um das Risiko für seine Kollegen zu minimieren, sieht Michalak die Banken in der Pflicht. Sie müssten das Limit von EC- und Kreditkarten erhöhen und „uns eine Sicherheit geben, dass die Überweisungen gedeckt sind“.

Unnötiger Aufwand durch Obergrenze für Bargeldzahlungen?

Gegen die Pläne der Bundesregierung spricht sich auch Ariane Jablonka aus. Die Geschäftsführerin des Klavierhauses Döll erlebt es häufig, dass Menschen mit ihrem Ersparten im Geschäft stehen und sich ein Instrument aussuchen. „Oft stammt das Geld aus Geschenken zum Geburtstag, zur Konfirmation oder zur Hochzeit“, berichtet Jablonka. Es extra zur Bank zu bringen, um dann eine Überweisung auf den Weg zu schicken, sei unnötiger Aufwand - „damit trifft man die Falschen“.

Treffen will der Gesetzgeber Kriminelle, die Geldwäsche betreiben oder Terroristen unterstützen - und nicht normale Kunden und Händler. „Das ist ein weiterer unnötiger Schritt hin zu mehr Bürokratie und Regulierung“, findet Jablonka.

Was meinen Sie?

Die Bundesregierung erwägt für Bargeldzahlungen eine Obergrenze von 5000 Euro. Halten Sie das für sinnvoll?

Heinrich Bott vom gleichnamigen Leihhaus in der hannoverschen Bahnhofstraße findet die geplante Regelung ebenfalls überflüssig. „Es ist doch schon jetzt gesetzlich alles so geregelt, dass der Geldverkehr nachvollziehbar ist“, sagt er. „Bei jedem größeren Bargeschäft unterliegen wir der Meldepflicht. Wir müssen ein Formular ausfüllen und abschicken.“ Es bestehe aus seiner Sicht „kein Bedarf, das strenger zu regeln“.

Leihhäuser wickeln den Großteil ihrer Geschäfte im Barverkauf ab. Denn ihr Vorteil besteht darin, dass der Kunde sofort Geld bekommt, und nicht erst wie bei einer Bank lange auf Kreditanträge und -auszahlung warten muss. Deshalb nutzen nicht nur überschuldete Haushalte Leihhäuser, sondern zum Beispiel auch Unternehmer, die wegen säumiger Kunden Liquiditätsprobleme haben. Bott aber ist sich sicher: „Wenn künftig tatsächlich alle Barzahlungen schon ab 5000 Euro untersagt werden sollten, dann überweisen wir eben - im Zweifelsfall per Blitzüberweisung innerhalb weniger Stunden.“

Handwerker sehen Planung gelassen entgegen

Gelassener sehen die Handwerker der geplanten Gesetzesänderung entgegen. Der Geschäftsführer Wirtschaft der Handwerkskammer Hannover, Dietmar Rokahr, meint: „Solange man die Brötchen beim Bäcker und den Friseurbesuch noch mit Bargeld zahlen kann, ist alles in Ordnung.“ Bei Geschäften mit größeren Summen sei es in seiner Branche heute ohnehin üblich, dass elektronisch oder per Rechnung und Überweisung bezahlt wird.

Von Gerko Naumann

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