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Aus der Stadt Haftstrafe für die Erpressung eines Homosexuellen
Hannover Aus der Stadt Haftstrafe für die Erpressung eines Homosexuellen
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18:10 08.05.2017
Quelle: dpa
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Hannover

Bis zum Schluss wollte Seljvator Z. die Tat nicht gestehen. Am vierten und letzten Verhandlungstag vor dem Amtsgericht Hannover sahen seine langjährige Lebensgefährtin und die sechs gemeinsamen Kinder mit an, wie der 25-Jährige wegen gewerblicher Erpressung eines Homosexuellen zu drei Jahren Haft verurteilt wurde.

Über seine beiden Komplizen, Bruder Senaton Z. und Schwager Roberto I., wurden bereits im Dezember eine zwei- beziehungsweise dreijährige Jugendhaftstrafe verhängt. Das Trio hatte im Januar vergangenen Jahres einem schwulen Mann gedroht, seiner Frau von den sexuellen Neigungen ihres Ehemannes zu berichten.

Opfer hatte Suizidgedanken

Das 48-jährige Opfer hatte über eine Escort-Webseite für schwule Männer mit einem der Komplizen Kontakt aufgenommen. Allerdings erwartete den Familienvater aus Brandenburg keine intime Zweisamkeit, sondern die beiden Mittäter von Z. Von da an zahlte er vier Wochen lang mehrere Geldbeträge von insgesamt 33.700 Euro auf verschiedene Konten ein – darunter auch das Konto von Seljvator Z.

Außerdem musste sich der Postbeamte in einer psychiatrischen Klinik behandeln lassen. „Ich hatte Suizidgedanken“, sagte er vor dem Schöffengericht aus. Noch heute leide er unter der Erpressung und befände sich noch immer in psychiatrischer Behandlung.

Der Angeklagte Z. ließ über seine Anwältin verlesen, dass er nichts mit den Machenschaften zu tun gehabt habe. Nur bei einem Treffen auf einem Rastplatz habe der gebürtige Serbe mit deutscher Staatsbürgerschaft das Kontakt zum Opfer gehabt und versucht, den Mann zu überzeugen, dass er nicht an der Tat beteiligt war.

Angeklagter war vorbestraft

Z. ist bereits zweimal wegen Erpressung Homosexueller mit einer Bewährungsstrafe vorbestraft. Auf Grund der wiederholten Tat und des „erheblichen Schadens“ für das Opfer forderte Rechtsanwältin Katrin Schilling drei Jahre und zwei Monate Haft. Verteidigerin Tanja Brettschneider verlangte für ihren Mandanten einen Freispruch. Die einzigen Anzeichen, dass er an der Tat beteiligt gewesen sei, sei dass er bei dem damaligen Treffen dabei gewesen ist und das erpresste Geld auf seinem Konto war. Höchstens eine Mittäterschaft sei ihm vorzuwerfen.

Seljvator Z. sagte am Ende, dass es ihm für das Opfer sehr leid täte. „Das wäre für mich auch eine Katastrophe gewesen“, sagte der sechsfache Vater. Das Gericht entschied sich wegen der Vorstrafen und eindeutiger Hinweise auf eine Mittäterschaft für drei Jahre Haft ohne Bewährung. „Es bleibt zu hoffen, dass das Urteil zum Umdenken bewegt“, sagte Richterin Martina Hollah.

Von Madeleine Buck

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