Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Betrug mit Fahrkarten: Täter zu Haft verurteilt
Hannover Aus der Stadt Betrug mit Fahrkarten: Täter zu Haft verurteilt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 21.10.2016
Von Michael Zgoll
Der Kauf von Fahrkarten ist am Bahnhof sicherer als im Internet. Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige
Hannover

Da ihn die 2. Große Strafkammer als alkoholabhängig einstufte und ihm verminderte Schuldfähigkeit zubilligte, wird K. die ersten zwei Jahre in einer Entziehungsanstalt verbringen. Sein Bekannter Peter P. wurde wegen 37 Fällen von Computerbetrug zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten verurteilt, außerdem muss er 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit leisten. 

Der Strafrahmen für den 29-jährigen P. war im Rahmen eines Deals abgesteckt worden, Geständnisse hatten aber beide Betrüger abgelegt. Verteidiger Dirk Schoenian plädierte gestern für K. auf eine Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten, Anwalt Gerold Papsch für seinen Mandanten auf 21 Monate.

Der Schaden, der der Bahn durch die nicht bezahlten Fahrkarten entstand, beläuft sich auf gut 250.000 Euro. Die Gewinne, die die Betrüger tatsächlich einstrichen, dürften sich aber lediglich bei rund einem Drittel dieser Summe bewegen. Schließlich verkauften sie die Tickets bei Ebay oder Mitfahrzentralen erheblich günstiger als regulär.

Der Vorsitzende Richter Martin Grote wies in seiner Urteilsbegründung mehrfach darauf hin, dass den Tätern ihre betrügerische Tätigkeit sehr leicht gemacht wurde. Dies begann mit dem Ankauf von Kreditkartendaten im Netz und endete bei den Online-Buchungen auf dem Portal der Deutschen Bahn, bei dem die Personalien der Ticket-Empfänger nicht ernsthaft überprüft wurden.

Die Zeugenvernehmung eines Bahnbeamten hatte den Eindruck bestätigt, der das Verfahren von Anfang an prägte: Bei Zehntausenden von Online-Buchungen tagtäglich nimmt das Unternehmen betrügerische Aktivitäten im Promillebereich in Kauf, um Millionen von Kunden das Buchen am PC nicht übermäßig zu erschweren und seine Umsatzziele nicht zu gefährden. Müssten Fahrkartenkäufer ihre Berechtigung bei jeder Buchung per Ausweis oder Handy-TAN-Verfahren bestätigen, würde das sicher so manchen Kunden abschrecken. So war die Polizei auch erst durch einen Beitrag des ZDF-Magazins „Wiso“ auf K. und P. aufmerksam geworden – nicht etwa durch eigene Recherchen des Bahnkonzerns.

In diesen Tagen suchen Hannovers neue Erstsemester nach Orientierung, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie lernen die Uni, die Stadt, ihre Kommilitonen kennen. Und weil das, wie gestern bei den angehenden Bauingenieuren, häufig feucht-fröhlich zugeht, fehlt manchem am Ende selbst dann die rechte Peilung, wenn er aus Hannover kommt. 

18.10.2016

Die Luft in Hannover ist noch immer verschmutzt, EU-Grenzwerte werden regelmäßig überschritten. Schuld sind Autoabgase, besonders von Dieselfahrzeugen. Die Stadt überlegt nun drastische Maßnahmen: Sie denkt über Straßensperrungen nach.

Andreas Schinkel 21.10.2016

Die Stadtwerke Hannover halten ihre Tarife für Strom und Gas bis auf weiteres stabil. Eine konkretere Zeitangabe lieferte das Versorgungsunternehmen auf Nachfrage nicht. Die vorliegenden Daten zur Ökostrom-Umlage und zu den Netzgebühren ließen lediglich vorläufige Preiskalkulationen zu, heißt es zur Begründung.

Bernd Haase 18.10.2016
Anzeige