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Betrug mit Fahrkarten: Täter zu Haft verurteilt

Urteil am Landgericht Betrug mit Fahrkarten: Täter zu Haft verurteilt

Das Landgericht hat gestern sein Urteil über zwei Männer gesprochen, die mit illegalen Mitteln Bahnfahrkarten im Internet erwarben und diese an Schnäppchenjäger weiterverkauften. Der 25-jährige Paul K. wurde – rechtskräftig – wegen Computerbetrugs in 340 Fällen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt.

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Der Kauf von Fahrkarten ist am Bahnhof sicherer als im Internet.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Da ihn die 2. Große Strafkammer als alkoholabhängig einstufte und ihm verminderte Schuldfähigkeit zubilligte, wird K. die ersten zwei Jahre in einer Entziehungsanstalt verbringen. Sein Bekannter Peter P. wurde wegen 37 Fällen von Computerbetrug zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten verurteilt, außerdem muss er 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit leisten. 

Der Strafrahmen für den 29-jährigen P. war im Rahmen eines Deals abgesteckt worden, Geständnisse hatten aber beide Betrüger abgelegt. Verteidiger Dirk Schoenian plädierte gestern für K. auf eine Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten, Anwalt Gerold Papsch für seinen Mandanten auf 21 Monate.

Der Schaden, der der Bahn durch die nicht bezahlten Fahrkarten entstand, beläuft sich auf gut 250.000 Euro. Die Gewinne, die die Betrüger tatsächlich einstrichen, dürften sich aber lediglich bei rund einem Drittel dieser Summe bewegen. Schließlich verkauften sie die Tickets bei Ebay oder Mitfahrzentralen erheblich günstiger als regulär.

Der Vorsitzende Richter Martin Grote wies in seiner Urteilsbegründung mehrfach darauf hin, dass den Tätern ihre betrügerische Tätigkeit sehr leicht gemacht wurde. Dies begann mit dem Ankauf von Kreditkartendaten im Netz und endete bei den Online-Buchungen auf dem Portal der Deutschen Bahn, bei dem die Personalien der Ticket-Empfänger nicht ernsthaft überprüft wurden.

Die Zeugenvernehmung eines Bahnbeamten hatte den Eindruck bestätigt, der das Verfahren von Anfang an prägte: Bei Zehntausenden von Online-Buchungen tagtäglich nimmt das Unternehmen betrügerische Aktivitäten im Promillebereich in Kauf, um Millionen von Kunden das Buchen am PC nicht übermäßig zu erschweren und seine Umsatzziele nicht zu gefährden. Müssten Fahrkartenkäufer ihre Berechtigung bei jeder Buchung per Ausweis oder Handy-TAN-Verfahren bestätigen, würde das sicher so manchen Kunden abschrecken. So war die Polizei auch erst durch einen Beitrag des ZDF-Magazins „Wiso“ auf K. und P. aufmerksam geworden – nicht etwa durch eigene Recherchen des Bahnkonzerns.

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