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Befragung

Hainholz bekommt von Bürgern schlechte Noten

Von Felix Harbart

Bei aller Mühe: Der hannoversche Stadtteil Hainholz bekommt bei einer Befragung von seinen Bürgern schlechte Noten – anders als das Zooviertel.
Schlechte Noten für Hainholz.

Schlechte Noten für Hainholz.

© Uwe Dillenberg

Es ist Niedergeschlagenheit, die aus Edeltraud-Inge Geschkes Stimme spricht, und ein bisschen Trotz ist es auch. Geschke, Mitglied der SPD, ist Bürgermeisterin des Bezirks Nord. Damit vertritt sie mit Hainholz auch jenes Viertel, das einer neuen städtischen Erhebung zufolge das bei seinen Einwohnern unbeliebteste Hannovers ist. Dass sie davon „sehr überrascht“ sei, muss eine Bezirksbürgermeisterin wohl sagen, aber Geschke meint die Sache ernst. „Hier passiert doch so viel“, sagt sie. So viel Positives sei zu vermelden, sodass der letzte Platz schon eine arge Enttäuschung für sie ist.

Und doch: Nur 21 Prozent der befragten Hainhölzer haben in der städtischen Umfrage die Lebensqualität in ihrem Stadtteil als „sehr gut“ oder „gut“ eingestuft – bei einem Durchschnittswert von 77 Prozent in der Stadt. Ein Wert, der sich durch den Blick in die Sozialdaten des Viertels von 2009 zum Teil erklärt. Die weisen Hainholz als den Stadtteil mit der vierthöchsten Arbeitslosenquote (14,1 Prozent) und der ebenfalls vierthöchsten Zahl an Hilfeempfängern (27,5 Prozent) aus. Zudem leben nur in zwei anderen Stadtteilen, Mühlenberg und Linden-Süd, mehr Menschen mit Migrationshintergrund als hier (44,9 Prozent). Dennoch liegt Hainholz in der Zufriedenheitsstudie mit reichlich großem Abstand zurück: Zehn Prozentpunkte trennen den Stadtteil vom Vorletzten Stöcken.

Bezirksbürgermeisterin Geschke will sich die Hoffnung aber nicht nehmen lassen. Sie setzt darauf, dass alles besser wird, wenn nur all die Projekte durchgezogen sind, die man sich in Hainholz vorgenommen hat. Da ist die „Neue Mitte“, die geschaffen werden soll – ein Marktplatz, der dem Stadtteil endlich ein Zentrum geben könnte. Und die „Grüne Mitte“, die direkt daneben geplant ist – eine Parklandschaft, die die Verbindung zum Naturbad herstellen soll. Dessen Gastronomie aber ist im vergangenen Sommer abgebrannt, noch ist der weitere Betrieb des Bades unsicher. Derweil debattiert die Politik unablässig über die Zahl der Parkplätze für die neuen Anlaufstellen des Stadtteils. „Vielleicht“, sagt die Bezirksbürgermeisterin, „haben wir den Menschen noch nicht so richtig nahebringen können, was wir alles tun.“

Sicher wäre vieles einfacher, hätte Geschke in ihrem Stadtteil Sozialdaten wie die des offenkundig beliebtesten Stadtteils Zoo. Ihm haben 95 Prozent der befragten Einwohner eine „gute“ oder „sehr gute“ Lebensqualität bescheinigt. Im Zooviertel waren 2009 nur 2,7 Prozent der Einwohner arbeitslos, 3,3 Prozent erhielten staatliche Unterstützung. 13,4 Prozent hatten einen sogenannten Migrationshintergrund – allerdings kamen nur wenige von ihnen aus der Türkei, dafür umso mehr aus EU-Ländern. In den zwanziger Jahren lebte Reichspräsident Paul von Hindenburg am Zoo, bis vor Kurzem Altkanzler Gerhard Schröder. Immobilienmakler preisen ihren Kunden die Nähe des Stadtteils zur Eilenriede an.

Dabei hätten sie in Hainholz auch viel Grün, sagt die Bezirksbürgermeisterin. Irgendwie aber scheint das alleine nicht zu reichen. Demnächst will Edeltraut-Inge Geschke sich hinsetzen und überlegen, ob sie bei der Stadt noch einmal um mehr Geld bitten soll für ihren Stadtteil. „Das bewege ich schon in meinem Kopf.“

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  • Hainholz Boris – 05.03.10
    Zitat aus den 80ern "Durch Hainholz muß man mit 100 fahren. Bei 50 springen sie noch auf!" Glaube nicht das sich die Situation seitdem gebessert hat.
  • Lebensqualität Nordstadt Jessica Murcic – 05.03.10
    Das hört sich alles schön und gut an, aber wo bleibt die Behandlung des Themas Arbeitslosigkeit. Viele von uns sind verarmt, kriechen finanziell am Boden und sind verzweifelt (Alkohol), weil sie einfach keine Arbeit mehr finden.
    Was tut die Stadtregierung, Ortsteilbürgermeister/in um viele viele zusätzliche, ordentlich bezahlte Arbeitsplätze zusätzlich zu schaffen ? ..und wieso Migrationshintergrund dczirr, dczirr... Ihr habt uns doch reingeholt, dann müßt Ihr auch für die Arbeitsplätze sorgen. Basta.
  • Hainholz Victor – 05.03.10
    Ich lebe in Hainholz und bin hochgradig unzufrieden. Ein neues Einkaufszentrum und ein Schwimmbad zu dem man nicht mit dem Auto fahren kann werden die 'Hilfeempfänger' und 'Menschen mit Migrationshintergrund' auch nicht daran hindern ihre Hunde mitten auf die Gehwege schei*** zu lassen. Auch der massive Durchgangsverkehr wird sich davon wohl kaum beeindrucken lassen.

    Ich bin Akademiker und kann es kaum erwarten diese Stadt zu verlassen. Das soll nicht gehässig klingen, aber ich habe schon viele andere Städte auf der Welt gesehen, von denen mir viele deutlich besser gefallen als Hannover, insbesondere natürlich auch besser als Hannover/Hainholz.
  • Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen... DEW – 05.03.10
    Was für ein Kunststück, dass das Zooviertel am besten abschneidet. Lauter wohlhabende Menschen, Villen und Nobelbehausungen, keine Supermärkte u. ä., wenn man zu den Menschen gehört, die grundsätzlich mindestens ein Auto besitzen, braucht man das auch nicht... (Lärm und Müll für die angrenzenden Stadtteile)

    Vielleicht hätte man sich da eine Skala einfallen lassen sollen, die das Einkommen berücksichtigt, dann wäre das Ergebnis anders ausgefallen.

    Übrigens, weder der Kriegstreiber Paul von Hindenburg und von Beneckendorf, noch der lumpenreine Demokrat Gerhard Schröder sind in diesem Zusammenhang erwähnenswert...
  • in Hainholz gebe es auch viel Grün??? Nordstädter – 05.03.10
    Wo denn???
    Oder zählen grüne Autos und grüne Mülleimer auch?

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