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Halter von totgebissenem Gismo wird entschädigt

Hundebesitzer vor Gericht Halter von totgebissenem Gismo wird entschädigt

Ein Hundehalter klagte gegen die Besitzerin eines Golden Retrievers, der seinen Hunde-Mischling Gismo totgebissen hat. Das Gericht bescherte dem Mann nun einen Teilerfolg. Die Retriever-Besitzerin muss Schadensersatz zahlen.

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Hannover. Die Klage eines Hundehalters, dessen Malteser-Shih-Tzu-Mischling von einem Golden Retriever totgebissen wurde, hat diesem einen Teilerfolg beschert - aber nicht mehr. Die Besitzerin des Retrievers Dino muss dem früheren Halter von Gismo 767 Euro Schadensersatz zahlen; das ist die Hälfte der Rechnung einer Tierklinik, die das Leben des Mischlings - vergeblich - zu retten versuchte. Zivilrichter Reinhard Wiehe bestätigte damit seine Einschätzung aus einer Verhandlung vor 14 Tagen. Für den Beißvorfall im Ricklinger Holz würden beide Tierhalter zu gleichen Teilen haften, ohne dass sie eine persönliche Schuld treffe.

Das Unglück beruhte laut Wiehe auf einer „typischen Tiergefahr“, die sich laut Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in einem „der tierischen Natur entsprechenden unberechenbaren und selbstständigen Verhalten“ äußert. Es habe sich nicht bis ins Detail klären lassen, wie die Begegnung zwischen dem 30 Kilogramm schweren Retriever und dem 7-Kilo-Malteser-Mix abgelaufen sei und welcher Hund zuerst zugeschnappt oder geknurrt habe. Jedoch habe die Besitzerin von Dino nicht damit rechnen müssen, dass ihr erst kurz vor dem Unglück erworbenes Tier gefährlich sei. In dem Übernahmevertrag mit dem Verein „Wir für Straßentiere“ habe man ihr bestätigt, dass der aus Rumänien stammende Hund sozialverträglich ist.

Der Angriff von Dino auf Gismo fand im April dieses Jahres statt, am Rande beteiligt waren auch zwei weitere Spaziergänger mit ihren Hunden. Alle Tiere waren nicht angeleint; als der Retriever zuschnappte, riss er dem Mischling das Bauchfell auf und verletzte seine Organe. Ob er den schwarzen Wuschel auch mehrfach schüttelte, ist unklar.

Reinhard Wiehe, selbst bekennender Hundehalter, folgte großteils der Zeugenaussage der Ehefrau des Mischlings-Besitzers, die ihren Liebling ausgeführt hatte. Demnach hätten sich alle vier Hunde zunächst beschnuppert, Gismo aber habe sich von vornherein ängstlich gezeigt. Allerdings sei es aller Erfahrung nach nicht so, urteilte der Richter, dass dominante Hunde eher Verletzungen verursachen als devote; auch ängstliche Tiere könnten zuerst zuschnappen. Insofern könne man dem Retriever keine alleinige Verantwortung an der Beißattacke zumessen; es sei „bei derartigen Konstellationen stets eine Frage des Zufalls, inwieweit das Verhalten der beteiligten Tiere zu einer Schädigung des jeweils anderen Tieres führt“.

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