Ein Hamburger Architektenbüro hat den Wettbewerb für den Wiederaufbau des Schlosses Herrenhausen in Hannover gewonnen. Das teilte die Volkswagenstiftung am Mittwoch mit. Eine Jury ernannte den Entwurf des Büros Jastrzembski Kotulla aus Hamburg zum Sieger des Architektenwettbewerbs. Den zweiten Platz belegte ein Büro aus Hannover, auf den dritten Rang kam eines aus Dresden. Die Entwürfe werden am 16. April vorgestellt. Welcher Entwurf realisiert wird, soll im Sommer feststehen.
Die Volkswagenstiftung will das Schloss für 20 Millionen Euro neu errichten, es soll ein Museum und ein Tagungszentrum beherbergen. Gedacht ist an einen modernen Bau hinter einer historisch rekonstruierten Fassade. Das alte königliche Schloss neben den Herrenhäuser Gärten war 1943 dem Bombenhagel der Alliierten zum Opfer gefallen.
lni
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Kommentare
@m50cent BRA – 01.04.10
Und die Menschen wollten auch Guido mit seinen Steuersenkungen und "Geiz ist geil", solange sie selbst ordentlich verdienen. Sie wollen mehr Freizeit bei vollem Lohnausgleich, Kinderbetreuung, die nichts kostet und freie Fahrt für freie Bürger. Ich zumindest hinterfrage die Wünsche der Allgemeinheit, bevor ich ins große Hurra einstimme. Und da muss ich sagen, dass der Ruf nach dem Schloss unhistorisch, ungebildet und uninspiriert ist, auch wenn eine solche Meinungsäußerung eltiär daher kommen mag.Gott sei Dank kein Betonwürfel! my50cent – 31.03.10
Fakt ist nun einmal: die Menschen wollen das Schloss. So wie sie auch die Dresdner Frauenkirche uund andere Rekonstruktionen wollten.Es ist Teil unserer Geschichte und Identität und hat sicher nichts mit "Disney Land" zu tun.
Und das passt der heutigen selbsternannten Intellektuellen - und Architektenriege natürlich nicht.
Man stelle sich nur mal vor an Stelle des alten Schlosses käme ein Neubau. Entweder kalte Stahl/ Glass- Konstruktion oder noch besser ein verputzter Betonwürfel.
Kein Mensch käme in die Herrenhäuser Gärten für so einen Dreck.
Und das passt den Herren Architekten und co. natürlich nicht, ändert aber nichts an Volkes Meinung und der Ästhetik, die Rekonstruktionen im Vergleich zu Neuzeitmüll ausstrahlen!
@CC BRA – 31.03.10
Na ja, dann sollten wir ganz schnell die Grotte im Großen Garten abreißen, Höhlen scheinen ja nicht so gut zu passen. Meine Güte, es geht doch ganz einfach darum, dieses Schwarzweißdenken zu beenden: Alt gleich heimelig und schön, neu gleich gerade, kalt und unpassend. Und neu kommt immer von den Architekten, und alles was die Menschen wollen, sieht anders aus. Wie kann man sich sein Welt- und Architekturbild nur so simpel zurechtbiegen!@ CC LJA – 31.03.10
Falls Sie wirklich zu den Leuten gehören, die glauben, dass sich eine klassizistische Fassade in einen Barockgarten einfügt, dann empfehle ich Ihnen ein Buch über Architekturgeschichte, oder über Geschichte insgesamt. Das sollte dann alle Illusionen in dieser Hinsicht kurieren.@BRA CC – 31.03.10
Ich freue mich auf das Schloß, weil es sich einfügt und passt. Dass kann man weder von einer Höhle behaupten noch von den neumodischen Kisten in der City. Architektur ist für die Menschen da und nicht für selbstherrliche Architekten!@CC BRA – 31.03.10
Merke: Schlichtes Denken hat noch nie zu eigener Schönheit sondern nur zur Wiederholung des hinlänglich Bekannten geführt. Wenn die Menschheit immer so gedacht hätte, dann säßen wir immer noch in unseren schönen Höhlen und den schönen Laubhütten. Und wenn ich Adolfs Führerbunker rekonstruiere, ist der dann auch schön? Und wenn ich das Alte Rathaus in seinen Vor-Haase-Zustand zurückrekonstruiere, wird es dadurch nicht auch schöner?Juhu! CC – 31.03.10
Merke: Rekonstruktionen sind immer noch die schönsten Bauwerke.