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Hand in Hand gegen das Turbo-Abi

Schulpolitik Hand in Hand gegen das Turbo-Abi

Mit einer Menschenkette am niedersächsischen Landtag haben am Dienstag mehrere Hundert Menschen gegen die Einführung des geplanten Abiturs nach zwölf Jahren an den niedersächsischen Gesamtschulen demonstriert.

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Mehrere Hundert Schüler und Eltern demonstrierten gegen das geplante Turbo-Abi an integrierten Gesamtschulen.

Quelle: Martin Steiner

Nach einer Kundgebung an der Marktkirche zogen die Demonstranten in zwei Protestzügen friedlich um den Landtag und bildeten am Leibnizufer eine Menschenkette. Diese reichte von der Marstall-Brücke bis zur Leinstraße an der Ecke Karmaschstraße. Die Veranstalter von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dem Elternverband für Gesamtschulen Niedersachsen zählten 1000 Teilnehmer, die Polizei registrierte etwa 500 Demonstranten.

Für Nils Johannsen von der GEW-Niedersachsen ist die symbolische Einkreisung des Landtags ein voller Erfolg. „Für einen Ferientag sind sehr viele Eltern und Schüler gekommen — das Klassenziel ist erreicht“, sagte Johannsen. Eine komplette Umzingelung des Landtags war gar nicht möglich. Die Polizei hatte im Vorfeld der Aktion keine Genehmigung für eine Sperrung aller Zufahrtsstraßen zum Landtag erteilt. Der Protest dürfte dennoch lautstark im Landtag angekommen sein.

Dort tagte am Dienstag der Kultusausschuss, um die Gesetzesvorlage der Landesregierung zum Turbo-Abitur zu erörtern. Zahlreiche Vertreter der hannoverschen Gesamtschulen bezeichneten diese Pläne in Redebeiträgen als Aus für das Gesamtschulkonzept. Auch die Kultusausschussmitglieder von SPD, Grünen und Linken machten in einer Sitzungspause ihrem Ärger über die Pläne Luft. „Schule ist mehr als Wissensvermittlung, sie beinhaltet auch Zeit für soziales Lernen“, sagte Frauke Heiligenstadt (SPD). „Die Landesregierung möchte Reformschulen kaputt machen“, sagte Ina Korter (Grüne), und Christa Reichwald (Linke) nannte das Konzept zur neuen Gesamtschule eine Farce.

Die Proteste werden fortgesetzt. Schon am Donnerstag soll es in hannoverschen Schulen weitere Aktionen gegen das Turbo-Abitur geben. Vom 15. bis 19. Juni wird zu einer Bildungsstreikwoche aufgerufen, und am 17. Juni soll es eine bundesweite Demonstration geben, die in Hannover um 12 Uhr auf dem Opernplatz beginnt. Zudem kündigte Johannsen von der GEW ein Volksbegehren gegen die Pläne der Landesregierung an.

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