Südstadt. Bei einem Kilopreis von fast 42 000 Euro ist allein das Gold deutlich mehr als 100 000 Euro wert. Der ehrliche Mann hat die Wertsachen den Erben des rechtmäßigen Besitzers zukommen lassen.
„Solch einen Schatz zu finden – das ist schon ein merkwürdiges Gefühl“, sagt der Fliesenlegermeister. Er hatte für das Wohnungsunternehmen Gundlach die Küche nach dem Tod des Mieters renoviert – und den Fund sofort an die Hausverwaltung gemeldet. Nicht einen Moment habe er daran gedacht, die Wertgegenstände selbst zu behalten, sagt er. „Erst später, als ich von meinem Fund erzählt habe, bin ich mehrfach gefragt worden, warum ich das überhaupt abgegeben habe.“
„Das war wirklich vorbildliches Verhalten“ sagt Gundlach-Geschäftsführer Frank Eretge. Seit 120 Jahren baut und betreut das Familienunternehmen Wohnungen. „Aber von solch einem Fund habe ich aus der gesamten Firmengeschichte noch nie gehört.“
Der 38-jährige selbstständige Fliesenleger hatte gemeinsam mit einem Kollegen den Boden der Küche erneuert. Der alte PVC-Belag flog raus, stattdessen sollte gefliest werden – aber ohne die zur Wohnung gehörende Einbauküche zu demontieren. „Ein übliches Verfahren“, sagt der Fliesenleger: „Man nimmt die untere Blende ab und klebt die Fliesen ein bisschen unterhalb der Küche weiter, damit später ein ordentlicher Abschluss besteht.“ Beim Demontieren der Blende entdeckten die Handwerker zunächst nur einige Plastiktüten. „Wir dachten, es handele sich um Abfall oder um Ersatzteile der Küche, die dort aufgehoben wurden“, sagt der Handwerker verschmitzt.
Schon der erste Blick offenbarte aber, dass die beiden einen besonderen Fund gemacht hatten. In warmen Farbtönen blinkte ihnen das Gold entgegen. Das Gewicht gab die Gewissheit, dass es sich um echtes Edelmetall handelt. Australische Dollarmünzen in verschiedenen Größen, dabei schwere Stücke mit dem Konterfei von Queen Elizabeth, der Kilobarren mit Degussa-Prägung, auch etliche Silbermünzen sowie Silberbesteck, das in Zeitungspapier eingewickelt war: „So viel Gold und Silber habe ich noch nie in der Hand gehalten“, sagt der Handwerker.
Über einen Finderlohn ist noch nicht gesprochen worden. Aber die Erben haben die Kontaktdaten des Handwerkers erfragt.
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