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Entwicklung

Hannover 2010: Auf dem Weg zur schönen Stadt?

Von Conrad von Meding

Hannover setzt bei der Stadtentwicklung auf Dialog, hat aber nicht nur gute Erfahrungen gemacht. Hinter dem Hauptbahnhof lässt sich exemplarisch bewundern, wie eine gut durchdachte Planung gründlich schief gehen kann.
Anders als von den Planern ursprünglich vorgesehen: Beim Bau wurde an der Fassade des Raschplatzgebäudes offensichtlich gespart.

Anders als von den Planern ursprünglich vorgesehen: Beim Bau wurde an der Fassade des Raschplatzgebäudes offensichtlich gespart.

© Christian Burkert

Hannovers Stadtbaupolitik, allen voran die damalige Stadtbaurätin Uta Boockhoff-Gries, hatte 2006 bei der Neuplanung des Gebäudes Raschplatz 5 vehement darauf gedrungen, dass die Immobilie nicht nur zum Raschplatz hin ein zeitgemäßeres Aussehen erhält, sondern auch in Richtung des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB). Die typische Rückseitenatmosphäre des Gebäudes müsse durch eine lebendige Nutzung mit Geschäften und durch eine freundliche Fassade abgelöst werden, forderte Boockhoff-Gries damals. So sah im Planerwettbewerb der Siegerentwurf des Architekturbüros Koch Panse viel Glas, Ladengeschäfte und zur Auflockerung der dunklen Fassade Holzelemente in den Fenstern vor. Jetzt, vier Jahre später, ist das Gebäude fast fertig. Doch von dem offenen Konzept ist nichts geblieben. Eine triste Fläche in Grautönen säumt die Straße und verstärkt den Eindruck, „hinterm Bahnhof“ angekommen zu sein.

Wie immer in solchen Fällen gibt es viele Gründe, warum von dem Siegerentwurf so drastisch abgewichen wurde. Der wichtigste Grund: Erst 2007 entschied sich, wer größter Nutzer im Gebäude wird. Es ist Hannovers Spielbank, und die legt nicht viel Wert auf große Fensterflächen, sondern hat zur Lister Meile vor allem Technik-, Sozial- und Büroflächen untergebracht. Dem Vernehmen nach gab es aber auch diverse Probleme beim Umbau – das aus dem Zeitplan geratene Millionenprojekt dürfte inzwischen auch finanziell etwas aus dem Ruder gelaufen sein. Der Generalunternehmer hat den Rotstift angesetzt und gespart, wo es möglich war. Bei der Wahl der Fenster zum Beispiel scheint es – das ist sichtbar – ihm möglich gewesen zu sein. Das ist bitter, denn genau das sollte mit dem Wettbewerb verhindert werden, wie die HAZ damals schrieb: „Von den Baupolitikern des Rates gab es reichlich Lob – und die Auflage, die Qualität des Siegerentwurfs nicht durch Sparauflagen zu verwässern.“

Wenn man so will, wird das Jahr 2010 ein Jahr der Architekturwettbewerbe. Nicht nur, dass internationale Planerwettstreits für den Wiederaufbau vom Schloss Herrenhausen, für die Erweiterung des Sprengel Museums und die Erneuerung des Plenarbereichs am Landtag laufen. Auch der Stadtentwicklungsdialog HannoverCity2020 geht in die vielleicht entscheidende Runde.

30 Architektur- und Landschaftsplanerbüros aus ganz Europa sollen Lösungen für vier Orte erarbeiten: Für den Klagesmarkt, den Marstall, den Bereich Leibnizufer/Hohes Ufer/Waterlooplatz sowie den Bereich Köbelinger Markt/Friedrichswall/Trammplatz. Bekannte Namen von internationalen Planern sind gesetzt, Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann hat mit allen Kontakt aufgenommen – er kennt sie aus Projekten von seinen früheren Wirkungsorten Hamburg und Bremen. Für Hannover geht es um nichts weniger als das Vorhaben, die Wunden der von Kriegszerstörungen geprägten Stadt mit neuen Ideen zu schließen und die vielfach „unräumlichen Plätze“, wie Bodemann formuliert hat, urbaner zu nutzen. Das Vorhaben ist bundesweit einzigartig und wird mit hohen Beträgen aus dem Bundesbauministerium und der Bundesstiftung Baukultur gefördert. Dort hat besonders beeindruckt, dass in Hannover Hunderte Bürger über Monate hinweg in Foren über Ziele der Stadtentwicklung mitdiskutiert haben.

Der Wettbewerb soll zunächst grobe Akzente setzen etwa in der Frage, wie Klagesmarkt oder Köbelinger Markt zusätzliche Attraktivität für das Innenstadtwohnen entwickeln können. Später müssen sich Investoren finden, die die Konzepte umsetzen – und bei Grundstückskäufen so viel Geld in die Kasse spülen, dass die Stadt landschaftsplanerische Innovationen, etwa an der Innenstadt-Leine, finanzieren kann.

Für die Glaubwürdigkeit des Projekts ist es allerdings unabdingbar, dass am Ende auch das herauskommt, was am Anfang geplant wurde. Wenn der Eindruck entsteht, dass die Planer Luftschlösser entwerfen dürfen, sich die Verwaltung dann in der Politik die Legitimation für die Bauprojekte holt und der Investor am Ende etwas baut, das kaum noch etwas mit der Ursprungsplanung zu tun hat – dann ist der Stadtentwicklungsdialog zum Scheitern verurteilt.

Das schlechte Beispiel am Raschplatz ist nicht das einzige. Aus dem vergangenen Jahr ist etwa das Parkhaus Rosenquartier in übler Erinnerung geblieben, bei dem den ersten Entwürfen zufolge eine Fassadenverkleidung die Parkhaustristesse verhüllen sollte. Kaum aber war das Millionenprojekt fertig, verkaufte der Hamburger Entwickler es an einen Immobilienfonds und scherte sich nicht mehr um die Bilderversprechen von den Bauschildern. Jetzt steht das Parkhaus mit seiner Rohbauoptik in der Innenstadt und ärgert die Geschäftsleute, die in den umliegenden Straßen versuchen, Städtebauqualität zu schaffen.

Die Forderung der Ratspolitiker von 2006, die Qualität von Architektenentwürfen nicht später durch Sparauflagen zu verwässern, gilt für das Projekt City2020 erst recht. Die Stadt sollte sich etwas einfallen lassen, wie sie Gestaltungsregeln verbindlich festschreibt – damit die vielen bunten Entwürfe, die im Jahr 2010 der Öffentlichkeit präsentiert werden, am Ende nicht durchweg an der Realität scheitern.

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  • Es wäre mit Blick auf den Raschplatz Mr.Moore – 18.01.10
    schon ein Fortschritt, wenn man den unerträglich heruntergekommenen ZOB mal wieder in einen ansehnlichen Zustand versetzen würde. Ich bin bei meinen regelmäßigen Besuchen in Hannover leider immer gezwungen, dort in den Bus zu steigen, und frage mich, warum der erste und letzte Ort, den viele Reisende von Hannover sehen, in so einem erbärmlichen Zustand gelassen wird.
  • Wasserkunst uz – 12.01.10
    Kann mir jemand erklären, welchen Wert die Wiedererrichtung der Flusswasserkunst an alter Stelle hätte? Nach meiner Aufassung böte sich nur ein optischer Sperrriegel, der den Ausblick auf das Wangenheim'sche Palais und den Trammplatz verstellt - eine bislang durchaus erfreuliche Perspektive. Was ist dagegen mit leichtfertig verspielter Bausubstanz wie dem Friederikenpalais? Oder einem so tristen Ort wie dem Marktplatz: Hier ist es nicht allein der deplatziert wirkende 'Neu'-Bau aus den Achtzigern, sondern auch die Stillosigkeit, an Stelle von schmalgiebeligen Bürgerhäusern die plattenförmige Querfront eines Hotels errichtet zu haben. Was spräche gegen einen Wiederaufbau z.B. des Hauses Holste von 1662 ?
  • Investor + Beamter CC – 12.01.10
    Ja, Rt66, genau darum geht es hier auch (und nicht um Historismus). Die Investoren muss man zwingen, nicht so einen Schindluder hier in Hannover zu bauen (ist natürlich schwierig, weil wir kein dollen Immomarkt haben).

    Gleichfalls sollen die Beamten alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, dass all zu billiges Aussehen nicht geduldet wird. Ich hab das Gefühl in anderen Städten klappt das besser. Wieso erlaubt Leipzig z.B. keine Parkhäuser in der City?
  • @Carsten Rt66 – 12.01.10
    Der Historismus war definitiv mehr als ein rein ästhetischer Rückgriff auf Vergangenes und hatte natürlich auch politisch-gesellschaftliche Hintergedanken. Einfach mal Heinrich Hübschs Standardwerk "In welchem Style sollen wir bauen" lesen, dann kann man den damaligen Zeitgeist ganz gut einsortieren. Und natürlich kann man dann bei etwas kritischem Denkvermögen auch die Querbezüge zu Kaiser Wilhelm, Bismarck und Co. herstellen. Das ist aber doch zu allen Zeiten so gewesen, dass Architektur Abbild dessen ist, was gesellschaftlich möglich aber auch gewünscht (!) ist. Und so ist unsere Architektur heute auch ganz logischer Ausdruck einer renditeorientierten, rational aufgeklärten Gesellschaft, die sich zur Ablenkung einen eventorientierten Spaßzweig gönnt, der dann ruhig mal was kosten darf. Und so stehen in der Masse klar designte, wirtschaftlich kalkulierte Bürokisten rum, und zum Spaß bauen sich manche Schlösser und Flusswasserkünste wieder auf. Die "modernen" Architekten können bei alledem nur das bauen, was ihre Bauherren in Auftrag geben und nicht das, was sie sich in ihrer vermeintlich verkopften, elitären Gedankenwelt ausdenken. Von daher nervt die ewige Architektenschelte. Schlagt bitte auf dei Bauherren ein!
  • @CC: nicht aufregen... Carsten – 12.01.10
    Dass 'LJA' der geistige Sohn Rudolf Hillebrechts ist, hat er ja schon in anderen Kommentaren zu Architektur-Artikeln unter Beweis gestellt - etwa mit dem Gewetter gegen den Schlosswiederaufbau in Herrenhausen.

    Dabei war der Historismus nur das, was heute massenhaft im kommerziellen Produktdesign passiert: der Rückgriff auf Vergangenes zur Anhebung der Ästhetik, ohne politisch-gesellschaftlichen oder sonstwelchen Hintergedanken. Dort wird man nämlich aus wirtschaftlichen Gründen quasi dazu genötigt, im Sinne des Menschen zu planen... und kann sich nicht wie ein moderner Architekt in seiner verkopften, elitären Gedankenwelt verkriechen.

    Sollte die moderne Architektur wie damals irgendwann mal wieder wegweisend für jegliche Art von Design sein, dann fahren wir wohl bald in grauen Schuhkartons durch die Gegend, stellen uns graue Schuhkartons in die Wohnung, schlafen auf grauen Schuhkartons...

  • @LJA: bitte richtig lesen CC – 12.01.10
    Der Verein "Hannoversche Stadtbaukultur" will auch ausdrücklich die Zeit nach 1950 und modernes Bauen mit qualitätsvoller Architektur fördern. Die Nachkriegsmoderne ist inzwischen ein hohes Gut in unserer Stadt. Die Flusswasserkunst ist ausnahmsweise ein Vertreter der Vorkriegszeit. Mitnichten soll in Hannover alles wie früher entstehen.

    Les also bitte mal richtig, LJA.
  • @ DA LJA – 11.01.10
    Oha, das hatte noch gefehlt. Ein Verein, der die gute alte Zeit optisch wieder auferstehen lassen möchte. Vermutlich weil man Angst vor Gegenwart und Zukunft hat.
    Wann diese gute alte Zeit genau statt gefunden hat, ist dabei wohl nicht so ganz klar, aber offenbar irgendwann vor 1950.
    Spaß beiseite. Eine wilde Romantisierung á la Disneyland und Flußwasserkunst ist genau das letzte, was Hannover jetzt braucht.
  • Rt66 frank – 11.01.10
    Was Du sagst, ist definitiv richtig. Natürlich kann man nicht jedes Detail mit mehreren Hundert Leuten absprechen.

    Ich habe allerdings mehr die Effektivität gemeint. Trotz dieser Foren ist ja keine Linie erkennbar, sondern die Entwicklung bewegt sich ja konträr zur Meinung der Bewohner. In einer Umfrage wurde festgestellt, dass die meisten Leute in Hannover mehr Grün und weniger Beton wollten. Was aber passiert ? Mehr Beton und weniger Grün. Und alles, was neu entsteht, hat dieselbe Farbe, dieselbe Form und denselben Ausdruck wie das, was es bereits gibt.

    Auch ein Architektenbüro aus Berlin ...

    Es geht mir nicht um die Details, aber es tut mir leid, scheinbar haben die Verantwortlichen hier nichts zu sagen. Alles gleich, alles glatt.

    Hannover hat sehr viel zu bieten - das Opernhaus - das Gebäude, in dem das Finanzministerium sitzt - aber was nützt es, wenn diese Qualitäten nicht herausgestellt werden.

    Der Autoverkehr in H erstickt allen Flair, am ECE, am Steintor, Anfang Lister Meile. Und die kaputten Steine ...

    Ist das etwa Politik ?

    Wie gesagt, Hannover ist tatsächlich sehr schön, und die Qualität der Stadt wird deutlich, wenn man den Schuldenstand Hannovers (weniger als 1 Milliarde) mit den Schulden anderer Städte vergleicht (HH 17.0000 pro Einw., Berlin 60 Milliarden, Bremen ... auweia ....) und vergleicht, was daraus gemacht wurde.

    Stimmt, von daher ist die Politik Hannovers schon o.k. Aber reicht das?

  • Zuviel dunkelroter Klinker und grau Sven – 11.01.10
    Es gibt zuviel grau und dunkelroten Klinker. Helle freundliche Farben wären besser! Was ist an einem grauen Haus nur so attraktiv, dass man sowas so häufig erblicken muss?
  • Bürgerinitiative DA – 11.01.10
    @Bürger:
    Natürlich gibt es bereits eine Bürgerinitiative zur allgemeinen Stadtentwicklung.

    Der Verein "Hannoversche-Stadtbaukultur" unter www.hannoversche-stadtbaukultur.de setzt sich dafür ein!

  • x CC – 11.01.10
    Ich kann hier nur noch mal zustimmen. Dass Parkhäuser wieder gebaut werden ist schon krass - welche Stadt macht das noch heute. Dass die dann noch so dämlich aussehen... es geht auch besser.

    Nein, die Stadt insbesondere das Planungsamt muss sich mehr um die Umsetzung kümmern. Es ist unser öffentlich Raum, der da von Investoren verschandelt wird!

    Wenn das nämlich so weitergeht, dann glaub ich diesem gut gemeinten City2020-Dialog auch kein Wort mehr.
  • Korrektur Rt66 – 11.01.10
    Die Schlusspassage meines letzten Beitrags hatte ich aus Franks Beitrag kopiert und veresehentlich nicht gelöscht, die gehört natürlich nicht mehr dazu...
  • Steintorplatzbebauung schade Nachbar Goethestr. – 11.01.10
    Schade, daß die Würfel da schon gefallen sind. Fehlt nur noch der Investor. Dann gibt es wieder neue Bauklötze aus Glas und Beton. Die Stadt hat dann etwas mehr Einnahmen. Und die Journalisten aus dem Medienzentrum haben ihren langersehnten Achsenblick. Viel Freude damit.
  • @ Frank Rt66 – 11.01.10
    Natürlich wird vieles im Hintergrund abgesprochen, sonst würde nämlich überhaupt nichts mehr laufen. Was soll man denn einem Investor sagen, der mit einem durchaus vielversprechenden Konzept bei der Stadt anfragt? Tut mir leid, das müssen wir erst in unseren Foren diskutieren? Nein, natürlich gibt es da Gespräche und auch Zusagen und Vorentscheidungen. Das ist in anderen Feldern der Politik doch auch nicht anders. Die City 2020-Foren sind im Übrigen Veranstaltungen der Stadt und gerade deswegen hat man dort externe Moderatoren eingesetzt. Ob die konkrete Besetzung geglückt ist, sei dahingestellt, das Prinzip ist aber bestimmt kein Ausdruck von Handlungsunfähigkeit, im Gegenteil.

    Jetzt dem City-2020-Prozess vorzuwerfen, es seien im Vorfeld vollendete Tatsachen geschaffen worden, weil beispielsweise der Steintorwettbewerb gelaufen ist, ist im Übrigen nicht sachgerecht. Stadtplanung ist nun einmal ein fortlaufender Prozess. Die Entscheidung zum Wettbewerb ist ganz einfach gefallen, bevor der 2020-Prozess angelaufen ist. Deswegen müssen die Foren noch lange kein Alibi sein. Aber natürlich muss man sich bei allen Diskussion immer damit auseinandersetzen, dass es möglicherweise gerade erst vollendete Tatsachen gibt, die nun in zukünftige Überlegungen einbezogen werden müssen, obwohl man lieber völlig anders geplant hätte. Insofern müssen wir aber ohnehin vom Absolutheitsanspruch der Stadtplanung vergangener Jahrzehnte wegkommen: Wir bauen hier keine fix und fertige Stadt, um dann diesen Zustand dauerhaft zu konservieren, sondern Stadtplanung bedeutet, Prozesse zu steuern und immer wieder neue Entwicklungen zu ermöglichen. Das entspannt dann auch bei der Vorstellung, dass vielleicht einmal etwas schief gehen kann und ermutigt auch zu Experimenten.

    Das gilt meines Erachtens auch für das Bauen selbst. Insofern kann ich überhaupt nicht verstehen, warum man sich so an den Renderings aufhält. Die entstehen meist zu einem Zeitpunkt, zu dem gerade mal der Vorentwurf steht. Es liegt doch auch eine Chance darin, wenn sich Farbe, Material und Gliederung noch verändern können, das muss doch nicht immer zum Schlechten sein. Von daher fand ich die abstrakten Bauzeichnungen früherer Zeiten viel besser, da konnte jeder seiner Phantasie noch während des Bauens freien Lauf lassen und anschließend war man entweder positiv oder negativ überrascht, wie das Ergebnis ausgefallen ist. In keinem Fall ist es Schwäche der Stadt, wenn Bauten nachher anders als auf einem Rendering eines früheren Planungsstandes aussehen. Die Stadt hat nämlich nicht die Aufgabe, als Geschmackspolizei aufzutreten. Sie tut dennoch oft genug ihr Möglichstes, aber es gilt nach wie vor die Baufreitheit: Das heißt, dass hier jeder (im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten) bauen darf wie er möchte. Finde ich auch oft ziemlich schlimm, andererseits möchte das ja auch jeder von uns in Anspruch für sich selbst nehmen, oder?

    Und dass fertige Bauten sich vom gezeichneten Original unterscheiden, ist meiner Ansicht nach Ausdruck der Schwäche der Stadt, denn das kann nur bedeuten, dass sich die Stadt über den Tisch ziehen lässt.

    Und in der Jury entscheiden Leute, die ebenfalls nicht in der Politik sind.

    Für mich stellt sich die Frage, ob es überhaupt eine handlungsfähige Politik gibt.
  • Ob die Mütze blau oder grün ist, Interessant – 11.01.10
    sagt nichts darüber aus, ob sie wärmt oder nicht. Ich mag grüne Mützen, die blauen könnt Ihr haben... Oder worum geht´s hier?
  • ... frank – 11.01.10
    Ich bin mittlerweile der Meinung, dass bzgl. der Neugestaltung die Dinge im wesentlichen im Hintergrund abgesprochen werden. Zum Beispiel gibt es an den "Foren" keine direkte Beteiligung der Stadt, sondern als Vertreter drei Personen, die als Pastor, Expo-Planer keine Politiker sind, einsetzen.

    Statt dessen werden bereits Monate vorher Wettbewerbe für den Steintorplatz organisiert ect. Das bedeutet also, dass diese Foren vermutlich nur Alibi sind.

    Und dass fertige Bauten sich vom gezeichneten Original unterscheiden, ist meiner Ansicht nach Ausdruck der Schwäche der Stadt, denn das kann nur bedeuten, dass sich die Stadt über den Tisch ziehen lässt.

    Und in der Jury entscheiden Leute, die ebenfalls nicht in der Politik sind.

    Für mich stellt sich die Frage, ob es überhaupt eine handlungsfähige Politik gibt.
  • @Rt66 bzgl. Parkhaus Carsten – 11.01.10
    Und genau da ist die Stadtbauplanung wieder in der Schuld. Dass das Parkhaus so hässlich aussieht wie es jetzt nunmal aussieht, ist nur das negative I-Tüpfelchen. Viel schlimmer ist, dass es dort überhaupt eins gibt - direkt neben einem bestehenden Riesenparkhaus und einem brandneuen Kauftempel mit gigantischem Parkdeck.

    Im Rahmen des Rosenquartier-Umbaus wurden zwei Gebäudeflügel komplett abgerissen. Eine U-Bahn sucht man dort weit und breit vergeblich. Warum also keine Tiefgarage wie in anderen Städten? Warum ist Parkhausneubau in der Innenstadt Hannovers überhaupt noch erlaubt?

    Auch warum man Un-Orte wie den Raschplatz überhaupt notdürftig umbaut, anstatt ihn mit dem Mut der damaligen Stadtplaner (kombiniert mit den Erfahrungswerten von heute) gleich incl. ZOB, Hochstraße und Pavillon gänzlich frei neu zu planen, erschließt sich mir nicht. Eine Ausrede wie am Kröpcke, dass von der Existenz des Baus die ganze Statik der darunterliegenden U-Bahn abhängt, dürfte wohl angesichts dieses maximal fünfgeschossigen Schuhkartons nicht gelten.

  • Raschplatz andi – 11.01.10
    Der neu gestaltete Raschplatz ist eine Schande! Vor dem Umbau noch ein durch Beton geprägtes Schmuddelloch, wurde durch die Investition von viel Geld ein neues Ensemble aus stilloser grauer Masse geschaffen, welche in der schwarzen Dominanz des an einen Kohleofen erinnernden neuen Spielcasinos gipfelt. Man fragt sich ob der Architekt dieser ästetischen Grausamkeit schon immer anders war als die anderen Kinder, oder ob das Ergebnis den generellen geschmacklichen Entgleisungen der Stadtbauverwaltung geschuldet ist. Nur weiter so, es muss doch möglich sein, Hannover jegliche angenehme Baukultur zu nehmen!!!
  • @ CC frank – 11.01.10
    Danke schön. Ich nehm das mal in die Hand, damit das mit dem Gut aussehen endlich klappt.
  • @cc Rt66 – 11.01.10
    Ob das Parkhaus Rosenquartier wirklich kleiner ist als Heutelbeck, wage ich zu bezweifeln (mal bei Google Earth die Straßenfront abgreifen!), es wird aber unabhängig davon offenkundig, dass die architektonische Gestaltung wieder einmal nur Ausfluss eines strukturellen Problems ist: Ein Parkhaus ist nunmal ein Parkhaus und kein Geschäftshaus und schon gar kein Wohnhaus. Im Wohnhaus sieht man Heiligabend flackerndes Kerzenlicht, im Geschäfshaus immerhin noch effektvoll beleuchtete Schaufensterpuppen, aber hinter der Fassade eines Parkhauses habe ich eben nur Lärm, Gestank und rote Bremslichter, abends und an Heiligabend eben gar nichts mehr. Das sind substanzielle Unterschiede, die ich nicht mit Fassadenkosmetik in den Griff bekomme.

    Dass der Raschplatz verhunzt ist, hat in der Tat Rudolf Hillebrecht , wahrscheinlich auch noch sein Nachfolger Adrian mit zu verantworten. Es ist trotzdem zu kurz gesprungen, diese Projekte aus heutiger Sicht als wahnwitzig zu geißeln, weil sie andererseits auch Probleme entschärft haben (den Verkehr hatte ich erwähnt), an denen andere Städte heute massiv zu knabbern haben. Vor allem waren die Konzepte damals aber dem Zeitgeist geschuldet, frei nach dem Motto: Heute fliegen wir zum Mond, morgen wohnen wir dort, proben wir doch heute schonmal auf Erden dafür. Das muss man doch mit berücksichtigen, wenn man heute auf die Visionäre von damals eindrischt.

    Was aber Frau Brockhoff-Gries damit zu tun haben soll, dass die Umplanung des Raschplatzes nicht mehr wie auf den Renderings von vor vier Jahren aussieht, das soll verstehen wer will. Die gute Frau ist seit zwei Jahren nicht mehr im Amt und hat damals immerhin noch einen Wettbewerb für den Raschplatz mit auf den Weg gebracht. Sonst hätte die HRG das wahrscheinlich einfach irgendwie gemacht.
  • @frank CC – 11.01.10
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  • @Ex-Präsident Hannoveraner96 – 11.01.10
    Dem ist sehr wohl etwas hinzuzfügen...
    Ich durfte miterleben, wie Herr Schmidt eines Besseren belehrt wurde (in einer Sendepause von uns Olli Pocher persönlich...)
    Es wurden Herrn S. Fotografien von Hannover gezeigt, ganz nebenbei...vom Rathaus, aus der Eilenriede, vom Maschsee und auch aus der Innenstadt...er hat die Bilder für Teile von Dresden gehalten...
    Soviel gebe ich auf seine "Sachkenntnis".

    Jemand der so offensiv Hannover kritisiert, aber nicht von Dresden unterscheiden kann, hat sich besser überhaupt nicht mehr zu äußern.
    Olli hat nur in sich hineingeschmunzelt...
    Leider hab ich die Auflösung nicht mehr mitbekommen. Sicher ist aber, dass Herr S. keinen Scherz gemacht hat.
    Soviel dazu...
  • @Rt66 CC – 11.01.10
    Das Parkhaus Rosenquartier ist kleiner als Heutelbeck. Trotzdem hat man es total versaut. Heutelbeck sieht dagegen heute exakt wie auf dem Rendering angedeutet aus. insofern kann man froh sein, dass derselbe Investor auch am Kröpcke-Center dran ist.

    Dass der Raschplatz verhunzt ist, hat Rudolf Hillebrecht mit seinen Flächenabriss, Hochstraße und wahnwitzigen Konzepten zu verantworten. Dass das Gebäude jetzt wie Käse aussieht und nicht wie auf dem Rendering dagegen Frau Brockhoff-Gries.
  • Selbst mal engagieren frank – 11.01.10
    Gibt es denn Leute unter euch, die Lust haben, sich in einer Bürgerinitiative zu engagieren ? Wenn man etwas nicht so gut findet, gibt es doch genug Möglichkeiten, etwas zu machen.

    Ich bin ebenfalls interessiert daran, wie es in Hannover weitergeht, und bevor man zukünftige Projekte im Nachhinein schlecht finden muß, könnte man ja vorher zu argumentieren, damit es besser wird.

    Mir schwebt, das ist mir wichtig zu sagen, etwas politisch neutrales vor, und habe persönlich, wenn ich dieses Idee vorbringe, keinen Anspruch an Vorsitz oder sowas. Es geht nur darum, sich zusammenzufinden, um vielleicht Einfluß nehmen zu können.

    Für den Fall, dass hier Leute sind, die ebenfalls interessiert sind, möchte ich meine Email-Adresse angeben. Vielleicht kann ich ja ein Treffen organisieren, damit wir uns kennenlernen.
    Gruß frank

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  • Stadt und Stadtplanung Rt66 – 11.01.10
    Die hier geäußerten Gedankengänge sind ja alle gar nicht so verkehrt, aber kaum ein Beitrag geht auf die Suche nach den Ursachen für die oft so durchschnittliche Architektur. Schwierige Investoren gibt es andernorts auch - und auch entsprechende gesichtslose Investorenarchitektur. Aber die Projekte, über die hier besonders eifrig diskutiert wird, fallen dadurch auf, dass sie von einer solchen städtebaulichen Komplexität sind, dass sie zum einen sehr groß sind und zum anderen in der Gemengelage der Interessen verschiedener Eigentümer, Nutzer und sonstiger Betroffener zerrieben werden.

    Und so entsteht am Raschplatz eben nur ein neues Mäntelchen für einen Großkomplex der 70er, der aber auch zukünftig keine maßstäbliche Parzellierung erkennen lässt (weil es sie nicht gibt), bei dem man nicht weiß, in welcher Ebene das Erdgeschoss sein soll (weil Passerelle und U-Bahnen unten drunter liegen) und der isoliert auf seiner Insel steht (weil rundherum ausschließlich weitere autistische Großkomplexe stehen). Es ist obsolet, hier über Schönheit zu streiten, weil man bei einem solchen Gebäude überhaupt keine sinnvollen Anknüpfungspunkte für eine selbstverständliche, angenehme, maßstäbliche Gestaltung findet. Glas kann man hier genau so kritisieren wie Klinker und hellen Sandstein genau so wie dunklen Basalt.

    Und aus genau diesem Grund gibt's am Heutelbeck-Nachfolger auch so wenig zu kritisieren, weil der einfach nur eine Baulücke füllt (wobei der Vorgänger wahrscheinlich besser war, aber das ist ein anderes Thema). Und selbst wenn die Fassade nicht perfekt sein sollte, so tragen solche Gebäude die Chance auf Weiterentwicklung in sich. Ihme-Zentrum, Kröpcke-Zentrum und Raschplatz haben dieses Potenzial nicht, weil es sich immer gleich um halbe Stadtumbauten handelt.

    Es geht hier alos um die Folgen einer Stadtplanung aus den 50er und 60er Jahren, die damals radikaler und konsequenter als andernorts war, sich aber leider in vielerlei Hinsicht (nicht komplett, denn z.B. verkehrstechnisch ist Hannover immer noch optimal aufgestellt) überholt hat. Das ist damit aber kein Zeichen von Provinzialität sondern es geht eher um das Gegenteil.
  • Harald Schmidt sagte einmal ... ExPräsident – 11.01.10
    Hannover ist nicht der Arsch der Welt, aber man kann ihn von dort sehr gut sehen.

    Dem gibt es nicht hinzuzufügen.

  • Gesichtslos CC – 11.01.10
    Da mein Ausdruck hier mehrfach kritisiert worden ist, räume ich ein, dass er etwas überspitzt formuliert worden ist.

    Im Grunde jedoch ist meine Intention die folgende:

    "Wer aufhört seine Stadt und Stadtplanung zu hinterfragen, wird nichts Gutes mehr erwarten können."
  • Andere Städte... Wer kann´s denn besser? – 11.01.10
    Mit dem Vergleich anderer Städte würde ich sehr zurückhaltend umgehen. Größere Städte verlangen nach anderem Umgang - schon allein aus ihrer Dimension heraus.
    Und Hannover ist nicht Berlin, Hamburg oder München. Das möchte ich einem Hannover auch gar nicht wünschen, denn das ist nicht gleichbedeutend damit, daß es sich dort insgesamt qualitätvoller leben läßt. Im Gegenteil diese GROSSstädte sind vielmehr dazu geneigt, sich ständig mit ihrer gegenseitigen Konkurrenz zu beschäftigen, was derzeit extrem in Hamburg auffällt. Die Gier nach mehr kann auch extrem nach hinten losgehen. Ich mag Hannover! Natürlich gibt es hier städtebaulich viel zu tun, aber im Flächenvergleich ist das doch nicht mehr als in anderen Städten. Hannover engagiert sich sogar vorbildlich für seinen Städtebau (getrieben davon, daß anscheinend viele denken, daß hier mehr "nicht stimmt" als anderswo)!
    Und was die Rückfassade des Casinos am Raschplatz angeht... ehrlich, solange man so herumsteht, kann man ja meckern wie man will, aber was passiert dann, wenn man sich umdreht... dieses Hotel-/Kauflandmonster funktioniert doch auch... und schön? "schön" ist ja auch oftmals relativ.
    Es findet IMMER jemand was zum Meckern und das wird auch in Hannover GENUG getan!!! Genauso, wie anderswo auch.
    Und wenn die Hannoveraner meinen, Ihre Stadt sei Gesichts los, dann tut mir das sehr leid. Aber es gibt ja viele, die meinen daß sie sich an der Vissage rummessern lassen müssen...Kann unter Umständen auch zur Sucht werden.
    Nur weil man ein anderes Gesicht hat, heisst es nicht, daß es wertlos oder schlecht ist!

    Mit freundlichen Grüßen,
    eine gebürtige Hamburgerin

    P.S.: Hannover weiter so! Qualität muss sich auch bei Neuerungen erst einspielen.
  • Hannover, Stadt der Mittelmäßigkeit Simon Dehn – 11.01.10
    Die Bockhoff-Gries ist inkompetent und gnadenlos überfordert.

    Der Raschplatz sieht - zumindest in den Renderings - miserabel aus und das Konzept ist auch daneben. Deutsche Stadtplaner sollten bei der Gestaltung öffentlicher Plätze einmal einen Blick nach Spanien riskieren.

    Ich mache mir keinerlei Hoffnungen, dass auch sonst irgendetwas Schönes in Hannover enstehen wird. Das Kröpcke-Center ist ein fauler Kompomiss, das Ihmezentrum gehört abgerissen.

    Gleich gegenüber ist in der jüngeren Vergangenheit völlig kontraproduktiv das widerwärtige und architektonisch wie städtebaulich wertlose Ostland-Neubaugebiet entstanden. Wahrscheinlich um einfach von der Bauruine gegenüber abzulenken.

    Das Regionshaus ist funktionale Hannover-Langeweile-Verwaltungsbau-Architektur.

    Die Sozis haben Hannovers Ruf als Stadt der Mittelmäßigkeit über Jahre gefestigt. Da konnte die grandios gefloppte Expo auch nicht viel ändern.

    Die Aufwertung rund um den Hauptbahnhof ist zwar als positives Intermezzo festzuhalten, aber auch keine große Leistung, da sich Ähnliches in den meisten deutschen Städten vollzogen hat.

    Weil und Jagau gehören mitsamt ihrer Entourage aus der Stadt gejagt.

    Stattdessen diskutiert man mit den Sozis und ihrer Baggage tatsächlich über das sinnvolle Großbauprojekt Tunnelbau Raschplatz-Goetheplatz, wo doch schon kleine Projekte scheitern.

    Einzig positiv zu erwähnen, bliebe die neue NordLB von Behnisch. Nicht weil sie so schön, oder auch nicht ist, sondern weil es das einzige Großbauprojekt in Hannover ist, bei dem sich einmal etwas getraut wurde.

    Ansonsten sehe ich als Architekturstudent in Hannover jedenfalls tagtäglich, wie man es nicht macht.
  • Kritik Carsten – 11.01.10
    Seine Heimatstadt ständig als hässlichste, ödeste Wüste des Landes zu bezeichnen, wie es einige mit Vergnügen tun, das ist eine Sache. Daran beteilige ich mich ebenfalls nicht. Es gibt genug wunderschöne Ecken in Hannover.

    Von seiner Stadtpolitik und -verwaltung zu erwarten, dass sie vernünftige Arbeit leistet, ist eine ganz andere Sache. Da sollte es im Interesse jedes Bürgers sein, dass seine Steuergelder vernünftig ausgegeben werden. Und wenn ich sehe, wie in der City (wo Aufwertung durchaus nötig ist) ein Schuhkarton nach dem anderen in nichtssagender Nachkriegsmanier hochgezogen wird, dann bekomme ich eben Bauchschmerzen!

    Jeder muss da für sich den Mittelweg zwischen Dauermeckerei und selbstgefälliger Lethargie finden. Unsere Lokalpolitik hat diesen Weg in Sachen Städtebau offenbar noch nicht gefunden. Sechzig Jahre nach Kriegsende wird's aber langsam mal Zeit.

  • @Dennis CC – 11.01.10
    Ich bin geborener Hannoveraner und habe das Recht meine Stadt in punkto Stadtplanung (und nur in diesem Punkt) kritisieren zu dürfen! Das Recht nehme ich mir.

    Ehrlich gesagt wird hier auch viel zu wenig gemeckert. Der Hannoveraner gibt sich ja mit allem zufrieden. Das sieht in anderen Städten ganz anders aus.
  • Und erneut LJA – 11.01.10
    setzt man in Hannover auf die falschen Akzente im Städtebau. Das Problem in der öffentlichen Wahrnehmung sind nicht so sehr die oft beklagten Einzelfälle wie das Ihme-Zentrum, sondern die Massen von gesichtslosen Bauten, welche speziell in den etwa 20 Jahren nach Ende des 2. Weltkriegs in der Stadt entstanden sind. Hierzu zählen z.B. die Wohnblocks im Bereich Celler Str./ Hamburger Allee sowie entlang der Vahrenwalder Str., aber auch die Ministeriumsbauten am Waterlooplatz, die alte Preussag-Zentrale am Leibnizufer oder die Sparkasse am Aegie (auch wenn speziell die letztere noch etwas neuer ist).
    In anderen Städten wurden solche Altlasten mittlerweile konsequent entsorgt. Nur in Hannover lässt man sich von irgendwelchen Architekten Großkopfeten einreden, dabei handele es sich um "hochwertige" Architektur, die gehegt und gepflegt werden müsse.
    Wenn dann die öffentliche Hand auch noch bei der baulichen Gleichmacherei mit macht, z.B. mit der neuen Regionsverwaltung, dann darf man sich über die Einstellung der Investoren nicht mehr wundern.
  • Hannoveraner Dennis – 11.01.10
    Also, ich muss mich immer wieder über die Menschen wundern, die "unsere" Stadt als häßlich und gesichtslos sehen und trotzdem hier wohnen bleiben. Kann ich nicht verstehen. Dann zieht doch in solche Städte wie Berlin oder Hamburg... Diese Städte haben Gesicht, aber eben auch "minimal" mehr Gewalt und Schmuddeligkeit! Ich kann diese Meckerei über Hannover echt nicht mehr lesen.
    Im Übrigen heisst es nicht "wie die unsere", sondern "wie der unseren" @CC!
  • Hinter´m Bahnhof loupgarou – 11.01.10
    "Hinter´m Bahnhof" bleibt wohl "hinter´m Bahnhof". Aus der Ruinenlandschaft, die bis weit in die 50iger Jahre noch dieses Terrain bedrückend beherrschte, entstanden immer nur architektonische Klimmzüge ohne jegliche echte Perspektive zur Anbindung der Oststadt an die City. Das trennende Element eines Durchgangsbahnhofes, wie in Hannover seinerzeit übrigens erstmalig realisiert, tut da sein Übriges. die Wurzeln allen Übels liegen somit bereits im Jahr 1843. Aber Besserung ist wohl noch immer nicht in Sicht.
  • Genau! Carsten – 11.01.10
    Aber naturgemäß kollidieren da die Interessen von Stadt und Investoren: während sich die Stadt völlig zu Recht positive Akzente wünscht, um der City ein Gesicht zurückzugeben, denken Investoren offenbar: "für Hannover reicht's auch in 08/15".

    Meine Hoffnungen ruhen ein bisschen auf Centrum. Der Neubau am ehemaligen Heutelbeck-Haus ist zwar von gänzlich unspannender Kubatur, aber die Fassade sieht endlich mal so hochwertig aus wie geplant und nicht wie billig zusammengeschustert. Wenn das Kröpcke-Center sich genauso strikt an den Plänen orientiert, gibt's endlich mal eine Verbesserung in Hannovers City.

    Ansonsten weiß ich nicht, wieso die Stadt sich von Investoren immer wieder so offensichtlich betrügen lässt. Wenn man den Baumultis nach dem Motto "Hauptsache, es passiert was" alles durchgehen lässt, bekommt man statt neuen Akzenten nur Neuausgaben der üblichen hannoverschen Nachkriegsbausünden. Siehe Raschplatz, siehe Rosenquartier.

  • Korrektur CC – 11.01.10
    ... es muss bei meinem Kommentar natürlich heißen: "Hannover hat nicht den Spirit wie Dresden und München..."
  • Regeln der Stadtplanung CC – 11.01.10
    Hannover hat zwar Spirit wie Dresden oder München, aber gerade in einer fehlgeplanten und gesichtslosen Stadt wie die unsere sind Regeln zum Errichten von Gebäuden in der Kerncity elementar. Ansonsten haben wir nur noch Bauklötze in der Stadt.

    Das Parkhaus Rosenquartier ist eine Frechtheit und auch der neue Raschplatz wird wohl in 10 Jahren wieder neu geplant werden müssen.

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  • Fläche: 204,14 km²
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