Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt 96-Fan schüttet anderem Fan heißen Glühwein ins Gesicht
Hannover Aus der Stadt 96-Fan schüttet anderem Fan heißen Glühwein ins Gesicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 29.06.2018
Die Spieler von 96 waren nach dem Spiel gegen Heidenheim zufrieden, weil sie mit 3:2 gewonnen hatten – der vom Glühwein getroffene Fan war da schon im Krankenhaus. Quelle: Maike Lobback
Hannover

In der Halbzeitpause des Zweitliga-Fußballspiels Hannover 96 gegen den 1. FC Heidenheim kam es im Dezember 2016 zu einem folgenschweren Zwischenfall. Ein damals 18-Jähriger aus Wennigsen schüttete einem 52-jährigen Stadionbesucher aus der List einen Becher kochend heißen Glühwein ins Gesicht; vorangegangen war der Aktion ein Streit um ein Vordrängeln an einem Getränkestand in der Nordkurve der HDI-Arena. Das Opfer erlitt eine erhebliche Verletzung am linken Auge, an der es bis heute laboriert. Am Dienstag trafen die beiden Fans im Zuge eines Zivilprozesses am Amtsgericht Hannover aufeinander; der heute 53 Jahre alte Mann fordert von dem Jüngeren 1700 Euro Schmerzensgeld und möchte festgestellt sehen, dass dieser für alle Folgeschäden bezüglich des verletzten Auges aufkommt. Richterin Catharina Erps wird ihr Urteil erst am 31. Juli sprechen, doch es hat den Anschein, als wenn der Wennigser nicht um eine Zahlung herumkommt.

Versehen oder Absicht?

Es war ein Freitagabend gegen 19.30 Uhr, als es zu dem Zwischenfall am Getränkestand kam. Der in einer Schlange stehende Bauingenieur aus der List hatte sich geärgert, dass einige Fans wie selbstverständlich an den Wartenden vorbeigingen und sich etwas zu trinken bestellten. Es kam zu einem Wortwechsel mit dem 18-Jährigen, der dem Älteren bedeutete, er solle „nicht so stressen“. Es sollen Sätze gefallen sein wie „Von Dir Wichser lasse ich mir gar nichts sagen“, der Beklagte behauptet, er sei von dem Älteren geschubst worden und diesen habe der Glühwein infolgedessen versehentlich getroffen. Doch soll der Wennigser bei einer früheren polizeilichen Vernehmung davon gesprochen haben, dass er seinen Kontrahenten mit dem Glühwein nur an der Brust, aber nicht im Gesicht treffen wollte – was durchaus auf ein bewusstes Schütten schließen lässt. Auf jeden Fall erklärte das Opfer vor Gericht, der andere habe ihm das Heißgetränk zielgerichtet ins Gesicht geschleudert.

Die Folgen der Attacke waren erheblich. Der Lister Fan war zunächst wie blind und litt unter starken Schmerzen, die Augen wurden von Ersthelfern und später im Nordstadtkrankenhaus mit viel Wasser gekühlt und gespült. Die Langzeittherapie fußte auf Salben und Schmerzmitteln. Aktuell, so der 53-Jährige, sei die Sehkraft des linken Auges immer noch eingeschränkt, gelegentlich tue es auch noch weh. Der frühere Dauerkartenbesitzer leidet unter Schlafstörungen, hat seit der Glühwein-Attacke kein Fußballspiel mehr besucht und mag nicht mehr auf Weihnachtsmärkte gehen.

Ein Strafverfahren vor dem Amtsgericht Wennigsen gegen den Abiturienten, der jetzt bei der Bundeswehr dient, wurde nach Jugendrecht eingestellt; allerdings musste er dem Älteren als Auflage 300 Euro Schmerzensgeld zahlen. Eine gütliche Einigung im Zivilprozess lehnte der Anwalt des Klägers am Dienstag ab. Da noch nicht klar sei, ob das verletzte Auge keine langfristigen Schäden davongetragen habe und deshalb auch keine medizinischen Folgekosten absehbar seien, lehne sein Mandant einen Vergleich ab.

Von Michael Zgoll

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei einem Zusammenprall zwischen einem Radfahrer und einem Auto ist am Montag in Hainholz ein 15-Jähriger leicht verletzt worden. Die Polizei sucht Zeugen, weil der genaue Hergang des Unfalls bislang nicht klar ist.

26.06.2018

Lebensgefährliche Verletzungen hat sich eine 46-jährige Fußgängerin am Dienstagvormittag bei einem Stadtbahnunfall zugezogen. Die Stadtbahn-Strecke und die Hildesheimer Straße waren zeitweise gesperrt.

26.06.2018
Aus der Stadt Historische Hannover-Fotos - So sah die Südstadt früher aus

In unserer neuen Serie nehmen wir Sie mit auf eine historische Bilder-Reise durch Hannovers Stadtteile. Zum Auftakt zeigen wir Ihnen die Südstadt, die sie so vermutlich noch nicht gesehen haben.

26.06.2018