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Aus der Stadt Wann fährt die Stadtbahn zum Expo-Park? 
Hannover Aus der Stadt Wann fährt die Stadtbahn zum Expo-Park? 
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00:41 19.04.2018
Im Nahverkehrsplan 2015 war die Verlängerung zur Haltestelle Expo-Park noch eingeplant. Quelle: Conrad von Meding
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Hannover

Die Region hängt mit ihren Plänen zur Erweiterung des Stadtbahnnetzes immer stärker zurück. Weil der Bau der Hochbahnsteige an den vorhanden Trassen länger dauert als geplant, verzögert sich auch der Streckenausbau zum Expo-Park nahe Ikea. Ursprünglich war er im Nahverkehrsplan für 2016/17 vorgesehen – dass der Termin nicht zu halten sein dürfte, ist seit Jahren klar. Jetzt ist das Projekt erneut verschoben – auf „2022 oder Folgejahre“, wie Regionssprecher Klaus Abelmann bestätigt. Die Anlieger sind verärgert: Der moderne Gewerbepark boomt, Hunderte Arbeitsplätze sind dort angesiedelt, jetzt entstehen immer neue Studentenwohnheime – der versprochene Nahverkehrsanschluss aber lässt auf sich warten. 

„Beim Kauf der Grundstücke war es für viele Investoren interessant, dass ein Stadtbahnanschluss geplant ist – jetzt fragen viele nach, was eigentlich daraus wird“, sagt Karsten Klaus, Chef der Gesellschaft Expo-Grund, die die Flächen des ehemaligen Expo-Ostgeländes vermarktet. „Inakzeptabel“ fände er es, wenn die neue Haltestelle womöglich erst in zehn Jahren gebaut würde. 

Region: Andere Projekte haben Vorrang

Kurios: Es müssen eigentlich zur Verlängerung von der derzeitigen Endhaltestelle Messe-Ost an der Plaza nur ein paar Hundert Meter Gleise gelegt werden, denn schon jetzt führt die Gleistrasse etwa bis auf Höhe des Peppermint-Pavillons, wo sie in einer Wendeschleife endet. Bei der Regionstochter Infra war das Gesamtprojekt mit drei Millionen Euro veranschlagt – das ist angesichts der Infra-Bilanz von gut 144 Millionen Euro im vergangenen Jahr eher ein Kleinbauvorhaben. 

Bei der Region heißt es, dass andere Projekte Vorrang haben: etwa der barrierefreie Ausbau der D-Strecke in der Innenstadt, die Stadtbahnverlängerung nach Hemmingen oder die Nachrüstung von Hochbahnsteigen auf dem Bothfelder Streckenast der Stadtbahn. Mit diesen Großprojekten und weiteren Vorhaben, etwa auf der Limmerstraße, seien die Planungskapazitäten bei der Region und der für die Gleisanlagen zuständigen Infra ausgeschöpft. 

In der Stadtpolitik wächst die Verärgerung

In der Stadtpolitik wächst die Verärgerung über die Nahverkehrspolitik der Region. Die Vorsitzenden der drei Mehrheitsfraktionen im Rat, SPD, Grüne und FDP, wenden sich mit einem dringenden Appell an die Stadtspitze, sie möge sich bei der Region dafür stark machen, dass das Expo-Vorhaben „zeitnah“ umgesetzt werde. Schließlich habe die Landeshauptstadt die Modernisierung des Expo-Parks mit viel Energie vorangetrieben, sodass inzwischen fast alle Grundstücke vermarktet seien – jetzt dürfe der Nahverkehrsanschluss nicht verzögert werden. 

Auch wegen des schleppenden Ausbaus von Park-and-ride-Plätzen gab es jüngst viel Kritik aus der Stadtpolitik an der Region. Zudem war der Vorstoß aus dem hannoverschen Rat, über ein in anderen Städten bereits eingeführtes 365-Euro-Jahresticket für den Nahverkehr nachzudenken, von der Regionspolitik brüsk abgebügelt worden. Für den Nahverkehr ist die Regionsversammlung zuständig, die zwar etwa zur Hälfte aus Abgeordneten aus Hannover-Stadt besteht – es wächst aber das Gefühl, dass sich die Interessen der Landeshauptstadt dort nicht genügend wiederfinden. 

„Ärgerlich ist vor allem, dass es für die neue Endhaltestelle Expo-Park nicht mal mehr einen neuen Termin gibt“, sagt Expo-Grund-Geschäftsführer Klaus. Die ersten beiden Studentenwohnheime nahe Ikea sind nahezu vollständig bezogen, gerade hat der Bau von zwei weiteren Wohnheimen begonnen, und neben dem Holländischen Pavillon soll noch ein Hochhaus mit Studentenapartments entstehen. Zudem baut der Aufzugspezialist Schindler im Expo-Park seine neue Regionalniederlassung, der ehemalige Dänische Pavillon ist verkauft und soll bald neu belebt werden. Nur der versprochene Stadtbahnanschluss fehlt.

Von Conrad von Meding

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