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Aus der Stadt Kokain weht weg – 37-Jähriger rastet aus
Hannover Aus der Stadt Kokain weht weg – 37-Jähriger rastet aus
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00:29 25.03.2018
Vor Gericht zeigte er sich reumütig: Der Angeklagte (Bild links), hier mit seinem Verteidiger Matthias Steppuhn. Quelle: Philipp Von Ditfurth
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Hannover

 Ein  irrwitziger Alkohol- und Drogentrip durch Hannovers Innenstadt hat einem mehrfach vorbestraften hannoverschen Weinsommelier vor dem Amtsgericht jetzt eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe von einem Jahr beschert. Darüber hinaus muss der 37-Jährige eine Geldbuße von 1000 Euro zahlen.  Mit einbezogen in das Urteil wurde eine zweite  Autofahrt ohne Führerschein mit gefälschten Kennzeichen. 

Er habe in der Verhandlung die Notbremse gezogen und sich nach anfänglichem Zögern umfassend geständig gezeigt, hielt Richter Burkard Littger dem Angeklagten zugute. Eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe von einem Jahr war die Forderung der Staatsanwaltschaft gewesen.

Am Tattag, einem Sonntagmorgen im Oktober 2017, hatte der geschiedene zweifache Vater Vollgas gegeben. Nicht genug damit, dass der Mann, dem der Führerschein wegen früherer Delikte bereits entzogen worden war, mit drei weiblichen Bekannten  nach einer durchfeierten Nacht stark alkoholisiert mit seinem Wagen von der Hamburger Allee zum Vahrenwalder Platz fuhr, um sich Kokain zu besorgen. Zudem rastete er kurz darauf regelrecht aus: Nachdem er Stoff im Wert von 20 Euro gekauft hatte, setzte er sich wieder ins Auto und verteilte das Koks für eine Line auf seinem Handy. Ob das wertvolle Pulver durch das plötzliche Öffnen eines Fenster weggeweht wurde oder sich durch den versehentlichen Stoß einer der Frauen im Auto verteilte, blieb vor Gericht ungeklärt. Es war jedenfalls in alle Winde verstreut – was T. derart aufbrachte, dass er aggressiv wurde und seine Begleiterinnen mit den Worten „Ich bring euch alle um. Ich will mein Kokain zurück“ bedrohte.

Der Anklage zufolge beließ der Mann es nicht dabei. Im Gegenteil: Er raste mit den Frauen im Auto weiter und hielt erst an der Lister Meile, wo eine der Mitfahrerinnen ihren Wagen geparkt hatte. Offenbar vollends außer sich schlug er mit einem Gullydeckel das Beifahrerfenster ihres Autos ein und stahl das Portemonnaie der Besitzerin mit 70 Euro, einem iPhone, einem Schlüsselbund und dem Autoschlüssel des Wagens.

Der Angeklagte versuchte, den Diebstahl zunächst abzustreiten. Er erinnere sich nur noch daran, dass er in seinem Wagen eingeschlafen und später von der Polizei geweckt worden sei, sagte er vor Gericht. Die Beweise waren allerdings mehr als eindeutig: Alle gestohlen gemeldeten Sachen fand die Polizei in seinem Wagen verstreut – bis auf das Handy der Frau. Das hatte er in der Hosentasche. Mehr als zwei Promille, das ergab später ein Test, hatte er zu dem Zeitpunkt im Blut. „Stumpfes alkoholbedingtes Fehlverhalten“, nannte Verteidiger Matthias Steppuhn das Verhalten seines Mandanten dann auch im Schlussplädoyer, forderte aufgrund einer guten Sozialprognose aber eine Bewährungsstrafe. Der 37-Jährige  hat inzwischen wieder Arbeit gefunden. Seine neue Freundin beteuerte vor Gericht, er habe dem Alkohol weitgehend abgeschworen.

Von Jutta Rinas

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