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Aus der Stadt Kahlschlag am Kanal: Amt lässt nachpflanzen
Hannover Aus der Stadt Kahlschlag am Kanal: Amt lässt nachpflanzen
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10:55 19.02.2018
Lange freigeschlagene Streifen wie nach der jüngsten Winterrodung soll es am Kanal nicht mehr geben. Quelle: Haase
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Hannover

 Die Proteste des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) haben Wirkung gezeigt. In einem Gespräch mit der Schifffahrtsverwaltung und der Region als Naturschutzbehörde wurde vereinbart, dass umfangreiche Kahlschläge am Mittellandkanal nicht mehr vorkommen. Auf den betroffenen Flächen soll so schnell wie möglich Ersatz gepflanzt werden. Die winterlichen Arbeiten hatten in den vergangenen drei Jahren wegen ihres Ausmaßes sowohl den BUND als auch empörte Politiker und Anwohner auf den Plan gerufen.

Fast alle Gebüsch- und Rückzugsflächen sind verschwunden

Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Braunschweig hatte als Grund für die Rodungen vor allem die Verkehrssicherheit auf dem Kanal, aber auch Naturschutzaspekte ins Feld geführt. „Dabei sind wir in Teilbereichen über das Ziel hinausgeschossen“, räumt der zuständige Sachgebietsleiter Hartmut Dost ein. Betroffen war nach Angaben von Georg Wilhelm, Vorstandsmitglied beim BUND, vor allem der Bereich von der Büttnerstraße in Vahrenwald bis zum Eulenkamp in der List. „40 Prozent der Bäume fehlen sowie fast die gesamten Gebüsch- und Rückzugsflächen zwischen Ufer und Betriebsweg“, resümiert Wilhelm.

Der BUND hatte sich bei seinem Protest vor allem auf den landespflegerischen Begleitplan berufen, der Ausgleich für Naturzerstörung beim Kanalausbau in den neunziger Jahren rechtsverbindlich vorschreibt. „Dagegen ist massiv verstoßen worden“, sagt Wilhelm. Die Region als Naturschutzbehörde sieht das ähnlich.

Neupflanzungen sollen so schnell wie möglich beginnen

Dost erklärt, einige Flächen etwa beidseits von Haltebügeln müssten aus Sicherheitsgründen komplett von Bewuchs freigehalten werden. „Ansonsten werden wir das Unterhaltungskonzept komplett überarbeiten und auch die Kommunikation mit den von uns beauftragten Betrieben verbessern“, kündigt er an. Vor den Winterarbeiten wolle man sich künftig mit Region und Naturschützern abstimmen.

Das WSA will die geschundenen Flächen sobald möglich wieder aufwerten – „damit man die Behörde auch einmal als Anpflanzer wahrnimmt“, sagt Dost. Dazu habe der BUND Vorschläge gemacht. „Wir denkan an heimische Gehölze und Sträucher“, sagt Wilhelm und nennt als Beispiele Eichen, Linden, Weißdorn und Schlehen.

Dost führt noch einen Punkt ins Feld, der bei den demnächst anstehenden gemeinsamen Standortbesichtigungen auch eine Rolle spielen könnte: „Es gibt auch Bürger, die sich parkartige Freiflächen mit Liegewiesencharakter am Kanal wünschen.“

Von Bernd Haase

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