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Aus der Stadt Erneuter Kahlschlag am Kanal gestoppt
Hannover Aus der Stadt Erneuter Kahlschlag am Kanal gestoppt
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00:15 23.01.2018
Der Uferbewuchs ist braunen Kahlstellen gewichen. Quelle: Haase
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Hannover

 Es ist bereits das dritte Mal, dass sich Schifffahrtsverwaltung, Region und der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) wegen der winterlichen Arbeiten am Kanal in die Haare bekommen. Vor dem Jahreswechsel hat das in Braunschweig ansässige WSA vor allem im Bereich zwischen Hebbelstraße und Listholze am Südufer Gehölze, Stauden und Büsche roden und häckseln lassen; übrig geblieben sind bis auf einzelnen Röhricht an der Wasserkante nur erdbraune Flächen.

Das Vorgehen ruft jedes Mal den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie die lokale Politik, Anwohner und Freizeitnutzer am Kanal auf den Plan. BUND-Vorstandsmitglied Georg Wilhelm wirft dem WSA einen „systematischen Vernichtungsfeldzug gegen das Ufergrün“ vor. Das Amt lege gezielt freie Flächen an, um dort besser mit großen Maschinen arbeiten zu können, zerstöre dabei aber einen Lebensraum für Vögel und Insekten und beeinträchtige den Freizeitwert am Kanal für Naturliebhaber.

Die WSA führt ins Feld, es müsse die Wasserstraße für die Schifffahrt erhalten und außerdem „die Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes sichern.“ Gemeint ist damit, dass sich nicht heimische Pflanzen wie Staudenknöterich nicht ansiedeln und Brombeerranken sich nicht ungezügelt ausbreiten. Das Vorgehen sei mit den zuständigen Naturschutzbehörden abgestimmt.

Die Naturschützer halten die Rodungen nichtsdestotrotz für illegal; die Region hegt zumindest Zweifel. Sie hat das WSA zu einer Stellungnahme aufgefordert. Hintergrund ist, dass beim Ausbau des Mittellandkanals vor knapp 20 Jahren rechtsverbindlich vorgeschrieben worden ist, was dort in Sachen Grünflächen geht und was nicht. „Sollte dagegen verstoßen worden sein, müsste das Amt für Ersatz sorgen“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann.

Einstweilen hat das Amt die Winterarbeiten am Kanal unterbrochen. Anfang Februar wollen sich Naturschutzbehörde, WSA und BUND an einen Tisch setzen und die Dinge durchdeklinieren. Das könnte auch helfen, künftige Aufregungen unter Anwohnern zu vermeiden. „Wir sind kürzlich erneut alarmiert worden, weil am Listholze gerodet worden ist“, berichtet Abelmann. In diesem Fall war es aber nicht die Schifffahrtsverwaltung, die den Bewuchs schreddern ließ, sondern die Stadt Hannover. Die bereitet dort ein Baugebiet vor und hatte deshalb eine Genehmigung.

Von Bernd Haase

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