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Aus der Stadt Georadar untersucht Mauerreste
Hannover Aus der Stadt Georadar untersucht Mauerreste
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22:40 12.11.2013
Schnitte in die Zeittorte: Die Grabungen am Hohen Ufer – hier fotografiert aus dem Treppenhaus des Historischen Museums – fördern Exponate zutage. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

„Wir sind mit Geophysikern im Gespräch, die Erfahrung im Auffinden unterirdischer Mauern haben“, sagt Landesdenkmalpfleger Henning Haßmann. Denn dort, wo jetzt durch archäologische Grabungen Mauerfundamente freiliegen, waren sie nicht vermutet worden. „Auf Grundlage unserer Aufzeichnungen hatten wir die Mauer etwas näher am Fluss vermutet“, sagt Haßmann.

Bei archäologischen Grabungen am Hohen Ufer haben die Bauteams Reste der historischen Stadtmauer gefunden.

Ein empfindliches Georadar soll jetzt Aufschluss geben. Es liefert Erkenntnisse an Stellen, wo der Boden nicht aufgegraben werden soll. Das spart nicht nur Zeit und Geld - es kommt auch den Interessen der Archäologen entgegen. Denn die wollen so wenig Originalsubstanz wie möglich im Boden zerstören. Am Hohen Ufer hatte der erste Nachkriegs- direktor des Historischen Museums, Helmut Plath, extrem frühe Siedlungsreste vermutet. Je länger sie im Boden bleiben, desto besser würden die Analysetechniken der Archäologen, sagt Haßmann. Prof. Thomas Schwark, heute Direktor des Museums, pflichtet ihm bei. „Als ich studiert habe, gab es die Dendochronologie zur Analyse des Alters von Holz noch nicht, die heute Stand der Technik ist. Wer weiß, wie viel mehr spätere Generationen über historische Funde herausfinden können, wenn wir die Exponate nicht aus dem Boden holen.“ Als „Forschungsreserve“ bezeichnet Haßmann dieses Übriglassen von Exponaten.

An der Grabungsstelle baut ab 2014 die Firma Helma Wohnungsbau aus Lehrte zwei mehrgeschossige Häuser mit Gastronomie und Tiefgarage. 3,50 Meter tief geht die Baugrube in den Boden. In den ersten Wochen ihrer Grabungsarbeit haben die Archäologen aus dem Team des Unternehmens Archaeofirm außer den Stadtmauerresten auch zwei Krüge aus dem 12. Jahrhundert und eine Silbermünze von 1482 geborgen, aber auch junge Exponate wie etwa ein Einmachglas mit Bohnen, das möglicherweise in einer Bombennacht des Zweiten Weltkriegs in einen Altstadtkeller gestellt und später verschüttet wurde, und einen alten Lederschuh. Die Grabungen gehen noch wenige Wochen weiter, Passanten können sie durch Gucklöcher im Bauzaun beobachten oder vom Treppenhaus des Historischen Museums aus.

n Grabungen auch am Südwestufer: Archäologische Grabungen lassen sich derzeit auch am anderen Leineufer im Bereich des Flohmarktparkplatzes an der Brücke Schlossstraße beobachten. Dort werden sehr tiefe Bereiche ausgehoben, wo sich die Fundamente der Bebauung der alten Leineinsel befinden. Grund ist, dass die Flussmauer verstärkt werden muss. Von einem „großartigen Schnitt durch die Zeittorte“ spricht Landesdenkmalpfleger Haßmann: „Wir erhoffen uns viel Aufschluss über die alte Leineinsel.“

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