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Aus der Stadt Bande erbeutet 120.000 Euro von Ehepaar
Hannover Aus der Stadt Bande erbeutet 120.000 Euro von Ehepaar
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00:39 30.03.2018
 Knapp zehn Jahre nach der Tat muss sich seit Dienstag der 45-jährige Sinisia B. vor dem Landgericht Hannover wegen Raubes verantworten. Der Angeklagte lässt sich unter anderem von Rechtsanwalt Philip Beckmann vertreten.  Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

 Ein knapp zehn Jahre altes Verbrechen beschäftigt seit Dienstag das hannoversche Landgericht. Der 45-jährige Sinisia B. muss sich wegen Raubes und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten. Anfang Oktober 2008 hatte er, laut Anklageschrift, gemeinsam mit drei Komplizen in Hannover einem Ehepaar aus der Nähe von Magdeburg 120.000 Euro abgenommen. Nach der Tat tauchte er unter, wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht, im Oktober 2017 in Slowenien festgenommen und an die deutschen Behörden überstellt. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Der 45-jährige Serbe ist das letzte Mitglied der Bande, das auf der Anklagebank Platz nehmen muss. Seine Komplizen, darunter seine Ehefrau, sind bereits in gesonderten Verfahren verurteilt worden. Auf Anraten seiner Anwälte, dem hannoverschen Juristen Philip Beckmann und dessen Essener Kollegen Volker Schröder, nahm der Angeklagte zu den Vorwürfen gegen ihn vorerst keine Stellung, sondern folgte den langen Zeugenaussagen von Bernd und Brunhild M. – dem geschädigten Ehepaar.

Im Jahr 2008 hatten die Eheleute eine Anzeige im Internet geschaltet, in der sie eine alte Tischlerei samt Maschinen und großem Grundstück  in der Nähe von Magdeburg zum Verkauf anboten. Mitglieder der Bande nahmen unter falschen Namen Kontakt zu den Grundstücksverkäufern auf und gaben sich als Makler und als Kaufinteressenten aus. Nach mehreren Telefonaten wurden sich beide Seiten handelseinig und vereinbarten einen Kaufpreis von 250.000 Euro. Zudem veranredeten sie, dass sich die Ehefrau mit 120.000 Euro an einer Zweigstelle des angeblichen Immobilienbüros im südfranzösischen Cannes beteiligen wollte. „Die angeblichen Interessenten drängten immer wieder darauf, dass die Geschäfte mit Bargeld abgewickelt werden“, sagte Brundhild M. am Dienstag vor Gericht. Das Ehepaar willigte schließlich ein, unter der Bedingung, dass die Geldübergabe unmittelbar vor einer Bankfiliale erfolgen sollte, um die Noten dort anschließend auf ihre Echtheit überprüfen zu können.

So verabredeten sich beide Parteien am 2. Oktober 2008 vor der Sparda-Bank an der Hildesheimer Straße. Das Ehepaar hatte die 120.000 Euro in einem Koffer. Zwei Mitglieder der Bande standen rund um das Gebäude Schmiere. Die Ehefrau des Angeklagten, die sich als Letizia Bellmann vorgestellt hatte, fungierte als Kontaktperson vor Ort. Sinisia B. fuhr in einem silbernen Audi vor der Bank vor. Auf dem Beifahrersitz hatte er einen Koffer mit den vereinbarten 250.000 Euro, die er Bernd M. zeigte. Als der Ehemann sich in das Innere des Wagens beugte, um seinerseits das mitgebrachte Geld zu präsentieren, gab der Fahrer des Audi plötzlich Gas, schlug mehrfach mit der Faust auf die Hand  von Bernd M. ein, damit dieser den Geldkoffer los ließ. Brunhild M. versuchte noch, ihrem Mann zu Hilfe zu kommen. Beide wurden jedoch zu Boden geschleudert und dabei leicht verletzt. Die Bande konnte mit den 120.000 Euro entkommen. Was mit der Beute geschehen ist und wie viel Geld bereits an die Geschädigten zurückgeflossen ist, sollen die weiteren Verhandlungstage zeigen. Das Verfahren wird am 4. April fortgesetzt.

Von Tobias Morchner

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