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Darum geht der Bau von Radschnellwegen langsam voran

Radwege Darum geht der Bau von Radschnellwegen langsam voran

Mit dem Bau von Radschnellwegen geht es in der Region nicht voran. Zwei ehemalige Planer schlagen dessen ungeachtet vor, ein ähnlich konzipiertes Wegenetz zu etablieren – speziell für E-Bikes.

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Zügig radeln ist in Hannover möglich – aber noch nicht auf speziellen Schnellwegen.

Quelle: Körner

Hannover.  Seit Beginn des Jahrzehnts kursiert die Idee, auch in der Region Hannover Radschnellwege zu bauen – Pisten also, auf denen Radfahrer Vorrang genießen, die breiter sind als übliche Radwege, durchgehend asphaltiert und gut ausgeleuchtet. Sie sollen vor allem Berufspendler dazu motivieren, häufiger das Fahrrad zu nutzen.

Drei mögliche Trassen hatte die Region vorgeschlagen. Sie führen von Hannover aus nach Laatzen, Garbsen und Lehrte. Die Strecke durch die Leinemasch in Richtung Süden schien schon bald als am wenigsten realistisch. „Sie würde durch Schutzgebiete verlaufen, das macht den Bau schwierig“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Garbsen hat Interesse an einer Route vom Königsworther Platz über Herrenhausen zum künftigen Universitätscampus und weiter nach Garbsen-Mitte. Dort hakte es zuletzt an der finanziellen Förderung.

Die Stadt Hannover hat deshalb der Verbindung nach Lehrte die größte Aufmerksamkeit gewidmet, die bautechnisch am einfachsten umzusetzen wäre. In Lehrte setzt man derzeit aber andere Prioritäten, sie richten sich auf das Alltagsradwegenetz im eigenen Stadtgebiet. Nach derzeitigem Stand beginnt Hannover in diesem Jahr mit dem Ausbau einer Piste – aber eben nur auf eigenem Terrain bis zum Stadtrand in Anderten.

Ähnliche Grundgedanken wie die Planer von Radschnellwegen hegen auch Siegfried Schildmacher, früher Leiter des Referates Stadtentwicklung im hannoverschen Rathaus, und Klaus Scheelhaase, ehemals Leiter des U-Bahn-Bauamtes. Den beiden Pensionären geht es nicht zuletzt auch um den Kohlendioxidausstoß und damit um den Klimaschutz. „Will der Fahrradverkehr dem Auto Konkurrenz machen, muss er an Qualität zunehmen“, sagen sie. Das entsprechende Potenzial sehen sie in einem E-Bike-System. „E-Bikes erweitern die Reichweite des Fahrrades, ermöglichen unter guten Rahmenbedingungen die gleichen Reisegeschwindigkeiten wie Autos und verursachen keine Parkplatzprobleme“, erklären sie. Außerdem seien Elektrofahrräder in der Anschaffung im Vergleich preiswert.

Scheelhaase verweist darauf, dass der Stadtbahnausbau viele Autofahrer zum Umstieg bewogen habe. „Ich sehe keinen Grund, warum dies nicht auch mit einem E-Bike-System gelingen sollte“, sagt er. Dazu notwendig sei ein Netz von Magistralen mit ähnlichen Ausbaustandards wie für Radschnellwege. Scheelhaase und Schildmacher schlagen als ersten Schritt vor, Qualitätsstandards festzulegen und eine Bestandsaufnahme des vorhandenen Netzes hinsichtlich der Eignung für E-Bike-Verkehr vorzunehmen. 

Für die schnellen Wege gibt es Geld vom Land

Radschnellwege sucht man in Niedersachsen bislang weitgehend vergeblich. Einzige Ausnahme ist Göttingen. Die Universitätsstadt hat im Jahr 2015 eine vier Kilometer lange Piste angelegt, die den Bahnhof mit dem Nordcampus der Hochschule verbindet. An den Kosten für das seither viel gelobte Vorzeigeprojekt in Gesamthöhe von 1,6 Millionen Euro hat sich der Bund mit einer Million Euro beteiligt. Seit vergangenem August unternimmt auch das Land Anstrengungen, weil es in den Schnellwegen einen „wichtigen Baustein für ein nachhaltiges Verkehrssystem“ sieht. Der damalige Verkehrsminister Olaf Lies hat deshalb 12,35 Millionen Euro für ein Sonderprogramm zur Verfügung gestellt, aus dem sich Kommunen sowohl Planung als auch Baukosten für die Pisten fördern lassen können. Voraussetzung ist, dass ein Schnellweg mindestens fünf Kilometer lang ist. Dieses Kriterium hat dazu geführt, dass ein Förderantrag von Garbsen für eine Strecke auf eigenem Gebiet abgelehnt worden ist.        se

Von Bernd Haase

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