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Aus der Stadt Betrüger kauften Gebrauchtwagen mit falschen Papieren
Hannover Aus der Stadt Betrüger kauften Gebrauchtwagen mit falschen Papieren
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12:17 02.02.2018
Der wegen gewerbsmäßigen Betrugs angeklagte Kader Y. (links) wird von Anwalt Marco Neumann verteidigt. Quelle: Florian Petrow
Hannover

 Vier Privatleute, die ihre Autos bei Internetportalen wie mobile.de oder autoscout24.de zum Kauf angeboten hatten, wurden im Frühjahr 2015 Opfer von Betrügern. Die Interessenten legten ihnen Personalausweis, Gewerbeanmeldung und Einzahlungsbelege vor – doch alles war gefälscht, der Kaufpreis wurde nie gezahlt. Seit Freitag muss sich einer der mutmaßlichen Täter, der 30-jährige Kader Y., wegen gewerbsmäßigen Betrugs vor dem Amtsgericht Hannover verantworten.

Die Betrugsopfer stammten aus Wolfsburg, Bremen, Dortmund und Herscheid, doch die Fäden liefen in Hannover zusammen. So wurden die ergaunerten Autos häufig von – ahnungslosen – Abschleppunternehmern in die niedersächsische Landeshauptstadt geschafft. Die Transportkosten zwischen 500 und 600 Euro wurden von den Betrügern beglichen. Ein Audi A6, am 23. März 2015 für einen Preis von 16.340 Euro veräußert, war zwei Tage später in Hannover in einen Unfall verwickelt. Unter falschen Namen eigneten sich Y. und mehrere Mittäter laut Anklage  außerdem einen VW Caddy (vereinbarter Preis 18.300 Euro), einen Audi TT (17.000 Euro) und einen Mercedes E200 CDI (26.800 Euro) an. Der Besitzer des Audi TT wurde aber schnell misstrauisch und schaltete die Polizei ein; so konnte sein Wagen noch vor der Ankunft in Hannover sichergestellt werden. 

Parallelen zu Landgerichtsprozess

Der in Leinhausen wohnende Hartz-IV-Empfänger K., der bereits einige Vorstrafen aufweisen soll, machte am Freitag keine Aussage. Jedoch führte sein Verteidiger Marco Neumann mit Richterin Svenja Hykel und dem Staatsanwalt ein längeres Rechtsgespräch. In einer Woche wird der Prozess mit der Vernehmung einiger Zeugen fortgesetzt. Dabei soll auch geklärt werden, ob die Gebrauchtwagenverkäufer ihre – später teilweise sichergestellten –Fahrzeuge wiederbekommen haben und ob ihnen der Schaden ersetzt wurde.

Im Sommer 2016 war am Landgericht Hannover eine sechsköpfige Bande von Autoschiebern aus dem Kosovo verurteilt worden, die wegen 41 Betrugsdelikten angeklagt waren. Auch diese Männer suchten Angebote für hochklassige Gebrauchtwagen im Internet und täuschten die Verkäufer mit gefälschten Urkunden; die vereinbarten Summen wurden aber nie gezahlt und die Fahrzeuge anschließend gewinnbringend weiterverkauft. Die Strafen für die Betrüger reichten von Freiheitsentzug auf Bewährung bis zu vier Jahren und zehn Monaten Haft. Offenbar gibt es Querverbindungen zu Kader Y.: So taucht der Name eines angeblichen Kaufinteressenten „Sebastian Schindler“ ebenso im Landgerichtsverfahren auf wie im aktuellen Amtsgerichtsprozess.

Von Michael Zgoll

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