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Aus der Stadt Autoschieber kommt mit Bewährungsstrafe davon
Hannover Aus der Stadt Autoschieber kommt mit Bewährungsstrafe davon
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12:26 12.02.2018
Kader Y. wurde wegen gewerbsmäßigen Betrugs in vier Fällen verurteilt. Quelle: Florian Petrow
Hannover

 Ein Betrüger, der Autobesitzern mithilfe von Bandenmitgliedern ihre Gebrauchtwagen ohne Bezahlung abluchste, ist vom Amtsgericht wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Amtsrichterin Svenja Hykel sprach den 30-jährigen Kader Y. des gewerbsmäßigen Betrugs in vier Fällen schuldig. Der Täter muss 250 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten, außerdem wurde die Einziehung von 18.300 Euro (der Preis eines weiterverkauften VW Caddy) angeordnet.

Einzahlungsbelege gefälscht

Die Betrugsopfer aus Wolfsburg, Bremen, Dortmund und Herscheid hatten auf Internet-Autoportalen ihre Fahrzeuge – Audi, Mercedes und VW – angeboten und Y. zu Preisen zwischen 16.340 Euro und 26.800 Euro verkauft. Allerdings waren Personalausweis, Gewerbeanmeldung und Einzahlungsbelege, die der 30-Jährige den Autoverkäufern vorlegte, gefälscht; abgeholt wurden ihre Fahrzeuge von Abschleppunternehmen. Drei der vier Geschädigten bekamen ihre Autos später zurück. Einer hatte kurzfristig die Polizei eingeschaltet, ein anderer Wagen wurde wenige Tage nach der Betrugstat in einen Unfall verwickelt. 

Kader Y. legte am zweiten Verhandlungstag ein Geständnis ab. Er habe sich die Betrugsmasche, die er bis 2015 mehrfach praktiziert hatte, von einer Bande von Autoschiebern aus dem Kosovo abgeguckt. Sechs dieser Männer waren im Sommer 2016 vom Landgericht Hannover zu Haftstrafen bis zu vier Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Y. selbst hatte bis 2015 schon 20 Einträge im Vorstrafenregister gesammelt, darunter auch drei Verurteilungen wegen Auto-Betrügereien. Derzeit, so sein Bewährungshelfer, stünden bei ihm noch Schulden von 70.000 Euro zu Buche.

Auf dem Weg der Besserung

Richterin Hykel bescheinigte dem Angeklagten hohe kriminelle Energie. Dass K. noch einmal mit einer Bewährungsstrafe davonkam, ist der Tatsache geschuldet, dass er seit rund drei Jahren – mit Ausnahme eines Bagatelldelikts – nahezu straffrei geblieben ist. Dies hat offenbar mit der Beziehung zu einer Frau und einer wirkungsvollen Einbettung in deren Familie zu tun, auch bemüht sich K. immer wieder um reguläre Jobs. „Sie haben ihr Leben in eine neue Richtung gelenkt“, bescheinigte die Amtsrichterin dem 30-Jährigen – und so ging der Kelch eines Gefängnisaufenthalts noch einmal an K. vorüber. 

Von Michael Zgoll

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