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Aus der Stadt Borgentrick-Stein für Klaus Mlynek verlegt
Hannover Aus der Stadt Borgentrick-Stein für Klaus Mlynek verlegt
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19:28 10.06.2018
Der frühere Stadtarchivar Klaus Mlynek (rechts) ist mit dem Cord-Borgentrick-Stein ausgezeichnet worden, der Präsident des niedersächsischen Heimatbundes Heinz-Siegfried Strelow hält den Hammer zum Verlegen parat. Quelle: Samantha Franson
Hannover

​Das nennt man wohl Galgenhumor. „Ich bin froh, dass der Stein mit meinem Namen vor den Mauern des Engesohder Friedhofs verlegt wird und nicht dahinter.“ Klaus Mlynek, der langjährige Direktor des Stadtarchivs, steht im Beisein von etwa 30 Gästen neben dem Döhrener Turm zwischen den Fahrbahnen der Hildesheimer Straße und hält eine kleine Dankesrede. An diesem Sonntag wird der Cord-Borgentrick-Stein verlegt, den der 82-Jährige vergangenen November von Stadt und Heimatbund verliehen bekommen hat. Verlegt ist ein wenig übertrieben, denn vorerst pocht Mlynek mit dem Hammer nur ganz vorsichtig auf die rotbraune Platte mit seinem Namen, die auf ein Häufchen Rindenmulch gebettet ist. 2011 zerdepperte Preisträger Georg Wilhelm vom BUND den Stein, seither müssen die Geehrten mit ihren Kräften haushalten.

Für Klaus Mlynek, den langjährigen Direktor des Stadtarchivs, wurde der Cord-Borgentrick-Stein verlegt.

Im Vorjahr hatte Bürgermeister Thomas Hermann den 82-Jährigen als den Mann gewürdigt, der das Stadtarchiv aus seinem Mauerblümchendasein herausgeführt habe. Der Döhrener trug einen beträchtlichen Teil zu zahlreichen Standardwerken über Hannovers Geschichte bei. Heinz-Siegfried Strelow, der Präsident des Heimatbundes Niedersachsen, wies darauf hin, dass Mlynek als „Schatzsucher“ bezeichnet wurde, der immer neue Fakten aus den Tiefen der Geschichte  ans Tageslicht befördert habe. „Und jetzt haben Sie von uns einen neuen Edelstein gekommen“, meinte der Präsident – in aller Bescheidenheit – zur Verleihung des Borgentrick-Steins.

Mlynek erwies sich als dankbarer Empfänger. Er freue sich über die Wertschätzung eines ehrwürdigen Vereins, der nun auch schon 200 Jahre existiere und dem Hannover viel zu verdanken habe. Und dann setzte er noch einen drauf: „Ich will jetzt auch Mitglied im Heimatbund werden.“

Ein paar Worte widmete der Historiker auch dem Namensgeber des Steins. Der Rapsölproduzent Cord Borgentrick hatte die Stadt Hannover 1490 vor einem Überfall der Soldaten von Herzog Heinrich dem Älteren zu Braunschweig und Lüneburg bewahrt, weil er vor dem Aegidientor in einem Planwagen versteckte Bewaffnete entdeckt und einen Turmwächter gewarnt hatte. Über Hunderte von Jahren sei dieses Ereignis in Hannover an jedem 24. November gefeiert worden, jedes Kind habe Borgentrick gekannt, erzählte Mlynek. Der Satz „Bürger, traut nicht den Fürsten“ sei in dieser Geschichte begründet – und bei all den Erdogans und Putins dieser Welt habe er seine Gültigkeit bis heute behalten.

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