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Aus der Stadt Briefe von August Klingemann vorgestellt
Hannover Aus der Stadt Briefe von August Klingemann vorgestellt
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00:17 10.02.2018
Entdecker: Alexander Kosenina und Manuel Zink (v.l.) haben den Briefwechsel herausgegeben. Quelle: Benne
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Hannover

 Brentano beschrieb ihn als „geistigen Mechanikus“, und Goethe überließ ihm seinen „Faust“ zur Uraufführung. August Klingemann (1777 bis 1831) brachte das Stück 1829 als Theaterintendant in seiner Geburtsstadt Braunschweig auf die Bühne. Er schrieb auch selbst zahlreiche Theaterstücke, und anonym brachte er 1804 die „Nachtwachen von Bonaventura“ heraus – eine Art Roman, der als einer der wichtigsten Texte der Romantik gilt. Bis vor wenigen Jahren war nicht klar, dass dieser von Klingemann stammte. Vielleicht auch deshalb war dieser lange vergessen.

Jetzt haben die hannoverschen Germanisten Alexander Kosenina und Manuel Zink den Band „August Klingemann – Briefwechsel“ (Wallstein, 470 Seiten, 24,90 Euro) herausgegeben – und den oft verkannten Autor neu entdeckt. Klingemann korrespondierte mit Goethe und Schiller, mit Grillparzer, Iffland und Tieck. Der Briefwechsel zeigt, wie vernetzt der Direktor des Hoftheaters in Braunschweig war und was für eine zentrale Rolle er im Kulturbetrieb der Goethe-Zeit spielte. „Das von ihm geführte Theater war viel bedeutender als oft angenommen“, sagte Kosenina bei der Buchvorstellung in der Leibniz-Bibliothek.

Die rund 300 edierten Briefe zeigen, wie rastlos der Braunschweiger Dramenmanuskripte sicherte, Schauspieler vermittelte und den Austausch mit Theaterleuten von Hamburg bis Weimar suchte. Als wissenschaftliche Publikation ist das Buch keine leichte Kost. Doch für germanistische Feinschmecker ist es ein Leckerbissen.

Von Simon Benne

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