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Aus der Stadt Drei Männer zwingen S-Bahn in Bornum zur Notbremsung
Hannover Aus der Stadt Drei Männer zwingen S-Bahn in Bornum zur Notbremsung
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16:00 14.06.2018
Die Männer filmten sich gegenseitig dabei, wie sie im letzten Moment vor vorbeifahrenden Zügen wegsprangen. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

Gefährliche Mutprobe: Drei junge Männer haben sich am Mittwochabend kurz hinter dem Bahnhalt Bornum gegenseitig dabei gefilmt, wie sie bei herannahenden Zügen im letzten Moment von den Gleisen springen. Dabei zwangen die zwei 18-Jährigen und der 20-Jährige gegen 20.20 Uhr eine S-Bahn mit Tempo 100 zur Vollbremsung – diese war gerade auf dem Weg von Hannover nach Hameln. „Der Lokführer hatte noch ein Warnsignal abgegeben, doch das hat die drei noch mehr amüsiert“, sagt Martin Ackert, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Hannover. Als die Bahn nur noch wenige Meter von den Männern entfernt war, sprangen sie „in letzter Sekunde“ von den Schienen. „Zwei standen auf den Gleisen, der Dritte filmte sie dabei“, so Ackert weiter.

Der S-Bahn-Führer verständigte umgehend die Bundespolizei, ein Streifenwagen raste nach Bornum. „Zunächst konnten die Beamten die drei Männer nicht ausfindig machen“, sagt Ackert. Allerdings hatte ein Zeuge die 18- und 20-Jährigen beobachtet und konnte eine genaue Beschreibung geben, sodass die jungen Männer wenig später in der Nähe der Bahngleise gestellt werden konnten. Ackert: „Sie gaben sofort zu, auf den Gleisen gewesen zu sein, um Fotos und Videos zu machen.“ Dabei sei es darum gegangen, wer den größten Mut besitzt und als letzter von den Gleisen springt. Die Bundespolizisten beschlagnahmten die Mobiltelefone. Ein 18- und der 20-Jährige stammen aus dem Irak, bei dem zweiten 18-Jährigen ist die Staatsangehörigkeit unbekannt. „Sie unterhielten sich aber alle untereinander auf arabisch“, sagt Ackert. Gegen die drei Männer wird nun wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt.

Die Strecke musste aufgrund des Polizeieinsatzes zeitweise gesperrt werden. Laut Ackert wurde in der S-Bahn trotz Vollbremsung niemand der 100 Passagiere verletzt. Nachfolgende Züge mussten das Gebiet zunächst langsam durchfahren, da nicht klar war, ob sich die drei Männer noch immer auf den Gleisen aufhielten. „Insgesamt waren 14 Bahnen betroffen“, sagt Bundespolizist Ackert. Die Gesamtverspätungszeit aller Züge summierte sich am Ende auf rund sechs Stunden.

Von Peer Hellerling

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