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Aus der Stadt „Lissabon war ein Zirkus“
Hannover Aus der Stadt „Lissabon war ein Zirkus“
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00:20 21.05.2018
Michael Schulte, ESC-Teilnehmer bei Radio ffn Quelle: Nancy Heusel
Hannover

 Da kommt er nun die Wendeltreppe hoch auf dem Weg ins Studio. Rote gelockte Haare, Jeans, Pullover, weiße Turnschuhe, auf dem Rücken trägt er einen Gitarrensack. Es fällt auf, was fehlt: Kein Troß aus Wichtigtuern und professionellen Abschirmern, kein Manager, keine Marketing-Damen die erzählen, was alles nicht gefragt werden darf und die Zeit des Künstlers wirklich knapp bemessen sei. Als Michael Schulte also, 28 Jahre alt und vor ein paar Tagen Vierter geworden beim Liederwettbewerb des Eurovision Song Contest (ESC) in Lissabon, diese Treppe hochwendelt, ist alles wahnsinnig unaufgeregt. Also tatsächlich sehr cool. Der junge Mann aus Buxtehude wirkt wie der Musikstudent aus der WG gegenüber, und er wirkt so, als könnte das trotz des frischen Ruhmes auch so bleiben. 

Am Freitag ist Michael Schulte für eine Stunde zu Gast beim Radiosender ffn. Eine halbe Stunde wird er von den Moderatoren Dany Füg und Malte Seidel interviewt. Natürlich muss die Frage nach weiblichen Fans kommen, der Sänger mit dem sanften und zugewandten Blick ist ja auch ein Frauentyp. Weil er über eine offizielle Adresse nicht zu erreichen ist, haben es manche Fans auf gut Glück versucht. Michael Schulte, Buxtehude, mit dieser Anschrift kommt schwärmerische Post bei Michael Schulte in Buxtehude an. „Das hätte ich jetzt vielleicht nicht sagen sollen“, sagt Schulte, aber nun ist es heraus. 

Lissabon hat er als großes Abenteuer erlebt.„Ein Zirkus, die größte Musikbühne der Welt, 200 Millionen Menschen gucken zu, das ist schon verrückt.“ Nach der Show am vergangenen Sonnabend schrieb er Autogramme auf Deutschlandfahnen, und erlebte, wie sehr sich deutsche Fans des ESC darüber freuten, dass nach Jahren und letzten bis vorletzten Plätzen mal wieder Punkte in dieses Land gingen. Wie ein Segen sei diese Nacht für sie gewesen. 

Dieses Glück brachte sein Stück „You let me walk alone“, ein ruhiges Lied, das vom Tod seines Vaters handelt. Im Pompösen des ESC, der mitunter wirkt wie ein überdachter Feuerwerkswettbewerb mit zu schriller Begleitmusik, fiel der zurück genommene Auftritt von Schulte besonders auf. Der Song läuft nun rauf und runter in den Programmen. Schulte hört selbst eher stille Musik, etwa vom Songwriter Bon Iver oder der Band London Grammar, es ist ein Stil, „der eher nicht im Radio gespielt wird“. Was er auch weiß ist, dass er jetzt dranbleiben muss im Geschäft. Er sei jetzt da, wofür man als Musiker arbeite. Der Sänger ist gefragt, aber „man kann auch schnell wieder verschwinden in dieser verrückten Musikwelt“. 

Zwei Nachrichten  noch für Schultes weibliche Anhänger.  Im Sommer heiratet er seine Verlobte Katharina, ein Kind ist schon längere Zeit unterwegs. „Vater zu werden war immer mein großes Lebensziel, die Aufregung steigt.“ Die Bildrechte an der Hochzeit sind an RTL 2 verkauft. „Nee“, sagt er, war nur ein Scherz. Die Feier bleibt privat. 

Am Schluss, als er schon fast raus ist beim Sender, bittet ihn noch ein Fernsehteam, ein paar Zeilen aus seinem Stück zu singen. Er tut es, ein paar Sekunden lang und ohne Gitarre. Seine Stimme ist kraftvoll und füllt das Foyer aus, Mitarbeiter kommen und gucken und applaudieren. 

Am 16. Juni tritt Michael Schulte beim Leserfest aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums der Madsack Mediengruppe auf. 

Michael Schulte bei ffn

Von Gunnar Menkens

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