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Aus der Stadt Ehemann steht wegen Vergewaltigung seiner Frau vor Gericht
Hannover Aus der Stadt Ehemann steht wegen Vergewaltigung seiner Frau vor Gericht
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03:03 02.03.2018
Wladimir V. (Mitte) muss sich wegen Vergewaltigung verantworten. Rechts von ihm sitzt ein Dolmetscher, links sein Verteidiger Harald Schremmer. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

 Seit den neunziger Jahren waren Wladimir V. und seine Ehefrau ein Paar, doch zumindest in den letzten Jahren dürfte ihre Beziehung eher die Hölle als der Himmel auf Erden gewesen sein. Seit Dienstag muss sich der 41-jährige V. vor dem Landgericht wegen drei Fällen von Vergewaltigung und sechsfacher Körperverletzung verantworten. Die Frau hatte es im Vorjahr geschafft, sich von ihrem Mann zu trennen und ihn anzuzeigen. Ein Geständnis mochte der aus Kasachstan stammende Angeklagte vor der 3. Großen Strafkammer aber nicht ablegen. „Mein Mandant bestreitet alle Vorwürfe“, teilte sein Verteidiger Harald Schremmer mit.

Auch der Hinweis der Vorsitzenden Richterin Renata Bürgel, dass ein Geständnis dem Angeklagten einen nicht unerheblichen Strafrabatt bescheren dürfte, änderte nichts. Erspart geblieben wäre der Ehefrau somit, vor Gericht erscheinen zu müssen. Doch weil Wladimir V. die Tatvorwürfe nicht einräumte, musste seine Frau –unter Ausschluss der Öffentlichkeit – aussagen. Diese Zeugenvernehmung wird am nächsten Verhandlungstag Mitte März fortgesetzt.

Die drei angeklagten Vergewaltigungen, bei denen die Frau ihren Mann in entwürdigenden Situationen auch oral befriedigen musste, sollen zwischen August und September 2017 im Gartenhaus einer Kleingartenkolonie am Stadtfelddamm stattgefunden haben. Geschlagen haben soll V. sein Opfer – ebenfalls in dem Häuschen in Groß-Buchholz – schon länger. Im März 2014, so die Anklage, prügelte er so heftig mit einem Stock auf den Rücken der Frau ein, dass der hölzerne Stab zerbrach. Im August 2015 trat er ihr so heftig gegen die Brust, dass sie sich Rippenbrüche zuzog, zwei Jahre später schlug er ihr auf einer Autofahrt mit der Faust ins Gesicht. Sollten sich die Vorwürfe im Zuge des Prozesses erhärten, droht dem Täter eine mehrjährige Haftstrafe. 

Von Michael Zgoll

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