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Aus der Stadt Einbrecher zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt
Hannover Aus der Stadt Einbrecher zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt
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00:30 03.06.2018
Alket B. spricht mit Dolmetscherin Nora Murtezaj, neben ihr sitzt der ebenfalls angeklagte Sebastjan D. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

Zwei aus Albanien stammende Einbrecher sind am Donnerstag von einem Schöffengericht am Amtsgericht Hannover zu Haftstrafen verurteilt worden: Alket B. (26) zu zwei Jahren und fünf Monaten, Sebastjan D. (22) zu zweieinhalb Jahren. Schuldig gesprochen wurden sie wegen zwei vollendeter Einbrüche in Bemerode und eines Versuchs, außerdem wegen gemeinschaftlicher Nötigung. Sie hatten einen Nachbarn, der sie über etliche hundert Meter durchs Emslandviertel verfolgte, mehrfach mit Schraubendrehern bedroht und ihn aufgefordert, die Hatz abzubrechen. Bei D. war zudem eine kleine Menge Kokain gefunden worden. Spektakulär war die Flucht Anfang November 2017 auch deshalb, weil die Einbrecher auf einem Grundstück ein Trampolin benutzten, um über einen Zaun zu hechten. Am Ende wurden die Männer nahe der Wülfeler Straße in einem Garten gestellt, wo sie sich versteckt hatten.

Opfer leiden bis heute

Die Beute der bislang nicht vorbestraften Täter war nicht groß. Einige Dinge verloren sie auf der Flucht, so dass der verbleibende materielle Schaden nur noch bei 263 Euro liegt. Erheblich waren allerdings die psychischen Auswirkungen auf die Leidtragenden der Einbrüche. Eines der Opfer schläft nur noch im Wohnzimmer, eine Frau hat Angst, wenn sie das Haus verlässt, und ein Mädchen mag nicht mehr allein im vertrauten Heim sein. Der Vorsitzende Richter Ulrich Kleinert wies darauf hin, dass Einbrecher häufig nicht gefasst werden, und lobte den Einsatz des 30-jährigen Nachbarn, der den Tätern hinterhergelaufen war. „Wahrscheinlich wären die zwei Männer entkommen“, so Kleinert, „wenn sie es nicht mit einem so außerordentlich hartnäckigen Verfolger zu tun gehabt hätten.“

Die Verteidiger Timo Rahn und Christoph Rautenstengel hatten dafür plädiert, es bei einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren bewenden zu lassen. „Dann können die Männer schon morgen in einem Flugzeug Richtung Albanien sitzen“, sagte Rahn. Tatsächlich war eine Abschiebung bereits vorbereitet und hätte schnell vollzogen werden können. Doch nun müssen B. und D., die bereits seit November in Haft sitzen, noch einige Zeit mehr in einem deutschen Gefängnis verbringen, bevor sie in ihre Heimat zurückgebracht werden.

Von Michael Zgoll

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