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Schock in der Ernst-August-Galerie

Frau stirbt nach Sturz Schock in der Ernst-August-Galerie

Mitten im Einkaufstrubel hat sich am Dienstagnachmittag in der Ernst-August-Galerie eine 55 Jahre alte Frau von einer Empore gestürzt. Sie starb wenig später. Nofallseelsorger kümmerten sich um die schockierten Besucher des Einkaufszentrums.

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In der Ernst-August-Galerie ist eine Frau von der Empore gestürzt.

Quelle: Privat

Hannover. Zahlreiche Besucher der Ernst-August-Galerie in Hannovers Innenstadt wurden am Dienstag Zeugen eines tragischen Todesfalls. Eine 55-jährige Frau stürzte sich gegen 14.20 Uhr vom dritten Stock des Einkaufscenters in die Tiefe. Sie überlebte den 20 Meter tiefen Fall nicht. Die Gäste einer voll besetzten Kaffee-Bar und einiger gut besuchter Restaurants bekamen aus unmittelbarer Nähe mit, wie der Körper der Frau aufschlug. Viele der Augenzeugen erlitten einen Schock und mussten vor Ort ärztlich versorgt werden. Die Polizei geht von einem Suizid aus. Die Beamten entdeckten einen Abschiedsbrief.

Mitarbeiter des Einkaufscenters bauten nach dem Suizid umgehend einen Sichtschutz um die 55-Jährige auf. Zudem sorgte ein Sicherheitsdienst dafür, dass die Besucher der Galerie nicht von den Rolltreppen oder den höher gelegenen Ebenen Fotos oder Handyaufnahmen von der Unglücksstelle anfertigten. Die Polizei sperrte zudem den Eingang an der Ecke Kurt-Schumacher-Straße/Herschelstraße für die Besucher ab. Im übrigen Teil der Ernst-August-Galerie lief der Betrieb dagegen wie gewohnt weiter.

Mitten im Einkaufstrubel hat sich am Dienstagnachmittag in der Ernst-August-Galerie eine Frau von einer Empore gestürzt. Sie starb wenig später.

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Helena Koch vom griechischen Restaurant „Anna“, das direkt gegenüber der Unglücksstelle liegt, wurde Zeugin der Ereignisse. „Ich hörte einen lauten Knall, dachte zuerst, da ist jemand gegen die Glaseingangstür des Gebäudes gelaufen“, sagt sie. Als sie sich umdrehte, sah sie einen Pulk von Menschen, der sich an der Rolltreppe versammelt hatte. „Irgendjemand schrie nach einem Krankenwagen, es war schrecklich“, sagt sie.

Rettungssanitäter der Feuerwehr kümmerten sich zunächst um das Opfer, für das aber jede Hilfe zu spät kam; sie mussten dann auch etliche Besucher der Ernst-August-Galerie versorgen, die Augenzeugen des schrecklichen Ereignisses geworden waren. Die Helfer nutzten die Räume eines Computer-Fachhandels in unmittelbarer Nähe des Unglücksorts, um die Patienten zu versorgen. Ein Notfallmanager war ebenfalls vor Ort, um den Hilfebedürftigen beizustehen. Vier von ihnen mussten zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden.

Wieder andere Besucher der Ernst-August-Galerie ließen sich von dem Polizeieinsatz überhaupt nicht beeindrucken. Seelenruhig verfolgten sie die Ermittlungen der Beamten und die Befragung der sichtlich mitgenommenen Zeugen rund um die mit der zeltartigen Plane abgesperrte Unglücksstelle mit einer Tasse Kaffee in der Hand von einem ihrer Plätze.

Der Frage, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, den betroffenen gastronomischen Bereich der Galerie bis zum Abtransport der Leiche gegen 16.15 Uhr vollständig für Besucher zu sperren, will Center-Manager Stephan Thiel in den nächsten Tagen nachgehen. „Wir werden den Vorfall zum Anlass nehmen, alle unsere Sicherheitsstandards zu überprüfen“, sagt er der HAZ. Bereits jetzt habe jeder Shopbetreiber die Möglichkeit, in Absprache mit dem Management der Galerie sein Geschäft nach einem derart tragischen Vorfall zu schließen. „Der Gravis-Händler zum Beispiel hat von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, weil einige seiner Mitarbeiter sehr von den Geschehnissen mitgenommen waren“, sagt Thiel.

Die Mitarbeiter der Ernst-August-Galerie seien auf derartige Vorfälle vorbereitet. Ein Mal pro Jahr würden mögliche Großeinsätze in dem Einkaufszentrum wie der Ausbruch eines Feuers, ein Raubüberfall auf eines der Geschäfte oder eben ein Suizidversuch Schritt für Schritt durchgespielt, damit die Handlungsabläufe nicht in Vergessenheit geraten. „Unser Sicherheitspersonal achtet zusätzlich jeden Tag darauf, dass der Betrieb ungestört abläuft“, sagt Stephan Thiel. Die Vorstellung, einen Selbstmord im Einkaufszentrum generell unterbinden zu können, sei allerdings nicht realistisch.

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