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Aus der Stadt Gäste und Freunde bedauern Abschied vom Clichy
Hannover Aus der Stadt Gäste und Freunde bedauern Abschied vom Clichy
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09:07 16.03.2018
Ekkehard Reimann (Koch, Gastronom) Quelle: HAZ
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Hannover

 Die Entscheidung ist nicht mehr rückgängig zu machen – nach 39 Jahren schließt Ekkehard Reimann sein Spitzenrestaurant Clichy am Weißekreuzplatz. Die Nachricht hatte der 76-Jährige lange für sich behalten, am Dienstag berichtete die HAZ darüber. Und gleich darauf zeigte sich, dass seine Gäste den Abschied sehr bedauern. Viele Kommentare auf Facebook würdigen das Lebenswerk Reimanns – und kritisieren, dass eine Burger-Filiale in die Räume des Edellokals einziehen wird.

Auch Reimanns Kollegen sind betroffen: „Das ist ein unglaublicher Verlust für diese Stadt, auch in kultureller Hinsicht“, sagt Gastronom Norbert Schu vom Restaurant Die Insel, der mit dem Clichy-Chef seit drei Jahrzehnten befreundet ist. Reimann habe die „große klassische französische Küche in Perfektion“ in Hannover eingeführt. Nachvollziehen kann Schu den Schritt gleichwohl. „Jeden Tag in der Hitze am Küchenherd zu stehen ist ein stressiger Job, den man nicht ewig machen kann“, sagt der 65-Jährige. 

Nach 39 Jahren gibt Ekkehard Reimann sein Edelrestaurant Clichy auf und macht einer Burger-Filiale Platz. Ein letzter Besuch. 

Zeitarbeitschefin Tina Voss ist dankbar, dass Reimann den Job so lange gemacht hat – und in seinem Reimanns Eck sowie beim Maschseefest weiterhin präsent sein wird. „Seit 20 Jahren bin ich bei ihm zu Gast, ich war in allen seinen jetzigen und früheren Restaurants. Das ist ein toller Gastronom und ein toller Typ“, schwärmt sie. Hermann Rüter kann das nur unterstreichen. Der frühere Chef des Central Hotels Kaiserhof lernte Reimann 1974 kennen, als dieser dort als Küchenchef anfing. „Seitdem sind wir befreundet“, sagt der 69-Jährige. Und: „Vielleicht gelingt es uns ja jetzt endlich mal, gemeinsam nach Sylt zu fahren.“

 Auch die lokale Politik bedauert das Ende des Clichy: Der hannoversche FDP-Chef Patrick Döring berichtet, das Restaurant sei eine Art dauerhaftes Konferenzlokal für die Partei gewesen. Dorthin lud der verstorbene FDP-Politiker Detlef Kleinert zuweilen illustre Runden ein – und immer war auch Hans-Dietrich Genscher zu Gast, wenn er sich in Hannover aufhielt. Auch Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci bedauert die Schließung des Clichy, freut sich aber, dass Reimann nach Jahren ohne Parteibuch jüngst wieder in die SPD eingetreten ist. 

Hans G. Bock hat einen besonderen Rekord aufgestellt: „Meine Frau und ich waren 35 Jahre jeden Mittag im Clichy“, erzählt der frühere Inhaber des gleichnamigen Einrichtungshauses in der Friesenstraße. Vor sieben Jahren stellte Reimann das Clichy-Mittagsangebot ein, aber die Bocks blieben dem Lokal und dessen Chef verbunden. Zum Thema Burger-Filiale sagt Bock: „Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass da jetzt etwas ganz anderes hinkommt, dann kann Ekkehard Reimann einen echten Schlussstrich ziehen.“

Von Juliane Kaune und Mathias Klein

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