Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Containerdorf in Ricklingen verzögert sich weiter
Hannover Aus der Stadt Containerdorf in Ricklingen verzögert sich weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 06.01.2018
Auf dem Parkplatz am Kneippweg in Ricklingen soll das Flüchtlingswohnheim entstehen.  Quelle: (c) Tim Schaarschmidt
Anzeige
Hannover

 Hannovers Stadtverwaltung hält am Bau des umstrittenen Flüchtlingsheims in Ricklingen fest, aber noch ist unklar, wann die Wohncontainer aufgestellt werden. „Die Detailplanung läuft noch“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Fest steht, dass die Anlage mit etwa 100 Plätzen nicht dauerhaft auf dem Parkplatz nahe dem Ricklinger Bad betrieben werden soll, sondern auf drei Jahre befristet ist. „Sollte sich herausstellen, dass die Stadt den Standort nicht mehr benötigt, wären wir froh, wenn alles so bliebe, wie es ist“, sagt Bezirksbürgermeister Andreas Markurth (SPD). 

Die Planungen für das Wohnheim am Kneippweg begannen vor zweieinhalb Jahren. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise suchte die Stadtverwaltung händeringend nach Unterkünften für Asylbewerber und wählte verschiedene Standorte im Stadtgebiet aus, auf denen Containerdörfer entstehen sollten.  Bei den Anwohnern rund um den Kneippweg stießen die Baupläne auf massiven Widerstand. Die Anwohner meinten, dass der Parkplatz, auf dem die Wohnmodule stehen sollten, dringend benötigt werde, etwa für Besucher des Ricklinger Bads. Die Stadt sah die Lage entspannter. Der Wegfall des Parkplatzes sei für das Bad nicht existenzbedrohend, hieß es. Am Ende reichten Anwohner eine Petition mit rund 300 Unterschriften ein.

Inzwischen kommen deutlich weniger Flüchtlinge nach Hannover. Viele Notunterkünfte stehen bereits leer. Auch das Containerdorf auf dem Waterlooplatz wird schrittweise geräumt, dort sollen obdachlose Familien einquartiert werden. In Ricklingen fragt man sich, ob das geplante Wohnheim noch benötigt wird. „Wir werden nicht die Hand heben, weil wir den Standort unbedingt wollen“, sagt Markurth.

Neue Irritationen hat jetzt ein Schreiben aus dem niedersächsischen Umweltministerium ausgelöst. Darin heißt es auf Anfrage einer Anwohnerin, dass die Stadt vorhabe, das Containerdorf unbefristet zu errichten. In einem weiteren Schreiben, das der HAZ vorliegt, korrigiert das Ministerium seine Aussage. Das sei ein „Büroversehen“ gewesen, die Stadt wolle die Wohnanlage nach drei Jahren zurückbauen. Letzteres bestätigt die Stadt auf Nachfrage der HAZ.

Bezirksbürgermeister Markurth bleibt gelassen. Er weist daraufhin, dass es im Stadtbezirk nur zwei Unterkünfte für Asylbewerber gebe, in der Munzeler Straße und in der Tresckowstraße. „In beiden Heimen sind derzeit nur 150 Menschen untergebracht“, sagt Markurth. Von einer Belastung des Bezirks könne also keine Rede sein.

Von Andreas Schinkel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Hannovers Stadtteil Groß Buchholz hat ein Unbekannter eine Spielothek überfallen. Der Maskierte bedrohte die Angestellte mit einem Messer und stahl das Bargeld aus der Kasse. Der Täter konnte fliehen.

03.01.2018

Die ersten Schüler nutzen bereits die neue Karte für Busse und Bahnen. Allerdings gibt es Kritik an der Namensnennung. Außerdem gibt es Unmut über den Ausschluss von manchen Gruppen von Jugendlichen.

06.01.2018

Ibrahim S. bekommt „für eine Sache“ 500 Euro Falschgeld als Belohnung – und fliegt auf. Das Amtsgericht Hannover verurteilt den 25-Jährigen zu einer Geldstrafe von 2000 Euro. 

06.01.2018
Anzeige