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Containerdorf in Ricklingen verzögert sich weiter

Flüchtlingswohnheim Containerdorf in Ricklingen verzögert sich weiter

Der Bau des umstrittenen Flüchtlingsheims am Kneippweg in Ricklingen verzögert sich weiter. Fest steht aber, dass die Unterkunft für 100 Asylbewerber nur drei Jahre betrieben werden soll. 

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Auf dem Parkplatz am Kneippweg in Ricklingen soll das Flüchtlingswohnheim entstehen. 

Quelle: (c) Tim Schaarschmidt

Hannover.  Hannovers Stadtverwaltung hält am Bau des umstrittenen Flüchtlingsheims in Ricklingen fest, aber noch ist unklar, wann die Wohncontainer aufgestellt werden. „Die Detailplanung läuft noch“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Fest steht, dass die Anlage mit etwa 100 Plätzen nicht dauerhaft auf dem Parkplatz nahe dem Ricklinger Bad betrieben werden soll, sondern auf drei Jahre befristet ist. „Sollte sich herausstellen, dass die Stadt den Standort nicht mehr benötigt, wären wir froh, wenn alles so bliebe, wie es ist“, sagt Bezirksbürgermeister Andreas Markurth (SPD). 

Die Planungen für das Wohnheim am Kneippweg begannen vor zweieinhalb Jahren. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise suchte die Stadtverwaltung händeringend nach Unterkünften für Asylbewerber und wählte verschiedene Standorte im Stadtgebiet aus, auf denen Containerdörfer entstehen sollten.  Bei den Anwohnern rund um den Kneippweg stießen die Baupläne auf massiven Widerstand. Die Anwohner meinten, dass der Parkplatz, auf dem die Wohnmodule stehen sollten, dringend benötigt werde, etwa für Besucher des Ricklinger Bads. Die Stadt sah die Lage entspannter. Der Wegfall des Parkplatzes sei für das Bad nicht existenzbedrohend, hieß es. Am Ende reichten Anwohner eine Petition mit rund 300 Unterschriften ein.

Inzwischen kommen deutlich weniger Flüchtlinge nach Hannover. Viele Notunterkünfte stehen bereits leer. Auch das Containerdorf auf dem Waterlooplatz wird schrittweise geräumt, dort sollen obdachlose Familien einquartiert werden. In Ricklingen fragt man sich, ob das geplante Wohnheim noch benötigt wird. „Wir werden nicht die Hand heben, weil wir den Standort unbedingt wollen“, sagt Markurth.

Neue Irritationen hat jetzt ein Schreiben aus dem niedersächsischen Umweltministerium ausgelöst. Darin heißt es auf Anfrage einer Anwohnerin, dass die Stadt vorhabe, das Containerdorf unbefristet zu errichten. In einem weiteren Schreiben, das der HAZ vorliegt, korrigiert das Ministerium seine Aussage. Das sei ein „Büroversehen“ gewesen, die Stadt wolle die Wohnanlage nach drei Jahren zurückbauen. Letzteres bestätigt die Stadt auf Nachfrage der HAZ.

Bezirksbürgermeister Markurth bleibt gelassen. Er weist daraufhin, dass es im Stadtbezirk nur zwei Unterkünfte für Asylbewerber gebe, in der Munzeler Straße und in der Tresckowstraße. „In beiden Heimen sind derzeit nur 150 Menschen untergebracht“, sagt Markurth. Von einer Belastung des Bezirks könne also keine Rede sein.

Von Andreas Schinkel

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