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Aus der Stadt Hip-Hop-Meisterschaften: So tanzen die Crews für WM-Tickets
Hannover Aus der Stadt Hip-Hop-Meisterschaften: So tanzen die Crews für WM-Tickets
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00:20 27.03.2018
Die „O-Kidz“  kommen aus Hannover, wollen aber nach Phoenix zur WM.  Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Es sind Plätze zu vergeben, nicht irgendwelche Plätze, sondern Plätze nach Phoenix, USA. Dort finden in diesem Jahr die Weltmeisterschaften statt, und in der Swiss-Life-Hall haben an diesem Wochenende rund 600 Tänzer die Chance, sich für das Turnier zu qualifizieren. Wer dabei ist, muss die Fahrt zwar selbst bezahlen, kein Verband übernimmt Hotel und Flug, aber die Sieger können ja dann immer noch sehen, ob es passt mit der Finanzierung der Reise. 

Zum vierten Mal ist Hannover Ort für die Germany Hip-Hop-Dance-Championships und der World-Battles Germany. Getanzt wird in verschiedenen Altersklassen. Die Gruppen, die hier Crews heißen, üben meist in Tanzschulen. Bei den Jüngsten (sieben bis zwölf Jahre) waren aus Hannover die „O-Kidz“ dabei, ein Team mit Wettkampferfahrung. Die neun Mädchen trainieren zwei bis drei Mal die Woche. Ihre schön choreographierte Vorstellung beendeten sie mit einer eher martialischen Pose. „Ihr steht da wie Türsteher“, staunte der Moderator auf der Bühne.

Die Jury entschied am Ende, dass es bei den hannoverschen Teams nicht für eine Reise in die USA genügt. Die Konkurrenz zum Beispiel aus Schweinfurt und Achim bei Bremen war stark. Aus Stuttgart reisten „Vroom“ an. Nach einem temporeichen Auftritt gefragt, wie sie sich denn all die vielen Schritte merken könnten, antwortete ein Mitglied sehr vernünftig: „Wir üben zwei Mal in der Woche.“

Geht man nach der Lautstärke auf den Tribünen, dürfte „Crash Crew“ gute Chancen auf Phoenix haben. Ausgefeilte Choreographie, viel Tempo und stimmige Musikauswahl ließen das überwiegend junge weibliche Publikum in höchsten Tönen jubeln. Später traten, in einer anderen Wertung, noch „So What?!“ auf, ebenfalls Hip-Hopper aus Hannover.

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Germany Hip Hop Dance Championship 2018, Swiss Life Hall, „ Crash Crew“ .

Bürgermeister Thomas Hermann sagte zur Eröffnung, es sei ein Verdienst von Direktor Olando Amoo, dass die Hip Hop-Meisterschaft „allmählich schon zum kulturellen Brauchtum in unserer Stadt gehört“. Der SPD-Mann beschrieb Hip-Hop im Grunde als eine sozialdemokratische Form der Bewegung, über soziale Unterschiede, Grenzen, Geschlechter und Hautfarben hinweg: „Wie kaum ein anderer Tanz verbindet Hip Hop Gleichheit und Toleranz.“ Das mag allerdings nicht für jedes Video dieser Stilrichtung gelten, in denen Frauen nicht selten wenig Textil tragen, um klunkerbehängten Männern zu gefallen. 

Die Veranstalter haben in der Swiss-Life-Hall zum ersten Mal mit der Deutschen Kinderkrebshilfe zusammen gearbeitet. Ioanna Palamarcuk, amtierende Miss Niedersachsen, übernahm die Schirmherrschaft für die Championships und erzählte vor Beginn des Wettbewerbs, wie sie in den so genannten sozialen Medien nach ihrem Sieg beschimpft wurde. Sie trägt ihre Haare sehr kurz, was Leute im Internet veranlasste, sie als „Chemo-Friese“ zu beleidigen. Jetzt sammelte sie für die Krebshilfe, ein Teil des Startgelds soll die Summe ergänzen. 

Am Sonntag wurde die Meisterschaft im RP5 Stage in der Lister Meile fortgesetzt. Bei den Juniors gewann tatsächlich „Crash Crew“ vor „Vroom“ und den hannoverschen „O-KidZ“. Im Varsity-Finale wurde „SoWhat?!“ Zweiter, hinter „Stamp“ und vor „Minority“.   

  

Von Gunnar Menkens

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