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Aus der Stadt 2000 Menschen feiern 1. Mai mit der Gewerkschaft
Hannover Aus der Stadt 2000 Menschen feiern 1. Mai mit der Gewerkschaft
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00:44 04.05.2018
Am 1. Mai ziehen Demonstranten vom Küchengartenplatz in Linden zur Kundgebung der Gewerkschaften am Trammplatz. Quelle: Christian Behrens
Hannover

 Der eisige Wind meint es nicht gut mit den Demonstranten am 1. Mai. Mehr als 2000 Gewerkschafter und politisch Bewegte versammeln sich dennoch auf dem Trammplatz zur Kundgebung der Gewerkschaften, nicht wenige sind sogar morgens als Demozug von Linden aus gestartet. Marlis Tepe, Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, listet die Versäumnisse im Bildungssektor auf: riesiger Mangel an Erziehern und Grundschullehrern, weil Studienplätze fehlen und Gehälter im Vergleich niedrig liegen, auch marode Gebäude und noch zu wenig gute Förderung für Kleinkinder. „Wir brauchen einen handlungsfähigen Staat“, folgert Tepe und fordert Vermögens- und Erbschaftssteuer. 

Trammplatz und Wiese neben dem Rathaus bieten ein buntes Bild: Parteien von SPD und Grünen bis hin zu marxistischen Splittergruppen und iranischen Oppositionellen, Menschenrechtler von Amnesty International, Friedensbewegte, Gedenkstätte Ahlem, Radler, Solidaritätsgruppen nutzen den 1. Mai als Treffpunkt der Gleichgesinnten. Im Kirchenzelt drängen sich die Zuhörer bei einer Diskussion zum Pflegenotstand.

In der Menge zwischen Infoständen und Zelten fallen Senioren auf, die sich Plakate auf Brust und Rücken geschnallt haben. „Trotz Alter noch in der Gewerkschaft“ steht darauf. Maja Maute hat sichtlich Spaß an ihrem Auftritt als Sandwich-Frau. „Viele treten aus der Gewerkschaft aus, wenn sie in Rente gehen“, berichtet die 68-Jährige. Für sie kam das nicht in Frage. „Ich betrachte die Gewerkschaften als gesellschaftliche Kraft, Solidarität und Gerechtigkeit sind mir wichtig.“

Im Kinderzelt der Falken dreht sich die achtjährige Ronja von Rohr mit Vergnügen Zuckerwatte, andere Kinder kneten Drachen oder basteln. Ihre Mutter Pascale ist seit Ewigkeiten in der sozialistischen Jugendbewegung aktiv. Am Vorabend hat sie Ronja erklärt, wie wichtig es sei, für eigene und die Rechte anderer einzustehen. „Nur weil sich immer weniger Menschen als Arbeiter begreifen, wird die Idee der Solidarität ja nicht überflüssig“, betont Pascale von Rohr.

Besser könne es die Redner auf der Bühne auch nicht ausdrücken. Torsten Hannig, DGB-Geschäftsführer Niedersachsen-Mitte, fordert öffentliche Investitionen in sozialen Wohnungsbau. „Die Mietzahlungen fressen die Gehälter auf“, sagt er. Oberbürgermeister Stefan Schostok warnt davor, dass sich nationalistische, rückwärtsgewandte und antisemitische Gedanken wieder ausbreiten. Werner Preissner, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands, kritisiert die Einschränkung von Pressefreiheit und Bürgerrechten in der Türkei und Ländern der Europäischen Gemeinschaft.

Zwist gibt es am Rande. Versammlungsleiter Steffen Holz fordert auf, verbotene PKK-Symbole auf Luftballons zu entfernen, weil sonst die Polizei einschreiten müsse. Ein Sprecher der DGB-Jugend kritisiert darauf hin auf der Bühne, es sei „unerträglich, wie die Polizei mit absurden Verboten in die Kundgebung eingreift“.

Von Bärbel Hilbig

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