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Aus der Stadt Was geschah 1968 in Hannover?
Hannover Aus der Stadt Was geschah 1968 in Hannover?
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21:00 23.02.2018
Machtprobe: Am 15. April 1968 blockierten Demonstranten das Pressehaus in Hannover, um die Auslieferung der „Bild“-Zeitung zu verhindern.  Quelle: Heinrich Riebesehl Repro Udo Heuer
Hannover

  Den bourgeoisen Hutträgern galten Langhaarige damals als „Gammler“, die „Bild“-Zeitung wetterte gegen kritische Studenten – und die junge Generation begann, gegen den Muff der Elterngeneration aufzubegehren. Vor 50 Jahren erlebte die Bundesrepublik jenen großen inneren Umbruch, der unter der Chiffre „1968“ in die Geschichte einging.

Die HAZ sucht jetzt Zeitzeugen, die sich an jene Jahre in Hannover erinnern. In den kommenden Monaten wollen wir die bewegte Zeit in einer großangelegten Serie und mit einem Buchprojekt wieder aufleben lassen. Dabei sollen Ereignisse in Hannover im Mittelpunkt stehen. Die Berichte sollen sich allerdings nicht allein auf das Jahr 1968 beschränken, sondern all das umfassen, was die symbolträchtige Jahreszahl heute verkörpert.

Erinnerungen gesucht

In Hannover nahmen viele den Tod von Benno Ohnesorg, der in Berlin 1967 bei einer Demonstration erschossen worden war, als Auftakt der großen Zeitenwende wahr: Rund 7000 Besucher aus ganz Deutschland kamen zur Trauerfeier für den aus Hannover stammenden Studenten in die Stadt, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke zogen im April 1968 Hunderte von Demonstranten zum Steintor, um die Auslieferung der „Bild“-Zeitung zu verhindern. Und die legendäre Rote-Punkt-Aktion, bei der 1969 die halbe Stadt gegen eine Fahrpreiserhöhung der Üstra protestierte, ging in die Stadtgeschichte ein: Protestierende Studenten bekamen dabei auch Beifall aus dem bürgerlichen Lager.

Wie haben Sie diese Zeit erlebt? Wie erinnern Sie sich an die Demonstrationen gegen Notstandsgesetze und Vietnam? Was geschah damals an den Hochschulen? Welche Rolle spielten Frauen in der Bewegung, in der oft Männer das Wort führten? Wie kam es später zu den ersten Hausbesetzungen? Wie prägte ein neues, von Freiheit und Aufbruchsoptimismus geprägtes Lebensgefühl die Stadt, in der Flohmarkt, Straßenkunst und Nanas bis heute an die großen Umbrüche von damals erinnern?

In unserer Serie und einem Buch, das gegen Ende des Jahres erscheinen soll, möchten wir das Thema „1968 – Als die Revolte nach Hannover kam“ ausführlich beleuchten. Dazu würden wir gerne Ihre Fotos, Filme und Erlebnisberichte veröffentlichen. Bitte schicken Sie uns Ihre Erinnerungen an die HAZ-Lokalredaktion, 30148 Hannover, oder per E-Mail an hannover@haz.de, jeweils unbedingt mit dem Stichwort „1968“. Wir freuen uns auf Ihre Zuschrift!

Von Simon Benne und Gunnar Menkens

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