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Aus der Stadt Ein kühler Plan
Hannover Aus der Stadt Ein kühler Plan
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00:22 06.08.2015
Von Uwe Janssen
Kein Klimbin, sondern einfach Eis: Bernd Thielbörger lebt von den Würfeln,die seine Produktionseinheit ausspuckt. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Das ist doch mal ein Satz: „Ich liebe Eiswürfel.“ Sagt Bernd Thielbörger. Und untermauert ihn mit eiskalten Fakten: „Ich trinke das ganze Jahr Getränke mit Eiswürfeln. Egal ob Eiscafé, Säfte oder Bier.“ Im letzten Sommer passierte dann das Unglück: „Mein Schwager und ich saßen zusammen, und da haben Eiswürfel gefehlt.“ Andere fahren zur Tankstelle, machen sich welche im Kühlschrank oder bekommen die Drinks irgendwie ohne Eis runter. Hier war es ein Notfall.

Und hier unterscheidet sich die Geschichte auch von denen normaler Kaltgetränkegenießer. Denn Thielbörger und sein Schwager gründeten eine Eiswürfelfirma. Nicht an jenem Abend. Aber die Weichen wurden gestellt. Schwager Peter Ian Cristobal, als Barchef im Pier 51 am Maschsee mit einer gewissen emotionalen Nähe zum Objekt, gab den entscheidenden Hinweis. „Eigentlich fehlen Eiswürfel immer irgendwann bei Events oder Partys.“ Dann habe sein Schwager noch gefragt, ob sie es machen sollen, „und dann hab’ ich gesagt: Machen wir!“

Und nun machen sie es. Eiswürfel als Geschäftsmodell. „In anderen Städten funktioniert das auch. Warum nicht in Hannover?“ Mit seinem Schwager hat der 36-Jährige Thielbörger in einem Gewerbepark am Brabrinke Räume angemietet, den Lieferwagen ziert schon der Firmenname „Hannover Ice“, und nun gibt es rund um die Uhr frische Würfel aus Wülfel. Denn die fehlen ja immer.

Sogar im Pier 51, obwohl es dort wie andernorts eine Eismaschine gibt. Aber Experte Cristobal betont: „Das ist zwar nur gefrorenes Wasser, aber gleichzeitig eins der wichtigsten Elemente in der gehobenen Gastronomie.“ 300 Kilo Eis gehen an einem durchschnittlichen Tag am Pier durch. Zudem versorgt das neue Unternehmen auch den gewerblichen Bereich. Denn Kühlung tut nicht nur im Glas Not, sondern auch zur Produktpräsentation in Hotels, an Büffets, in Kantinen und Feinkostgeschäften - oder auch in Krankenhäusern zur Kühlung oder Konservierung. Da muss man gar nicht auf die nächste Eis Bucket Challenge warten.

"Klassik" oder doch "Brilliant"?

Auf diesem Markt will Thielbörger nun angreifen - und mit einer schmalen, aber ausgesuchten Produktpalette die Konkurrenz schocken. Neben dem Volleiswürfel „Klassik“ und dem Crushed-Ice „Brillant“ ist das vor allem der Hohleiskegel „Eiskönigin“. Der ist nicht nur eleganter als das klassische Klötzchen, sondern „er bietet auch weniger Angriffsfläche und bappt nicht so leicht mit anderen zusammen“. Der Volleiswürfel hingegen schmelze durch seine wuchtigen drei Zentimeter Kantenlänge langsamer. Er hat nach wie vor seinen festen Platz im Whiskyglas, schließlich heißt es „on the rocks“ und nicht „on the Hohleiskegel“, und so soll es auch bleiben.

Das alles muss nicht unbedingt wissen, wer zu Hause sein Plastikförmchen unter den Wasserhahn hält und dann im Gefrierfach verschwinden lässt. Weihnachtsbäume oder Comicfiguren aus Eis kommen Thielbörger jedenfalls nicht in die Maschine. Dafür sind die Exemplare, die seine raumfüllende Poduktionseinheit im Minutentakt ausspuckt, kristallklar und von allerbester Qualität, wie Thielbörger verspricht. Denn Keime lauern auch in Leitungen, deshalb wird gefiltert, bis nur noch kaltes, reines, klares Wasser übrig bleibt und man anschließend durch die Eiswürfel sogar Schrift lesen kann.

Wenn das Argumente genug sind, dann muss Hannover um seinen Eisbestand nicht fürchten. Vielleicht sollte man zur Abwechslung mal aus diesem kühlen Grunde etwas tiefer ins Glas schauen.

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