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Aus der Stadt Diese Tiere tummeln sich in Hannovers Grundwasser
Hannover Aus der Stadt Diese Tiere tummeln sich in Hannovers Grundwasser
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00:28 02.04.2018
Auch Höhlenflohkrebse leben in Hannovers Grundwasser. Quelle: Stadt Hannover
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Hannover

 Gemeinsam mit dem Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau hat die Stadt erstmals das Grundwasser biologisch untersuchen lassen. Gefunden wurden beim Einblick in die zuvor weitgehend unbekannte Welt unter anderem Brunnenkrebse, Höhlenflohkrebse und Grundwasserasseln – Arten, die das Wasser reinigen und von denen die Wissenschaftler nicht erwartet hätten, dass sie in dieser Region vorkommen.

Weil vorsorgender Grundwasserschutz eine hohe Bedeutung hat, lässt der Fachbereich Umwelt seit 2003 regelmäßig chemische Untersuchungen an Messstellen im gesamten Stadtgebiet durchführen. „Dabei kann aber nur das gefunden werden, wonach auch gezielt gesucht wird“, sagt Ingrid Weitzel vom Sachgebiet Grundwasserschutz. Die Grundwasserfauna, also die Lebewesen in der Tiefe, sei aber dem gesamten Stoffspektrum ausgesetzt und stelle daher einen wesentlich empfindlicheren Qualitätsanzeiger dar.

Lena Scheidhauer und Hans Jürgen Hahn vom Institut für Umweltwissenschaften der Hochschule in Baden-Württemberg haben an 49 Messstellen aus Tiefen zwischen 3 und 39 Meter Wasserproben gezogen – unter anderem im bebauten Bereich, aber auch in der Leineaue und am Kronsberg. Sie benutzten dazu einen speziellen Sammler, den sie mit Hilfe einer Angel in die Tiefe hinabließen. Anschließend machten sie sich im Labor an die Auswertung unter dem Mikroskop.

Insbesondere im Süden Artenvielfalt

In Hannovers Grundwasserzoo, wie ihn die Wissenschaftler nennen,  tummelt sich unbemerkt von der geneigten Öffentlichkeit so einiges. „Das gilt vor allem für das südliche Stadtgebiet“, sagt Weitzel. Brunnenkrebse seien erstmalig in der Norddeutschen Tiefebene gefunden worden. Höhlenflohkrebse oder Grundwasserasseln fühlen sich normalerweise eher im Grundwasser der Mittelgebirge und Süddeutschlands wohl.

Hannover war 2011 schon Bundeshauptstadt der Biodiversität, zu einem Zeitpunkt also, als die hiesige Grundwasserfauna noch im Verborgenen unterwegs war. Was die Stadt nun mit den Ergebnissen der Untersuchung anfängt, ist noch unklar. „Wir hätten die Möglichkeit, in Zukunft eine biologische Grundwasseruntersuchung zu etablieren“, sagt Weitzel. Um konkrete Aussagen treffen zu können, wären allerdings weitere Untersuchungen an einer deutlich höheren Zahl von Messstellen erforderlich.

Von Bernd Haase

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