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Aus der Stadt Stauhelfer starten in die neue Saison
Hannover Aus der Stadt Stauhelfer starten in die neue Saison
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12:05 19.04.2018
Die Stauhelfer der Johanniter starten auf ihren Motorrädern in die Saison 2018. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

  Pünktlich zum Osterfest starten die Stauhelfer der Johanniter in die neue Saison. Die 60 Ehrenamtler fahren auf ihren Motorrädern über die Autobahnen Niedersachsens und helfen bei kleineren und größeren Problemen. Denn gerade in den Ferien und im Sommer wird es voll auf den Straßen im Land. „Die Stauhelfer leisten eine ganz wertvolle Arbeit“, sagt Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe. „Sie übernehmen Aufgaben, zu denen wir beim Unfallgeschehen gar nicht kommen.“ Bereits im 18 Jahr kooperieren die Johanniter und die Polizei, der ADAC ist ebenfalls Teil der Zusammenarbeit.

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Bernhard Gätjen (l.), ehrenamtlicher Landesvorstand der Johanniter Niedersachsen, und Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe eröffneten die Stauhelfersaison 2018.

Im vergangenen Jahr absolvierten die Stauhelfer-Motorräder insgesamt 60 435 Kilometer, die Fahrer leisteten von sieben Standorten aus fast 2110 ehenamtliche Helferstunden. „Das ist ein Pfund, mit dem wir gar nicht genug wuchern können“, sagt Bernhard Gätjen, ehrentamtlicher Landesvorstand der Johanniter Niedersachsen/Bremen. Passenderweise steckte auch er vor dem Festakt auf dem Weg nach Hannover rund eine halbe Stunde auf der Autobahn 7 fest.

Gefahrenstellen melden und beseitigen

 Die Helfer auf zwei Rädern patrouillieren meist entlang der neuralgischen Punkte und leisten im Ernstfall erste Hilfe. „Hauptsächlich sind wir damit beschäftigt, Gefahrenstellen zu melden und – wenn möglich – auch zu beseitigen“, sagt Stauhelfer Thomas Malecha vom Johannitern-Ortsverband Aller-Leine. Gemeint sind in erster Linie Liegenbleiber, aber mitunter auch medizinische Hilfe, „die man mit zwei Händen bewerkstelligen kann“. Laut Christine Rettig vom ADAC Niedersachsen haben die Stauhelfer eine weitere, wichtige Aufgabe: „Sie beruhigen die Betroffenen.“ In Ausnahmesituationen sei es für viele „eine unglaubliche Hilfe, wenn ihnen jemand zur Seite steht und sie unterstützt“.

Haupteinsatzorte an stauträchtigen Tagen sind für die Stauhelfer die A 2 und A 7. „Zu Ostern haben wir jetzt die erste Reisewelle“, sagt Rettig . Der Automobilclub sponsort die Stauhelfer neben finanziellen Zuschüssen mit einem jährlichen Fahrsicherheitstraining für die ehrenamtlichen Biker. „Der Verkehr nimmt zu und gleichzeitig gibt es mehr Baustellen, die auch noch sehr lange dauern“, schildert Rettig die Gefahren auf den Strecken. Gerade in den Ferienzeiten seien gerade die A 2 und A 7 laut Polizei am Rande ihrer Leistungsgrenze. Allein im Raum Hannover verzeichneten die Beamten 2017 insgesamt 3301 Unfälle auf den Autobahnen, acht Menschen starben und 620 wurden verletzt.

18 037 Kilometer Stau in Niedersachsen

Doch nicht immer müssen die Johanniter im eigentlichen Sinne helfen. 2017 war ein Stau-Rekordjahr, allein in Niedersachsen standen die Autos zusammengerechnet auf 18 037 Kilometern Länge. „Oft sind es dann die kleinen Dinge, die helfen“, sagt Polizeipräsident Kluwe. Wenn Autofahrer genervt im Stau stehen, können ein nettes Wort hier oder eine Flasche Wasser dort schon für Entspannung sorgen. An Bord ihrer Motorräder haben die Johanniter auch Teddybären und Malsachen. „Sie geben aber auch uns eine Rückmeldung, wo es auf den Autobahnen gerade eng wird“, sagt Kluwe.

Im Fokus der Helfer steht auch 2018 wieder die Rettungsgasse. „Viele Autofahrer wissen eigentlich, wie sie funktioniert“, sagt Polizeipräsident Kluwe. Doch im entscheidenden Moment scheine der Kopf ausgeschaltet zu sein. Wenn der Verkehr erst einmal stehe, sei es sehr schwer, eine Lücke für Einsatzfahrzeuge zu bilden. „Jeder sollte sich vergegenwärtigen, dass davon ein Menschenleben abhängen könnte“, sagt Kluwe.

Stauprognose zu Ostern

Zum Osterfest wird es nach Angaben des ADAC eng auf den Autobahnen. Nachdem Niedersachsen und Bremen bereits die Osterferien eingeläutet haben, sind am Freitag auch fast alle anderen Bundesländer gefolgt – darunter Nordrhein-Westfalen. „Vor allem in den Baustellenbereichen in Richtung Norden kann es eng werden“, sagt ADAC-Sprecherin Christine Rettig. Sie geht davon aus, dass es spätestens ab Gründonnerstag vielerorts nur noch im Stop-and-go vorwärts geht. Am 2. und 3. beziehungsweise 7. und 8. April wird es dann wegen des Rückreiseverkehrs voll.

Am beschwerlichsten wird die Fahrt laut ADAC auf der A 7 zwischen Hannover und Hamburg. Dort wird in Richtung Norden auf den Abschnitten zwischen Westenholz und Dorfmark sowie zwischen Garlsdorf und Seevetal-Ramelsloh gebaut. Gen Süden sind die Bereiche zwischen Westenholz und Dreieck Hannover-Nord sowie Garlsdorf bis Egestorf betroffen. Um möglichst stressfrei ans Ziel zu kommen, raten die Verkehrsexperten unter anderem, ohne Zeitdruck loszufahren und genügend Proviant einzupacken – das gelte auch für Spielzeug für den Nachwuchs.

Von Peer Hellerling

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