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Kehrmaschinenfahrer beschädigt Garagentor – und fährt weg

Amtsgericht Hannover Kehrmaschinenfahrer beschädigt Garagentor – und fährt weg

Ein Landschaftsgärtner beschädigte in Marienwerder mit der Bürste seines Spezialfahrzeugs ein Garagentor.  Sein Geständnis ließ auf sich warten – und am Ende kam er mit einer Strafe von 1200 Euro davon.

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Landschaftsgärtner Matthias B. hält sich bedeckt, Verteidiger Horst Jaap gibt ihm Rückendeckung.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover.  Da staunte Amtsrichter Michael Siegfried nicht schlecht: In seiner langjährigen beruflichen Praxis sei ihm die Unfallflucht eines Kehrmaschinen-Fahrers noch nicht untergekommen. Dabei hatte Matthias B. (40) zunächst ausdauernd geleugnet, am 25. Februar 2016 überhaupt auf einer Hako Citymaster 1200 gesessen  zu haben, geschweige denn das Garagentor eines 46-Jährigen aus Marienwerder eingedellt zu haben. Doch weil es einen Zeugen gab, der die Karambolage unmittelbar miterlebt hatte, legte Landschaftsgärtner B. nach langem Hin und Her schließlich ein Geständnis ab –und wurde wegen Fahrerflucht zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 40 Euro verurteilt.

Beste Sicht auf Tor und Bürste

Das Tor, Bestandteil eines Garagenhofs an der Großen Pranke, ist bis heute auf ganzer Breite beschädigt, etwa 15 Zentimeter über dem Erdboden. An jenem Donnerstagvormittag im Februar 2016 hatte sich der Fahrer der Kehrmaschine –etwa vier Meter lang und zwei Meter breit – bei einer Kurvenfahrt offenbar verschätzt und war mit einer der hochgeklappten Bürsten an dem Holztor entlanggerasselt. Ein kompletter Austausch der Konstruktion hätte 3218 Euro gekostet, ein Kfz-Sachverständiger schätzte die Reparaturkosten vor Gericht aber lediglich auf 800 Euro ein: Es reiche aus, die eh schon vorgeschädigten Planken auszutauschen. Selbst wenn der Fahrer aus Lärmschutzgründen einen Gehörschutz getragen haben sollte, sei dessen Sicht auf die Bürsten aber sicher bestens gewesen. Heißt: Der Mann musste die Beschädigung registriert haben.

Zunächst stritt Matthias B. alles ab. Er habe seit zehn Jahren keine Kehrmaschine mehr gefahren, an jenem Tag sei in Marienwerder überhaupt kein Reinigungsfahrzeug im Einsatz gewesen, und er habe lediglich Kellertreppen gesäubert und per Hand Papier aufgesammelt. Doch hier erhob ein 79-jähriger Rentner, als Zeuge geladen, laut und deutlich Einspruch. Er habe den Angeklagten seit mindestens einem Jahr jeden Donnerstag als Lenker des Citymasters wahrgenommen, und auch am Tattag habe B. zweifelsfrei am Steuer gesessen. Ein Arbeitskollege bestätigte wenig später, dass der 40-Jährige zur damaligen Zeit durchaus als Fahrer der Spezialmaschine eingesetzt war.

Rückendeckung vom Chef

Der Niederlassungsleiter des Reinigungsunternehmens, das seinen Hauptsitz in Rheinland-Pfalz hat, gab seinem Mitarbeiter zunächst Rückendeckung: B. habe nie eine Kehrmaschine gefahren. Doch nachdem Michael Siegfried signalisiert hatte, dass er den Aussagen von B. wenig Glauben schenkt, zogen sich Verteidiger Horst Jaap, der Angeklagte und sein Chef zu einem klärenden Gespräch zurück. Das anschließende Geständnis fiel dem 40-Jährigen wahrscheinlich auch deshalb leichter, weil der Richter Fahrverbot und Führerscheinentzug ausgeschlossen hatte – die Tat liege schon sehr weit zurück, der Schaden halte sich in Grenzen, und der Angeklagte habe bis dato straf- wie verkehrsrechtlich eine völlig weiße Weste. Allerdings dürfte auf den halsstarrigen Landschaftsgärtner nun neben der Geldstrafe von 1200 Euro auch noch ein zivilrechtlicher Schadensersatzprozess zurollen.

Von Michael Zgoll

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