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Klosterkammer feiert Jubiläum mit Wimmelbuch

Gründung vor 200 Jahren Klosterkammer feiert Jubiläum mit Wimmelbuch

Die Klosterkammer wird 200 Jahre alt – und bringt zum Jubiläum ein Wimmelbuch für Kinder heraus. Illustratorin Anne-Christine Rieken gibt darin kindgerechte Einblicke in die Welt der Behörde.

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Ein Dackel hält Einzug in die Literatur: Hund Ekki (auf dem Arm von Klosterkammerpräsident Hans-Christian Biallas) war bei der Buchvorstellung in der Buchhandlung Leuenhagen & Paris ebenso präsent wie Minister Thümler und Autorin Anne-Christine Rieken. 

Quelle: Samantha Franson

Hannover.  Kinder für die Arbeit einer Landesbehörde zu interessieren ist in etwa so einfach, wie sie für einen Teller Fischsuppe zu begeistern. Noch dazu, wenn es um eine altehrwürdige Institution geht, die sich im Alltag mit Klosterforsten und Erbbaurecht beschäftigt. „Das war schon eine Herausforderung“, sagt Anne-Christine Rieken (53). Und dennoch ist ihr das Kunststück gelungen. 

Die Klosterkammer feiert in diesem Jahr ihren 200. Geburtstag – und zum Jubiläum hat die Bremer Illustratorin ein Wimmelbuch kreiert. In liebevollen Details zeigt der Band „Es wimmelt in der Klosterkammer“ große Bilder vom Leben im Kloster und von einer Kirchenbaustelle, von Bauernhöfen, Waldarbeit und Kunstrestauration – eben alles, womit die Klosterkammer so ihr Tun hat. Am Rande der Bilder tummeln sich Waschbären, kleine Mäuse auf Skateboards oder Engelchen. „Man entdeckt jedesmal etwas Neues“, schwärmt Klosterkammerpräsident Hans-Christian Biallas (61).

Ein Dackel als Held

Zur Vorstellung des Bandes in der Buchhandlung Leuenhagen & Paris hatte Biallas seinen Rauhaardackel Ekki mitgebracht, der auch im Buch immer wieder auftaucht und somit jetzt als Figur der Literaturgeschichte gelten darf. Der präsidiale Vierbeiner ist so etwas wie das Maskottchen der Klosterkammer, obwohl er dort keinen offiziellen Posten, sondern eher repräsentative Aufgaben hat. Bei der Buchvorstellung begrüßte Kulturminister Björn Thümler (47, CDU) den Dackel (3, parteilos) jedenfalls namentlich und mit Pfotenschlag.

Fast ein Jahr lang hat Illustratorin Rieken an dem Band gearbeitet – und nach eigenem Bekunden viel über die 1818 begründete Klosterkammer gelernt, die ehemals kirchliches Vermögen verwaltet und für zahlreiche historische Gebäude und ausgedehnte Ländereien zuständig ist. „Zum runden Geburtstag wollten wir etwas machen, was keine andere Behörde in Deutschland zu so einem Jubiläum machen würde“, sagt Biallas. Mit dem Wimmelbuch ist er zufrieden: „Seit 1818 sind unendlich viele Bücher über die Klosterkammer erschienen – doch keines ist so kurzweilig und fantasievoll gestaltet wie dieses.“

Minister Thümler sicherte sich für seine Tochter Antonia (6) ein Exemplar: „Das Buch zeigt, wie viel Spannendes es in der Welt der Klosterkammer zu entdecken gibt“, sagt er. „Die Einrichtung wird 200 Jahre alt – und ist alles andere als verstaubt.“

„Es wimmelt in der Klosterkammer“ gibt es für 9,90 Euro in zahlreichen Buchhandlungen, Dackel Ekki ist auch als Plüschfigur für 15 Euro erhältlich. 

Klosterkammer feiert Geburtstag

Die Klosterkammer wurde in ihrer heutigen Form 1818 vom späteren König Georg IV. gegründet. Aus den Erträgen früherer Klostergüter unterstützt sie bis heute soziale und kulturelle Zwecke. Die Landesbehörde betreut auch rund 12000 Kunstobjekte und 15 noch genutzte evangelische Frauenklöster in Niedersachsen. Zum Jubiläum ist vom 20. April an im Landesmuseum die große Ausstellung „Schatzhüterin“ mit wertvollen Objekten aus Klöstern zu sehen. Für geladene Gäste gibt es am 8. Mai einen Festakt in der Marktkirche. Außerdem ist für den 25. August ein großes Fest für Tausende Besucher auf dem Klostergut Wöltingerode am Harz geplant. Am 1. Oktober bietet die Klosterkammer in ihrem Gebäude in der Eichstraße beim Tag der offenen Tür unter anderem Einblicke in ihre Restaurierungswerkstatt. Und am Ende des Jahres wird eine wissenschaftliche Untersuchung zur Rolle der Klosterkammer in der NS-Zeit vorgestellt. be

Von Simon Benne

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