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Aus der Stadt Nach Stadtbahn-Kollision: Einschränkungen auf Linie 17
Hannover Aus der Stadt Nach Stadtbahn-Kollision: Einschränkungen auf Linie 17
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06:33 09.05.2018
Bei dem Unfall wurden mehrere Personen verletzt. Quelle: Elsner
Hannover

 Zwei Stadtbahnen sind am Dienstag gegen 9 Uhr im Bereich der Endhaltestelle Wallensteinstraße im Stadtteil Oberricklingen kollidiert. Nach derzeitigem Sachstand wurden dabei vier Personen schwerer verletzt, elf leicht. Unter den Schwerverletzten sind auch die beiden Stadtbahnfahrerinnen im Alter von 32 und 46 Jahren. „Die Fahrerin der Linie 3 hatte noch versucht zu bremsen“, sagt Polizeisprecherin Kathrin Pfeiffer. Jedoch konnte der Doppelzug nicht mehr rechtzeitig stoppen. Ein Wagen wiegt rund 40 Tonnen. Aufgrund der vielen Verletzten schickte die Feuerwehr zahlreiche Rettungswagen und Notärzte zum Unfallort, 42 Kräfte waren im Einsatz.

Der Unfall ereignete sich kurz hinter der Haltestelle Wallensteinstraße auf der sogenannten Kehranlage. Ein Doppelzug der Linie 3 Richtung Wettbergen war auf das mittlere Gleis geraten, das zum Rangieren genutzt wird. Dort stand bereits ein Wagen der Linie 17, mit ihm kollidierte die mit Fahrgästen besetzte Stadtbahn. Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Clemens Hoppe ist der Unfall „glimpflich ausgegangen“. Die Fahrgäste seien bei dem Unfall zwar durch die Bahn getaumelt, jedoch hätten die Verletzungen schlimmer ausfallen können. Gleichzeitig befanden sich laut Üstra um diese Uhrzeit nicht sehr viele Fahrgäste in der Bahn. „Rettungswagen brachten einen Großteil der Personen zur medizinischen Behandlung in Krankenhäuser“, sagt Pfeiffer. Bei drei Verletzten reichte die Versorgung vor Ort aus.

Hannover: Zwei Stadtbahnen sind am Dienstagvormittag im Bereich der Endhaltestelle Wallensteinstraße in dem Stadtteil Oberricklingen kollidiert.

Laut Üstra-Sprecher Udo Iwannek war die Bahn der Linie 3 nicht allzu schnell unterwegs. Der Grund für den schweren Unfall: „Offenbar war die Weiche falsch geschaltet“, sagt Iwannek. Durch die Wucht des Aufpralls entgleisten die Züge, der Schaden beläuft sich auf rund 100.000 Euro. „Angesichts des Zeitwerts gehen wir vom Totalschaden der beiden zusammengestoßenen Wagen aus“, sagt Iwannek. Es handelt sich um zwei TW6000, die ältesten Stadtbahnen der Üstra.

Wieso die Weiche falsch gestellt war, ist derzeit noch unklar. „Wir prüfen jetzt, ob es ein technischer Fehler oder womöglich menschliches Versagen war“, sagt Iwannek. Manche Anlagen lassen sich aus dem Fahrstand der Stadtbahnen schalten, andere wiederum funktionieren automatisch. „Letztlich soll aber jeder Fahrer darauf achten, wie die Weiche steht“, sagt Iwannek. Der Verkehrsunfalldienst (VUD) der Polizei hat die Ermittlungen zum Hergang aufgenommen, auch die Kriminalpolizei war vor Ort.

In der Mittagszeit waren die polizeilichen Untersuchungen an der Wallensteinstraße abgeschlossen, danach begannen die Bergungsarbeiten. Der hintere Wagen des Doppelzugs konnte abgeschleppt werden, die beiden defekten Stadtbahnen bleiben laut Iwannek bis auf Weiteres auf dem Rangiergleis stehen. „Sie werden irgendwann bei passender Gelegenheit abtransportiert“, sagt Iwannek.

Der Schienenersatzverkehr für die Linien 3 und 7 blieb bis gegen 18.30 Uhr, dann fuhren die Bahnen der beiden Linien wieder. Die Üstra musste allerdings den Betrieb auf der Linie 17 für den Dienstag komplett einstellen. Mittwochmorgen wird die Linie laut Sprecher Udo Iwannek wieder fahren – allerdings nur bis zur Stadionbrücke, bis die Kehranlage an der Wallensteinstraße wieder zur Verfügung steht.

Unfälle nach Weichenfehlern

Zwölf Menschen wurden im Februar 2005 teils schwer verletzt, als am Pferdeturm zwei voll besetzte Stadtbahnen der Linien 4 und 11 frontal zusammenstießen. Grund war wohl eine Unachtsamkeit: Wegen einer Bergungsaktion zwischen Aegi und Marienstraße wurden die Stadtbahnen dort einspurig vorbeigeführt und sollten vor dem Pferdeturm wieder auf die richtige Seite wechseln. Offenbar hatte der 40-jährige Fahrer die Weiche nicht richtig eingestellt und fuhr auf dem falschen Schienenstrang weiter.

Nur unweit davon entfernt stießen im September 2000 zwei Stadtbahnen an der Ecke Hans-Böckler-Allee/Clausewitzstraße zusammen. Die Linie 5 hätte eigentlich geradeaus Richtung Kleefeld fahren sollen, bog aber an der falsch gestellten Weiche nach links ab. Eine entgegenkommende Stadtbahn konnte nicht mehr stoppen und traf den Zug. Fünf Personen wurden verletzt.

Im September 2014 sind zwei Stadtbahnen der Linie 3 kurz hinter der Haltestelle Noltemeyerbrücke kollidiert, weil eine Weiche am Gehaplatz falsch gestellt war. Sieben Personen wurden leicht verletzt. Grund für den Unfall auch hier: Der Stadtbahnfahrer hatte die Fehlstellung der Weiche nicht rechtzeitig bemerkt.

An der Kreuzung Vahrenwalder Straße/Großer Kolonnenweg prallten im Mai 2013 zwei Stadtbahnen der Linie 2 zusammen. Der stadtauswärts fahrende Zug hätte eigentlich nach rechts abbiegen sollen, nahm jedoch den Schienenstrang Richtung Langenhagen. Beide Stadtbahnen leiteten eine Vollbremsung ein, touchierten sich aber dennoch leicht.

Von Peer Hellerling

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