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Aus der Stadt Bessere Chancen nach der Freilassung: Kooperation zwischen JVA und Jobcenter
Hannover Aus der Stadt Bessere Chancen nach der Freilassung: Kooperation zwischen JVA und Jobcenter
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00:43 07.05.2018
Gemeinsam für einen besseren Start in die Freiheit: Jobcenter-Chef Michael Stier (v.l.), Hans-Peter Griepenburg vom Justizministerium, Kerstin Buckup von der JVA Sehnde und Hannovers Gefängnisleiter Matthias Bormann. Quelle: Peer Hellerling
Hannover

 Häftlingen nach ihrer Gefängniszeit einen besseren Start ermöglichen – dieses Ziel haben sich die Justizvollzugsanstalt (JVA) Hannover und das Jobcenter gesetzt. Um das zu erreichen, wurde nun eine noch engere Zusammenarbeit vereinbart. „Einfach nur Informationen über das Arbeitsangebot zu geben, reicht nicht aus“, sagt Michael Stier, Geschäftsführer des Jobcenters Region Hannover. „Nach der Freilassung brauchen die Betroffenen eine Existenzsicherung.“ Erst, wenn grundlegende Fragen wie der Lebensunterhalt und die Wohnung geklärt seien, könne über mögliche Jobangebote oder Ausbildungen nachgedacht werden.

Ab dem 10. Juli wird es in der JVA an der Schulenburger Landstraße einmal im Monat eine Sprechstunde geben, in der sich die Insassen kurz vor ihrer Freilassung vor allem rund um finanzielle Fragen informieren können. Vier Jobcenter-Mitarbeiter wechseln sich ab. Auch die JVA Sehnde beteiligt sich an der Kooperation, auch dort werden demnächst Sprechstunden stattfinden. Das Angebot richtet sich speziell an Hartz-IV-Empfänger. „Die ersten sechs bis acht Wochen nach der Freilassung sind entscheidend“, sagt JVA-Leiter Matthias Bormann. Oft entscheide sich in der kurzen Zeit, ob der Neustart in der Freiheit gelinge oder ein Rückfall ins kriminelle Leben droht.

In der JVA Hannover befinden sich derzeit 540 Insassen, bereits jetzt werden schulische sowie berufliche Aus- und Weiterbildungen angeboten. Jobcenter-Chef Stier schätzt dennoch, dass etwa 100 Sträflinge pro Jahr freigelassen werden, für die das neue Angebot in Frage komme. Plötzlich muss eine Wohnung her, ein Konto eröffnet werden, die Mitgliedschaft in der Krankenkasse will organisiert sein und der Freigelassene benötigt Geld zum Leben. „Die Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagt Hans-Peter Griepenburg, Referatsleiter Vollzugsgestaltung im Landesjustizministerium. Nach der Entlassung seien oft selbst die kompetentesten Menschen „total überfordert“.

Die jetzt vereinbarte Kooperation verfestigt die Zusammenarbeit zwischen Gefängnis und Jobcenter. Bereits seit 2016 sind beide Behörden in engem Austausch, mit dabei ist auch die AOK. Allerdings richtete sich das bisherige Angebot an Suchtkranke, die eine nahtlose Fortsetzung ihrer Drogentherapie benötigten. Ziel der neuen Vereinbarung ist, „dass der Häftling schon am Tag seiner Freilassung sein Geld bekommt“, sagt Stier. JVA-Chef Bormann: „Wichtig ist eine Perspektive.“ Nur so könne die Resozialisierung langfristig gelingen.

Von Peer Hellerling

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